Knobloch-Syndrom

Klassifikation nach ICD-10
Q15.8 Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungen des Auges
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Das Knobloch-Syndrom (Synonyme: Knobloch-Layer-Syndrom; Netzhautablösung – okzipitale Enzephalozele) ist eine sehr seltene angeborene Erkrankung mit einer Kombination von Enzephalozele (äußerer Hirnprolaps durch eine Schädellücke), Vitreoretinopathie (Erkrankung des Glaskörpers und der Netzhaut) und Makuladegeneration (Erkrankung des Punktes des schärfsten Sehens).

Die Bezeichnung bezieht sich auf die Erstautoren der Erstbeschreibung aus dem Jahre 1971, den US-amerikanischen Augenarzt William Hunter Knobloch und J. M. Layer.

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurde über weniger als 100 Betroffene berichtet. Die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv.

Ursache

Je nach zugrunde liegender Mutation können folgende Typen unterschieden werden:

Mutationen in diesem Gen finden sich auch beim Winkelblockglaukom (Primary closed-angle glaucoma) (GLCC).

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:

Häufig kommt ein Hydrozephalus hinzu, an den Augen können eine Katarakt, Veränderungen an der Iris und (unvollständige) Linsenluxation auftreten.

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus der Kombination klinisch-augenärztlicher Befunde.

Differentialdiagnostik

Abzugrenzen sind:

Therapie

Die Behandlung der Enzephalozele erfolgt operativ, die Augenveränderungen benötigen einen spezialisierten Augenarzt. Dennoch erfolgt in der Regel eine Erblindung im jungen Alter.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Eintrag zu Knobloch-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  2. ↑ W. H. Knobloch, J. M. Layer: Retinal detachment and encephalocele. In: Journal of Pediatric Ophthalmology, Band 8, S. 181–184, 1971.
  3. ↑ Knobloch syndrome, type 1. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  4. ↑ Glaucoma, primary closed-angle. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  5. ↑ S. E. Antonarakis, A. Holoubek, M. Rapti, J. Rademaker, J. Meylan, J. Iwaszkiewicz, V. Zoete, C. Wilson, J. Taylor, M. Ansar, C. Borel, O. Menzel, K. Kuželová, F. A. Santoni: Dominant monoallelic variant in the PAK2 gene causes Knobloch syndrome type 2. In: Human Molecular Genetics. [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck] März 2021, doi:10.1093/hmg/ddab026, PMID 33693784.
  6. ↑ S. Khaliq, A. Abid, D. R. White, C. A. Johnson, M. Ismail, A. Khan, Q. Ayub, S. Sultana, E. R. Maher, S. Q. Mehdi: Mapping of a novel type III variant of Knobloch syndrome (KNO3) to chromosome 17q11.2. In: American journal of medical genetics. Part A. Band 143A, Nummer 23, Dezember 2007, S. 2768–2774, doi:10.1002/ajmg.a.31739, PMID 17975799.