Kopfbandpfette

Kopfbandpfette - die gestrichelt gezeichneten 45°-Streben im Endfeld finden sich in vielen historischen Konstruktionen, erfordern jedoch stärker ausgeführte Endpfosten, um die Biegebeanspruchung aufnehmen zu können

Kopfbandpfette (auch Kopfbandbalken, Bugpfette) ist ein Pfettenstrang, der aus Pfette, Pfosten und Kopfbändern (Bügen) besteht.

Die Kopfbandpfette findet sich in vielen historischen Holzkonstruktion, insbesondere in Dachstühlen, Hallen und mehrstöckigen Lagergebäuden.

Konstruktion

Kopfbänder (Streben), Pfosten und Pfetten bilden zusammen Konstruktionsdreiecke. Die beiden Katheten werden als Ausstellmaß und die Hypotenuse als Kopfbandlänge bezeichnet. Die Konstruktionsdreiecke sind oft als rechtwinkliges gleichschenkliges Dreieck ausgebildet.

Kopfbandpfetten übernehmen zwei wesentliche Funktionen:

Bei der Bemessung der Pfosten ist zu berücksichtigen, dass diese auf Biegung beansprucht werden, wenn durch Windkräfte und andere Einwirkungen eine Verformung der Gesamtkonstruktion auftritt.

Nach DIN 1052-1 (April 1988) Abschnitt 8.2.4 ist es möglich, als Stützweite für die Bemessung der Pfette die größte Länge (l1, l2, l3 oder l4) als Einfeldbalken, anzunehmen. Dadurch kann bei der Querschnittsberechnung ein deutlich kleinerer Pfettenquerschnitt gewählt werden.

Werden traditionelle Holzverbindungen wie Loch- und Zapfenverbindungen mit Holznagel verwendet, müssen die Holzquerschnitte entsprechend vergrößert werden. Wirtschaftlicher sind Versätze mit Sicherungs-Bolzen oder stumpfe Verbindungen mit Knaggen und Laschen.

Dies gilt nur für die Mittelfelder, deren Pfosten beiderseits durch Kopfbänder verstrebt sind. Werden auch die Endpfosten über Streben mit der Pfette verbunden, so werden diese bei Durchbiegung der Pfette zusätzlich auf Biegung beansprucht. Insbesondere wenn der Querschnitt an der Anschlussstelle durch ein Zapfenloch geschwächt wird, müssten diese deutlich stärker dimensioniert werden. Zu bevorzugen sind an dieser Stelle Streben, die am Fuß des Pfostens ansetzen.

In der Pfette, die als Längsverband dient, verursachen die Kopfbänder Zugkräfte in Längsrichtung, die durch einen gewöhnlichen Pfettenstoß nicht aufgenommen werden können. Stattdessen sollte eine zugfeste Längsverbindung verwendet werden, beispielsweise ein schräges Hakenblatt oder besser eine stumpfe Verbindung mittig über dem Pfosten, mit seitlichen Brett- bzw. Bohlenlaschen und der notwendigen Nagelanzahl.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Holzbauwerke, DIN 1052-1 - Berechnung und Ausführung (Stand 04/1988), auf umwelt-online.de, abgerufen am 21. März 2026. (Dort: Kapitel 8.2.4 Kopfbandbalken.)
  2. 1 2 3 4 Fritz Kress: Der Zimmerpolier. Bruderverlag, Karlsruhe 1991, ISBN 3-87104-085-1, S. 109.
  3. 1 2 Kopfband, baunetzwissen, abgerufen am 19. Januar 2026.