| Kołbacz | ||
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Westpommern | |
| Powiat: | Gryfino | |
| Gmina: | Stare Czarnowo | |
| Geographische Lage: | 53° 18′ N, 14° 49′ O | |
| Einwohner: | 1400 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 91 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ZGR | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 120: Gryfino–Kobylanka | |
| Eisenbahn: | PKP-Bahnstrecke Posen–Stettin Bahnstation: Reptowo | |
| Nächster int. Flughafen: | Stettin-Goleniów | |
Kołbacz (deutsch Kolbatz, bis 1910 Colbatz) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern und gehört zur Landgemeinde Stare Czarnowo (Neumark in Pommern) im Powiat Gryfiński (Greifenhagener Kreis).
Das ehemalige Klosterdorf liegt in Hinterpommern, an der Płonia (Plöne), zwei Kilometer östlich des Forstes Wzgórza Bukowe (Buchheide) und drei Kilometer westlich des Jezioro Miedwie (Madüsees).




Die Geschichte des Dorfes ist eng mit der Geschichte des Klosters Kolbatz verbunden. Um das Jahr 1172 gründete Wartislaw II. der Fromme, ein Sohn des Herzogs Ratibor I., die Zisterzienserabtei Mera Vallis im Madanzigwald. Ein Jahr später zog ein Konvent von zwölf Mönchen und zwölf Laienbrüdern unter Abt Reinhold aus dem Kloster Esrom auf Seeland in den damals Colbas genannten Ort ein. 1535 wurde das Kloster eine herzögliche Domäne, und die Klostergebäude selbst ließen sich die Herzöge noch im 16. Jahrhundert als Jagdschloss einrichten. Die Klosterkirche wurde zur Pfarrkirche des Dorfes.
Von 1637 bis 1673 war Kolbatz ein Teil von Schwedisch-Pommern. Nach der Schwedenzeit war Kriegsrat Sydow Generalpächter von Kolbatz. 1811 kaufte Amtsrat Gaede es, zuvor ebenfalls Generalpächter, und 1816 wurde der Geheime Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Krause Eigentümer, der es für 255.000 Taler käuflich erworben hatte. Danach kaufte der Staat Kolbatz zurück, und die Domäne wurde an Amtmann Karl Ludwig Theodor Krause, seit 1851 Königl. Ober-Amtmann und seit 1859 Königl. Amtsrat, verpachtet, einen Sohn des vorherigen Besitzers. Karl Ludwig Krause trat später als Domänenpächter im Landkreis Schlawe i. Pom. auf und war zuletzt in Neukugelwitz ansässig, wo er ein Restgut aufgekauft hatte und eine Windmühle erbauen ließ. Sein Anwesen dort befand sich bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Händen seiner Nachkommen.
Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Kolbatz Amt einen Flächeninhalt von 228 Hektar und 62 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte dieser Gutsbezirk 68 Einwohner. Zu den gleichen Zeiten hatte der Gutsbezirk Kolbatz Domäne einen Flächeninhalt von 946 Hektar und 15 Ar sowie 365 Einwohner. Am 30. Dezember 1927 wurden die Gutsbezirke Kolbatz Amt und Kolbatz Domäne in die Landgemeinde Kolbatz eingegliedert.
Anfang der 1930er Jahre hatte die Gemarkung der Landgemeinde Kolbatz einen Flächeninhalt von 9,6 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen, wo Kolbatz der einzige Wohnort war, standen 50 bewohnte Wohnhäuser. Um 1935 gab es im Dorf Kolbatz unter anderem einen Gasthof, ein Elektrofachgeschäft, zwei Gemischtwarenläden, zwei Imkereien, drei Metzgereien, eine Kohlehandlung, einen Sattler und eine Stellmacherei.
Bis 1945 bildete Kolbatz eine Gemeinde in Landkreis Greifenhagen der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. In der Gemeinde bestanden neben Kolbatz keine benannten Wohnplätze. Die Gemeinde Kolbatz bildete mit den Gemeinden Heidchen, Hofdamm, Neumark und Seelow den Amtsbezirk Kolbatz. Während das Standesamt in Kolbatz selbst ansässig war, befanden sich Finanzamt und Amtsgericht in der Kreisstadt Greifenhagen.
Nach Beendigung der Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg 1945 wurde Kolbatz von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Der Ortsname Kolbatz wurde zu ‚Kołbacz‘ polonisiert. Allmählich setzte nun die Zuwanderung von Polen ein. Die einheimische Bevölkerung wurde in der Folgezeit von der polnischen Administration aus Kolbatz und dem Kreisgebiet vertrieben.
Kołbacz ist heute Ortsteil der Landgemeinde (Gmina) Stare Czarnowo im Powiat Gryfiński in der Woiwodschaft Westpommern (1975 bis 1998 Woiwodschaft Stettin). Die Einwohnerzahl stieg bis 1970 auf 440 und beträgt heute 1400.
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | – | 30 Feuerstellen (Haushaltungen) |
| 1818 | 361 | davon 126 auf dem königl. Vorwerk und 235 auf dem privaten Gutsbezirk |
| 1831 | 407 | Dorf in zwei Anteilen: a) Anteil bestehend aus dem Justizamt und dem Domänenamt des Orts, mit zehn Häusern und 124 Einwohnern; b) Anteil mit einem Gut, 38 Häusern, 283 Einwohnern und einem Patrimonialgericht, adlige Besitzung |
| 1862 | 318 | auf einer Gemarkungsfläche von 3363 Morgen und 55½ Quadratruten, in 27 Wohngebäuden |
| 1867 | 567 | am 3. Dezember, davon 309 im Dorf und 258 im Gutsbezirk |
| 1871 | 539 | am 1. Dezember, davon 266 im Dorf (sämtlich Evangelische) und 273 im Gutsbezirk (sämtlich Evangelische) |
| 1910 | 550 | am 1. Dezember, davon 117 im Dorf, 76 im Amts-Gutsbezirk und 357 auf der Domäne |
| 1925 | 472 | davon 428 Evangelische und 44 Katholiken, nach anderen Angaben 543 Einwohner |
| 1933 | 352 | |
| 1939 | 364 |

Die Dorfkirche war seit der Reformation mehr als 400 Jahre lang evangelische Pfarrkirche. In älterer Zeit hatte sie den Swantiboriden als Grablege gedient. Nach 1945 wurde das Kirchengebäude zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet und am 20. Oktober 1945 umgewidmet; es erhielt den Namen ‚Kościół pw. Najświętszego Serca Pana Jezusa‘.
Die Bevölkerung von Kolbatz war bis 1945 überwiegend evangelischer Konfession. Kolbatz war „Vereinigte Muttergemeinde“ zu Neumark, wo das Pfarramt seinen Sitz hatte. Zum Kirchspiel Neumark gehörte außerdem noch die Kirchengemeinde Dobberphul, lange Zeit auch Seelow.
Im Jahre 1940 gehörten zur Kirchengemeinde Kolbatz 770 Gemeindeglieder von 2060 in der gesamten Parochie. Sie war Teil des Kirchenkreises Kolbatz (Sitz zuletzt in Neumark) im Westsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Emil Priewe, der auch das Superintendentenamt bekleidete. Die Kirchenbücher waren bis 1847 in der Mutterkirche zu Naumark aufbewahrt worden, wo ihr Bestand bis 1776 zurückreichte.
Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Dorfbevölkerung ist größtenteils katholischer Konfession. Nach 1945 errichtete die Römisch-katholische Kirche in Polen das Dekanat Kołbacz, das zum Erzbistum Stettin-Cammin gehört. Ihm sind die sechs Pfarreien Bielice (Beelitz), Kobylanka (Kublank), Kołbacz, Ryszewko (Klein Rischow), Stare Czarnowo (Neumark) und Żabów (Sabow) zugeordnet. Zur Pfarrei Kołbacz gehören die Filialkirchen Dębina (Hofdamm) und Żelewo (Seelow).
Heute hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören zur Pfarrei der St. Trinitatiskirche in Stettin in der Diözese Breslau der polnischen Evangelisch-Augsburgischen Kirche.
Durch den Ort führt die Woiwodschaftsstraße 120, die die Kreisstadt Gryfino (Greifenhagen, an der Landesstraße 31) mit Stare Czarnowo (Neumark, an der Landesstraße 3, ehemalige deutsche Reichsstraße 112) und Kobylanka (Kublank, an der Landesstraße 10, ehemalige Reichsstraße 104) verbindet. Die nächste Bahnstation ist das neun Kilometer entfernte Reptowo (Karolinenhorst) an der PKP-Bahnstrecke Posen–Stettin. Die 1898 gebaute Kleinbahnstrecke der Greifenhagener Bahnen von Finkenwalde (heute polnisch: Szczecin-Zdroje) nach Neumark (Stare Czarnowo) mit Halt in Kolbatz hat nach 1945 den Betrieb eingestellt.
Durch den Ort verläuft die touristisch attraktive Zisterzienserstraße (poln. Szlak Cystersów).