Der Marner

Der Marner (Abbildung aus dem Codex Manesse)

Der Marner war ein in Schwaben geborener Wanderdichter und Sänger des 13. Jahrhunderts, der in seinen Texten eine solide Schulbildung erkennen lässt. Laut Rumelant von Sachsen erblindete er im Alter und wurde vor 1287, wahrscheinlich während des Interregnums, ermordet. Er verfasste Minnelieder, später auch gnomische Dichtungen. Auch fünf lateinische Dichtungen hat er hinterlassen. Seine Dichtung bearbeitete dabei ein weites Spektrum neben der Minne: Lebensweisheiten, theologische und politische Betrachtungen (er war Parteigänger der Staufer), Rätsel und literarische Fehden, unter anderem mit Reinmar von Zweter. Nach einer Polemik des Meißners gegen den Marner bezog der Dichter Fegfeuer mit einer Widerrede in der Fehde Stellung.

Das mittelhochdeutsche Substantiv marner leitet sich von dem mittellateinischen Adjektiv marinarius (zu lat. mare, maris n. „Meer“) ab und bedeutet „Seemann“. Die Vornamen Konrad, Ludwig oder Hans Ludwig sind eine spätere Hinzufügung durch den Meistersang des 15. und 16. Jahrhunderts, wo Marner zu den zwölf alten Meistern gezählt wurde. Der tatsächliche Name ist nicht überliefert.

Werke

Literatur

Wikisource: Der Marner – Quellen und Volltexte

Anmerkungen

  1. ↑ Burghart Wachinger: Sängerkrieg. Untersuchungen zur Spruchdichtung des 13. Jahrhunderts (= Münchener Texte und Untersuchungen. Band 42). Beck, München 1973, ISBN 3-406-02842-X, S. 158–160.
  2. ↑ marnære, marner stm. In: Matthias Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. Band 1. Hirzel, Leipzig 1872, Sp. 2051 (digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities).
Personendaten
NAME Marner, Der
ALTERNATIVNAMEN Marner, Konrad
KURZBESCHREIBUNG deutscher Minnesänger und Spruchdichter
GEBURTSDATUM 13. Jahrhundert
GEBURTSORT Schwaben
STERBEDATUM 13. Jahrhundert