| Gryfino | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Westpommern | |
| Powiat: | Gryfino | |
| Gmina: | Gryfino | |
| Fläche: | 10,00 km² | |
| Geographische Lage: | 53° 15′ N, 14° 29′ O | |
| Einwohner: | 19.691 (1. Jan. 2024) | |
| Postleitzahl: | 74-100 / 74-101 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 91 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ZGR | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DK 31 Stettin ↔ Słubice | |
| DW 120 Gryfino ↔ Kobylanka | ||
| Eisenbahn: | PKP-Linie 273: Stettin ↔ Breslau | |
| Nächster int. Flughafen: | Stettin-Goleniów | |
| Gmina | ||
| Gminatyp: | Stadt- und Landgemeinde | |
| Gminagliederung: | 42 Ortschaften | |
| 28 Schulzenämter | ||
| Fläche: | 254,00 km² | |
| Einwohner: | 30.102 (1. Jan. 2024) | |
| Bevölkerungsdichte: | 119 Einw./km² | |
| Gemeindenummer (GUS): | 3206043 | |
| Verwaltung (Stand: 2018) | ||
| Bürgermeister: | Mieczysław Sawaryn | |
| Adresse: | ul. 1 Maja 16 74-100 Gryfino | |
| Webpräsenz: | www.gryfino.pl | |
Gryfino (deutsch Greifenhagen, niederdeutsch Gripenhagen) ist die Kreisstadt des Powiats Gryfiński mit etwa 20.000 Einwohnern und Amtssitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.



Die Stadt liegt in Hinterpommern, an der Reglitz (Odra Wschodnia), dem östlichen Mündungsarm der Oder. Sie gehört zum Einzugsgebiet von Stettin, dessen Zentrum in knapp 20 Kilometern in nördlicher Richtung zu erreichen ist.
Schon im 12. Jahrhundert lag nördlich des späteren Greifenhagen eine wendische Fischersiedlung mit der für diese Orte üblichen Bezeichnung Wiek. Der Herzog Barnim I. von Pommern, genannt der Städtegründer, überließ 1254 einem Unternehmer 200 Hufen Land zur Gründung der Stadt Greifenhagen, der er am 1. März 1254 das Magdeburgisch-Stettiner Stadtrecht verlieh. Gleichzeitig verbot er den Zuzug der Wieker Einwohner. Zum Schultheißen ernannte er seinen Lokator Rudolf von Bertekow. Um der Stadt eine wirtschaftliche Grundlage zu geben, hatte Barnim bereits ein Jahr zuvor dem Nachbarort Woltin das Marktrecht zugunsten Greifenhagens entzogen. Später mussten auch Fiddichow und Wollin ihre Marktrechte an die neue Stadt abtreten. Zusätzlich erhielt Greifenhagen 1280 das Recht der freien Schifffahrt auf allen pommerschen Gewässern. Der Stadtplan spiegelt mustergültig das Schema einer östlichen Kolonisationsstadt wider, mit einem Rasterschema aus sich schneidenden Straßen um einen rechtwinklig ausgesparten Marktplatz. Um den Handel nach Westen ausdehnen zu können, wurden 1306 ein Brückenzug über beide Oderarme und ein hochwassersicherer Steindamm errichtet. Für beide Verkehrswege erhob die Stadt Zoll, der ihr erheblichen Reichtum einbrachte. Ein Teil der Einnahmen wurde 1312 für den Ankauf der Ortschaft Wiek verwendet, und ein Jahr später umgab sich die Stadt mit einer Befestigungsmauer. 1339 ernannte Pommernherzog Otto I. Greifenhagen zur herzoglichen Münzstätte, was auf die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt schließen lässt.
Erhebliche Rückschläge brachten 1530 ein Stadtbrand, dem fast alle Häuser zum Opfer fielen, eine Pestepidemie, an der die Hälfte der Einwohner starb, und die Zerstörung der Oderbrücken durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg mit sich. Als Ergebnis dieses Krieges wurde Greifenhagen ein Teil von Schwedisch-Pommern. Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg ließ der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm 1677 die Stadt besetzen. Im Friedensvertrag von Saint-Germain wurde Greifenhagen – wie alle östlich der Oder gelegenen Schwedisch-Pommerns mit Ausnahme der Städte Damm und Gollnow – Preußen zugesprochen. Im Jahr 1780 richtete eine Überschwemmung schwere Schäden an.

Als Preußen 1815/1818 seine Verwaltung neu ordnete, wurde die Stadt Verwaltungssitz des Landkreises Greifenhagen im Regierungsbezirk Stettin der Provinz Pommern. Diese Verwaltungsgliederung blieb bis 1945 bestehen.
Von 1838 bis 1849 war das preußische Land- und Stadtgericht Greiffenhagen hier angesiedelt.
Mit der Stettiner und der Bahner Vorstadt entstanden neue Stadtteile, und 1857 gaben zwei Holzbrücken den Weg zum westlichen Oderufer wieder frei. Der 1877 erfolgte Eisenbahnanschluss sowie die Eröffnung des Großschifffahrtswegs Berlin–Stettin im Jahr 1904 ließen die Greifenhagener Wirtschaft expandieren. Vor allem die 1873 gegründete Dampfschiffsreederei, die den Güterverkehr zwischen Schwedt und Stettin übernommen hatte, profitierte von der neuen Wasserstraße. Aber auch industrielle Betriebe, wie insbesondere der Lebensmittelherstellung und chemische Werke siedelten sich an. 1913 wurden die hölzernen Oderbrücken durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die Kreisstadt eine evangelische Kirche, eine Synagoge und war Sitz eines Amtsgerichts.
Anfang der 1930er hatte die Gemarkung der Stadt Greifenhagen einen Flächeninhalt von 49,5 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen zusammen 730 bewohnte Wohnhäuser an 16 verschiedenen Wohnplätzen:
Um 1935 hatte Greifenhagen ein Hotel, über ein Dutzend Gasthöfe, Restaurants und Cafés, drei Bankgeschäfte, eine Reihe von Fabriken und Produktionsstätten der mittelständischen Industrie und zahlreiche Lebensmittelgeschäfte, Warenhandlungen, Handelsvertretungen, Großhändler sowie Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Zur letzten deutschen Volkszählung von 1939 lebten 9855 Menschen in der Stadt.
Im Jahr 1945 war Greifenhagen Kreisstadt des Kreises Greifenhagen im Regierungsbezirk Stettin der preußischen Provinz Pommern des deutschen Reichs.
Die meisten Einwohner flohen Anfang 1945 vor der heranrückenden Roten Armee. Beim Kampf um Greifenhagen, der vom 8. bis 21. März andauerte, wurde die Innenstadt völlig zerstört. Bald nach Beendigung der Kampfhandlungen überließ die Sowjetunion Greifenhagen 1945 der Verwaltung der Volksrepublik Polen. Die polnische Verwaltungsbehörde vertrieb die Einwohner aus der in Gryfino umbenannten Stadt und besiedelte sie mit Polen.
Gryfino wurde in die damalige Woiwodschaft Stettin eingegliedert und wurde Kreisstadt. 1975 verlor die Stadt ihren Rang als Kreishauptstadt und wurde zum Sitz einer Stadt- und Landgemeinde. 1999 erhielt sie den Status der Kreishauptstadt zurück.




| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1740 | 2152 | |
| 1782 | 2762 | davon 83 Juden |
| 1802 | 3323 | |
| 1817 | 3890 | |
| 1822 | 4290 | |
| 1867 | 6774 | am 3. Dezember |
| 1871 | 6611 | am 1. Dezember, davon 6395 Evangelische, 29 Katholiken, sieben sonstige Christen, 180 Juden |
| 1875 | 6759 | |
| 1880 | 6906 | |
| 1890 | 6692 | darunter 65 Katholiken, 91 Juden |
| 1900 | 6473 | |
| 1910 | 7260 | am 1. Dezember |
| 1925 | 8184 | darunter 8013 Evangelische, 62 Katholiken und 39 Juden |
| 1933 | 8938 | |
| 1939 | 9855 |
Die Gebäude der evangelischen Kirche in Greifenhagen wurden 1945 von der polnischen Administration zugunsten der polnischen katholischen Kirche zwangsenteignet und vom katholischen Klerus ‚neu geweiht‘.
Die vor 1945 ansässigen Stadtbewohner waren größtenteils Evangelische (Angehörige der Landeskirche) und gehörten zum Kirchspiel Greifenhagen. Der Bestand an Kirchenbüchern reichte bis 1740 zurück.
Das katholische Kirchspiel war in Altdamm, Kr. Randow.
Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Stadtbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft ist überwiegend katholisch.
Der größte Arbeitgeber in der Stadt ist ein kohlebetriebenes Elektrizitätswerk, das Kraftwerk Dolna Odra. Seit 1990 investiert auch ausländisches Kapital beim Aufbau der Industrie in der Stadt, z. B. die deutschen Firmen Fliegel-Textil-Service, die eine große Wäscherei betreibt, und Jürging Naturdärme, die Därme zur Wurstherstellung produziert. 2017 eröffnete Zalando hier ein Logistikzentrum.
Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Wrocław–Szczecin. Gryfino ist seit März 2024 auch durch das S-Bahn-System Szczecińska Kolej Metropolitalna mit Stettin verbunden.
Der ÖPNV der Stadt ist seit 2023 kostenlos nutzbar. Dazu gehört auch ein Bus nach Zdroje, einem Stadtteil von Stettin.
Zum drei Kilometer entfernten deutschen Nachbarort Mescherin gibt es einen Grenzübergang, der auch mit Kraftfahrzeugen passiert werden kann.
In der Stadt bestehen:
Die Gesamtfläche der Stadt- und Landgemeinde Gryfino umfasst 254 km². Die Grenzen der Gemeinde haben die Länge von 111 km, davon sind 24,5 km Wasserlinie, unter ihnen bilden 2200 m die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Polen.
Zur Gemeinde gehören neben dem gleichnamigen Hauptort, der Stadt Gryfino, 28 ländliche Ortschaften, die jeweils ein Schulzenamt bilden:
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Andere Ortschaften sind: Ciosna (Dorotheenhof), Dębce (Eichwerder), Gajki (Uhlenhorst), Łubnica (Bienenwerder), Nowe Brynki (Neu Brünken), Osuch (Bergmühle), Pastuszka (Viehhof), Raczki (Neuteich), Szczawno (Vogelsang), Śremsko, Wirówek (Wierower Mühle) und Zaborze (Schulzendorf)