
Konstantin Alexander Wecker (* 1. Juni 1947 in München) ist ein deutscher Musiker, Liedermacher, Komponist, Schauspieler und Autor. 1973 veröffentlichte er sein erstes Album. 1977 gelang ihm mit Genug ist nicht genug der Durchbruch, die darauf enthaltene Ballade Willy ist wohl sein bekanntestes Stück, das er in zahllosen Varianten und Abwandlungen seine ganze Karriere über immer wieder spielte. Wecker hat sich seit den frühen 1970er Jahren stets für linke Projekte, Initiativen und Parteien engagiert.
Als einziges Kind von Alexander (1914–2001) und Dorothea Wecker (1920–2006) wuchs Konstantin Wecker im Münchner Stadtteil Lehel auf. Er erhielt im Alter von sechs Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Mit acht Jahren lernte er Geige und mit vierzehn Gitarre zu spielen. In seiner Kindheit war er Solist im Rudolf-Lamy-Kinderchor; so ist er u. a. in dem Heimatfilm Die Trapp-Familie in Amerika zu hören. Wecker machte am Theresien-Gymnasium München das Abitur. Im Jahre 1966 saß Wecker wegen Einbruchdiebstahls in einer Pferderennbahn, bei dem er 30.000 DM erbeutete, in Strafhaft.
Im Jahr 1980 zog er mit Musikern und Freunden in die Toskana und heiratete die Schauspielerin Carline Seiser, von der er 1988 geschieden wurde. 1984 eröffnete Wecker in München in der Bergstraße 5 das Kaffee Giesing, eine Bar mit Bühne, in der er mit anderen Musikern spielte. Im Mai 2012 wurde sie geschlossen.
Nach den ersten Erfolgen als Liedermacher begann Konstantin Wecker, Kokain zu konsumieren. Eine literarische Aufarbeitung dieses Themas findet sich erstmals in den Ketzerbriefen eines Süchtigen (1983). Mitte der 1990er Jahre eskalierte Weckers Drogensucht – nach eigener Aussage konsumierte er von 1994 bis zu seiner Festnahme am 29. November 1995 täglich bis zu sieben Gramm Freebase/Kokainbase und Kokain und litt an Wahnvorstellungen. Bereits in seinem 1993 erschienenen Roman Uferlos mit erkennbar autobiografischen Zügen thematisierte er dies deutlich. Die Gerichtsverfahren zogen sich über Jahre hin, im April 2000 wurde er in dritter Instanz zu einem Jahr und acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Sein 1997 vor Nervenärzten in Erlangen gehaltener Vortrag zum Thema Drogensucht erschien zwei Jahre später unter dem Titel Es gibt kein Leben ohne Tod in Buchform.
Am 3. Februar 1996 heiratete Wecker die 27 Jahre jüngere Annik Berlin, die er auf einem seiner Konzerte kennengelernt hatte. In den Jahren 1997 und 1999 wurden die Söhne Valentin und Tamino geboren. Im Juni 2013 gaben Konstantin und Annik Wecker ihre Trennung bekannt, fanden aber bald wieder zusammen.
2010 tourte er gemeinsam mit Hannes Wader, der Dokumentarfilm Wader Wecker Vater Land über die Tournee von Rudi Gaul, wurde beim Filmfest München 2011 mit dem Publikumspreis als beliebtester Film ausgezeichnet.
Im Wintersemester 2007/2008 nahm Wecker an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg einen Lehrauftrag an: Im Workshop Songwriting unterrichtete er 2007, 2013 und 2018 in Komposition und Arrangement. Seit Juni 2018 ist Wecker Gastprofessor an der Universität Koblenz-Landau (Campus Landau).
Im August 2025 machte Wecker bekannt, trockener Alkoholiker zu sein. In seinem im selben Jahr erschienenen Buch Der Liebe zuliebe schildert er seinen Entzug, den er nach jahrelanger Alkoholabhängigkeit 2022 in Thailand absolviert hatte. Nach einem Rückfall nahm er in Deutschland einen weiteren Entzug vor. Er gab an, er könne wegen Nervenschäden in der linken Hand nach jahrelangem Alkoholmissbrauch nicht mehr Klavier spielen. Da niemand anderes sein Lied Willy spielen dürfe, werde er es wohl nie mehr live singen.
Im November 2025 berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass Wecker im Jahre 2009 eine Beziehung zu einer Minderjährigen eingegangen sei. Wecker gestand die Beziehung ein, entschuldigte sich und sprach davon, dass sie zwar einvernehmlich, trotzdem jedoch «gänzlich unangemessen gewesen» sei.

Ab 1968 machte er sich in der Kleinkunst-Szene einen Namen, war 1971 Gründer und kurzzeitig Mitglied der Soul-Rock-Band Zauberberg und ging mit der deutschen Version von Jesus Christ Superstar auf Tournee. Als Darsteller wirkte er 1972 bis 1974 beim Krankenschwestern-Report und sechs weiteren Sexfilmen mit. 1973 erschien sein Debütalbum Die sadopoetischen Gesänge des Konstantin Amadeus Wecker, in jährlichem Abstand danach die Alben Ich lebe immer am Strand, Ich singe, weil ich ein Lied hab und Weckerleuchten. 1977 gelang ihm mit dem Album Genug ist nicht genug der Durchbruch. Wecker wurde dafür im selben Jahr mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet. Die auf dieser LP erschienene Ballade Willy an einen von Rechtsradikalen erschlagenen Freund wurde Kult. In einem Interview mit der Allgemeinen Zeitung (Rhein Main Presse) erklärte er 2018, dass der wirkliche Willy noch lebe und sein Fahrer sei. Es handelt sich dabei um seinen Freund und Mitautor seiner Biografie Günter Bauch.
Wecker arbeitete neben seiner Arbeit als Solist auch mit anderen Künstlern zusammen, so komponierte er zwischen 1973 und 1975 Musik zu vier Theaterstücken des Kollektiv Rote Rübe. Im Jahre 1979 komponierte und spielte Wecker die Zwischenmusiken für das Album Hagenbuch hat jetzt zugegeben des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch.

1981 und 1982 präsentierte Wecker auf den Alben Liebesflug und Das macht mir Mut seine Annäherung an Kammermusik. Er komponierte 1983 die Filmmusik zu Schtonk! und 1986 zu Kir Royal sowie 1993 zum Film Ein Mann für jede Tonart.
Er arbeitete mit vielen bekannten deutschen und ausländischen Künstlern zusammen, darunter waren Joan Baez und Mercedes Sosa. Zwischen 1986 und 1993 scharte er eine Band zum Teil aus der deutschen Jazz-Szene um das United Jazz and Rock Ensemble um sich. Darunter waren u. a. Wolfgang Dauner, Charlie Mariano, Johannes Faber, Frank Diez, Stephan Diez, Wolfgang Haffner und Jo Barnikel und die englischen Musiker Colin Hodgkinson und Pete York. Am 13. Juni 1987 nahm Wecker am Pressefest des SED-Zentralorgans Neues Deutschland in Ost-Berlin vor rund 10.000 Zuhörern teil.
Ab dem Jahr 2000 trat Wecker gemeinsam mit Hannes Wader auf. Aus Anlass des sechzigsten Geburtstages Waders 2002 gab es ein Konzert von Konstantin Wecker, Hannes Wader und Reinhard Mey in Bielefeld, bei dem auch Jo Barnikel als Pianist mitwirkte. Veröffentlicht wurde es 2003 auf CD unter Mey, Wader, Wecker – das Konzert. Mehrfach nahm er bei den Songs an einem Sommerabend teil, so 2004, 2011, 2012, 2014 und 2016. Er komponierte mit Christopher Franke das Musical Ludwig², das am 11. März 2005 in Füssen uraufgeführt wurde, und zuvor das Hundertwasser-Musical (2004). Danach ist er vermehrt solistisch oder mit Jo Barnikel als Begleiter aufgetreten.
In der Festspielsaison 2006 und 2007 war Konstantin Wecker musikalischer Leiter für die Theateraufführungen Faust I und Faust II bei den Bad Hersfelder Festspielen. Er komponierte für diese Stücke die musikalische Begleitung und gab in diesen Jahren jeweils zum Probenbeginn in der Stiftsruine ein Konzert.
Im Jahr 2010 fand unter dem Titel „Kein Ende in Sicht“ eine Deutschlandtournee mit Hannes Wader, Jo Barnikel, Nils Tuxen und Hakim Ludin statt.

Im Jahr 2013 waren Wecker, Dieter Hildebrandt und Georg Schramm Gründer des Formats stoersender.tv. Im gleichen Jahr gründete Wecker das unabhängige Plattenlabel „Sturm & Klang“ mit Sitz in München.
Im November 2013 unternahm Wecker gemeinsam mit der österreichischen Opernsängerin Angelika Kirchschlager die Tournee Liedestoll durch Deutschland und Österreich, bei der seine Lieder und Lieder von Schubert bis Schumann vorgetragen wurden. Im Jahr 2013 übernahm er die Patenschaft für die dritte Staffel einer Straßenmusikercastingshow. Im Rahmen der Sendung daheim + unterwegs des WDR wurden NRWs beliebteste Straßenmusiker gesucht. Die Preisträger Simone Oberstein und Thomas Schlüter gewannen den Wettbewerb und somit einen Auftritt im Rahmen eines Konzerts von Konstantin Wecker.
Während der Corona-Pandemie streamte er mehrere Konzerte, darunter am 20. Oktober 2020 ein Konzert seines Labels Sturm & Klang, in dem er einige der Künstler des Labels präsentierte, die jeweils ein eigenes und ein Wecker-Lied spielten: Tamara Banez, Arjon Capel, Miriam Hanika, Josef Hien, Erwin R., Sarah Straub, Vivek sowie das Duo Prinzessin & Rebell (Anna Katharina Kränzlein und Florian Kirner). Wecker führte durch das Konzert und trug selbst eigene Lieder vor. Es war das vierte Konzert der Reihe Poesie und Widerstand in stürmischen Zeiten.
Am 31. Mai 2024 veröffentlichte er die CD Der Soundtrack meines Lebens mit einer Auswahl seiner Filmmusiken. Die Premiere fand auf dem Tollwood-Sommerfestival 2023 statt. Im Herbst 2024 ging Wecker mit diesem Titel auf eine Tournee unter Beteiligung der Opernsängerin Elmira Karakhanova. Außerdem gab es in den Jahren 2024 und 2025 unter dem Titel Lieder meines Lebens eine ausgedehnte, kammermusikalisch ausgerichtete Tour mit seinem langjährigen Pianisten Jo Barnikel.
Ende Januar 2026 sagte Wecker seine für das laufende Jahr geplanten Konzerttermine aus gesundheitlichen Gründen ab.
Konstantin Wecker bezeichnet sich selbst als Anarchist und engagierte sich während seiner langjährigen künstlerischen Karriere auch politisch. So nahm er 1982 an der Konzertreihe Künstler für den Frieden teil. In vielen seiner Lieder setzt sich Wecker mit dem politischen Tagesgeschehen auseinander. Seine Ballade Willy behandelt die Konfrontation der 68er-Bewegung mit rechtem Gedankengut.
Im Jahre 1985 trat Wecker beim ersten großen, von Rosa von Praunheim organisierten AIDS-Benefiz in Deutschland im Berliner Tempodrom auf.
Im Januar 2003, zwei Monate vor Beginn des Zweiten Irakkrieges, begab sich Wecker mit einer Gruppe westlicher Künstler in das von dem Diktator Saddam Hussein beherrschte Land, um in Bagdad bei einem vom irakischen Regime politisch instrumentalisierten Solidaritäts-Konzert aufzutreten. Wecker erklärte dazu: „Das ist ein Preis, den man bezahlen muss. Ich weiß nicht, was die irakische Presse publizistisch aus unserem Besuch macht, das ist mir auch egal. Inoffiziell heißt die zentrale Zeitung das ‚Desinformationsblatt‘. Das wissen auch alle und verstehen es, zwischen den Zeilen zu lesen. Und was kann die irakische Regierung schon damit anfangen, wenn sie Konstantin Wecker vereinnahmen will?“ Im Februar 2003 gründete er mit seiner Frau aus Anlass des Irakkriegs das politisch-spirituelle Webmagazin Hinter den Schlagzeilen, dessen Redaktion er 2007/2008 an Roland Rottenfußer übergab. Bis 2018 blieb Wecker Herausgeber, wechselte dann auf die Position des Chefredakteurs und zog sich im August 2020 „wegen Meinungsunterschieden bezüglich des Themas „Corona““ und zunehmend „dubiosen Artikeln“ aus allen Rollen zurück. Im Juli 2024 stellte das Magazin sein Erscheinen ein. Auch aus dem Freundeskreis des Online-Magazins Rubikon, dem er ab 2017 angehörte, zog er sich 2018 zurück, als sich dort Verschwörungstheorien verbreiteten.
2006 tourte Wecker vier Tage unter dem Motto „Nazis raus aus unserer Stadt“ durch Ostdeutschland. Für Aufmerksamkeit und Diskussionen sorgten die Absagen der Konzerte in Hoyerswerda und in Halberstadt. Während das Konzert in Hoyerswerda aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen Wecker und dem Veranstalter über den Namen der Tournee von Wecker abgesagt wurde, wurde das Konzert in einem Gymnasium in Halberstadt in Sachsen-Anhalt auf Druck von NPD-Politikern und der Ankündigung von Störaktionen nicht genehmigt. Landrat Henning Rühe erklärte zur Begründung, man wolle nicht riskieren, dass die NPD sich das Recht einklagt, ebenfalls in der Schule Veranstaltungen abhalten zu können. Mangels Alternativen im Ort fand das Konzert dann in Jena statt. Am 17. Juni 2006 gab es schließlich doch ein Freilichtkonzert in Halberstadt (Düsterngraben). Mit dabei waren auch Hannes Wader und der afghanische Perkussionist Hakim Ludin. In der Folge der Auseinandersetzung kam es auf Antrag der Grünen-Fraktion zu einer Debatte im Bundestag über den Rechtsextremismus in Deutschland.
Wecker ist bisweilen Gast auf dem UZ-Pressefest. Am 16. Juni 2007 trat er auf dem Parteitag der Partei Die Linke auf. Im Jahre 2007 beteiligte er sich an der Initiative Rheinhessen gegen Rechts.
In einem Interview mit der Zeitschrift Graswurzelrevolution im Jahr 2010 bekannte sich Wecker zur „herrschaftsfreien Gesellschaft“: „Ich habe mich immer schon, auch in der 68er Zeit, dem Anarcho-Lager zugehörig gefühlt, weil ich als junger Mann von Henry Miller schwer beeindruckt war.“ Er führt weiter aus: „Wir müssen an unseren Utopien einer herrschaftsfreien und gewaltfreien Gesellschaft festhalten, sie zusammen mit anderen weiterentwickeln.“ Erich Mühsams Gedichte haben ihn seit den 1970er Jahren begleitet und dessen Werke ihn ermutigt, seinen Weg als Anarchist zu gehen. 2016 erhielt Wecker den Erich-Mühsam-Preis für Frieden, Menschenrechte und gegen Fremdenhass.
Trotz des anhaltenden politischen Engagements war Wecker nie Mitglied in einer Partei. In einem Doppel-Interview mit Hannes Wader in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 8. August 2010 äußerte Wecker, eine Partei könne für ihn niemals eine Heimat sein. „Ich war schon immer der Meinung, dass die Chance des Künstlers darin besteht, bunt malen zu dürfen im Gegensatz zum Schwarz-Weiß der Politik. Für mich wäre eine Parteimitgliedschaft daher auch immer eine Einschränkung gewesen.“
Im Vorfeld der Bayerischen Landtagswahl 2013 setzte sich Wecker für einen Regierungswechsel zugunsten der SPD ein.
Im Jahre 2015 unterstützte er eine Erklärung, in der gefordert wurde, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Bayerns aus dem Verfassungsschutzbericht des Freistaats zu streichen. Er unterstützt den Verein Rote Hilfe sowie die Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG). Wecker ist Ehrenmitglied von Ethecon – Stiftung Ethik und Ökonomie.
Im April 2022 gehörte Wecker zu den Unterzeichnern eines offenen Briefes, in dem Bundeskanzler Olaf Scholz aufgefordert wurde, im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine der Ukraine keine schweren Waffen zu liefern. Darüber hinaus müsse die Regierung in Kiew abwägen, ob sie den militärischen Widerstand beende. Wecker gab an, trotz des russischen Angriffskrieges Pazifist zu bleiben und die veränderten Positionen der Grünen als „furchtbar“ zu empfinden. Wirtschaftsminister Robert Habeck habe bei dem Versuch, in Katar Ersatz für russische Gaslieferungen zu finden, einen „Kniefall“ gemacht, ohne zu fragen, wie „putinesk“ auch solche Länder seien. Er glaube, diese Wandlung habe bei Habeck (und auch bei Annalena Baerbock) mit einer „schrecklichen Verbundenheit mit Macht zu tun“.
Im Juni 2023 formulierte Wecker einen Aufruf zur Solidarität mit der Letzten Generation. Darin bezeichnete er die im Vormonat bei Aktivisten durchgeführten Hausdurchsuchungen als „Terrorrazzia“ und beschrieb sie als Phänomen für ein politisches System, dessen Vertreter „keine Lösungen für die drängenden Fragen der Menschheit“ mehr hätten.
Zur Bundestagswahl 2025 rief Wecker zur Wahl der Partei Die Linke auf.
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| Personendaten | |
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| NAME | Wecker, Konstantin |
| ALTERNATIVNAMEN | Wecker, Konstantin Alexander (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Musiker, Liedermacher, Komponist und Autor |
| GEBURTSDATUM | 1. Juni 1947 |
| GEBURTSORT | München |