Als Kolik (von lateinischcolica „Bauchschmerzen“, „heftiger Leibschmerz“, griechisch κωλική kōlikḗ bzw. κωλικὴ νόσος kōlikḗ nósos, und zu lateinisch colicus „den Grimmdarm (altgriechisch κῶλον kōlon) betreffend“; früher auch colica passio genannt) werden stärkste, bewegungsunabhängige, meist wehenartigeSchmerzen bezeichnet, die durch krampfhafteKontraktionen der glatten Muskulatur eines Hohlorganes verursacht werden. Eine Kolik entsteht, wenn die Muskulatur einem großen Widerstand oder einer Blockade entgegenwirken muss. Das Wort wehenartig bedeutet hier, dass die Schmerzen wellenförmig kommen und sich mit Phasen relativer Beschwerdefreiheit abwechseln. Ursprünglich bezog sich der medizinische Fachbegriff auf Schmerzen im Dick- bzw. exakter Grimmdarm, dessen lateinische Bezeichnung Colon später als Adjektiv colicus substantiviert gebraucht wurde und das längere dolor coli „Schmerz im Grimmdarm“ ersetzte.
↑Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50). Niemeyer, Tübingen 2003, ISBN 3-484-36050-X, S. 391 (colica).
↑Wouter S. van den Berg (Hrsg.): Eene Middelnederlandsche vertaling van het Antidotarium Nicolaï (Ms. 15624–15641, Kon. Bibl. te Brussel) met den latijnschen tekst der eerste gedrukte uitgave van het Antidotarium Nicolaï. Hrsg. von Sophie J. van den Berg, N. V. Boekhandel en Drukkerij E. J. Brill, Leiden 1917, S. 226 („Colica passio est passio intestinorum quae nascitur ex ventositate inclusa in illo intestino. […].“)
↑Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 363 (Darmgicht: Kolik, etwa durch Würmer, Ruhr, Darmgeschwüre oder Bauchfellentzündung […]).
↑Vgl. Minnich: Ein Fall von Pankreaskolik. In: Berliner klinische Wochenschrift. Band 187, 1894.
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