Koumbou Boly Barry

Koumbou Boly Barry (geboren am 31. Dezember 1960 in Kaya) ist eine burkinische Politikerin. Sie war von 2016 bis 2022 Sonderberichterstatterin zum Recht auf Bildung beim UN-Menschenrechtsrat.

Biographie

Koumbou Boly kam 1960, im Jahr der Unabhängigkeit der ehemaligen französischen Kolonie Obervolta, in der zentralburkinischen Stadt Kaya zur Welt. Sie schloss ihr Studium der Wirtschaftsgeschichte mit einer Promotion an der Université Cheikh Anta Diop in der senegalesischen Hauptstadt Dakar ab.

Boly Barry arbeitete als Dozentin an der burkinischen Ouagadougou University, der brasilianischen Vitoria University und der Schweizer Hochschule für Wirtschaft Freiburg und als Gastprofessorin an der englischen University of Nottingham und der belgischen Universität Louvain La Neuve.

Von 2011 bis zur Machtübernahme durch das Militär 2014 war Koumbou Boly Ministerin für Bildung und Alphabetisierung von Burkina Faso unter Premierminister Luc-Adolphe Tiao. Bis zu ihrem Amtsantritt wurden 80 % der Ressourcen im Bildungswesen zentral verwaltet. In ihrer Verantwortung fiel dieser Anteil auf 20 %, als sie das Ministerium verließ, wurden 80 % auf Schul-, Regional- und Provinzebene verwaltet und die vorhandenen finanziellen Mittel direkt Schulen, Alphabetisierungszentren, Kindertagesstätten, Universitäten und Berufsbildungszentren zur Verfügung gestellt.

2016 wurde Koumbou Boly vom UN-Menschenrechtsrat als Nachfolgerin des Inders Kishore Singh zur Sonderberichterstatterin für das Recht auf Bildung ernannt. Ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Arbeit war die Gleichstellung der Geschlechter im Bildungsbereich und wandte sich hier beispielsweise gegen stereotype Darstellungen von Frauen und Mädchen in Schulbüchern. Bildung spiegele nach ihrer Aussage oft die Realität der Gesellschaft wider und solle stattdessen Vorreiter sein, der grundlegende menschliche Werte antizipiert und sie fördert. Ziel müsse sein, auch Mädchen ein unabhängiges Leben zu ermöglichen, wovon auch die Gesellschaft letztendlich profitiere. Bildung spiele auch eine wichtige Rolle bei der Konfliktprävention. Sie ermögliche, Konflikte vorherzusehen und zu verhindern, wenn man die grundlegenden Werte Solidarität und Akzeptanz kultureller Vielfalt sowie eine Kultur des Konfliktmanagements integriere. In interethnischen Konflikten würde Bildung häufig als Propagandainstrument missbraucht, um die Bevölkerung zu spalten. Es sei notwendig, eine Bildung anzubieten, die die Entwicklung von Selbstakzeptanz, Akzeptanz anderer und Akzeptanz kultureller Vielfalt ermögliche. 2022 wurde Koumbou Boly von der Pakistani Farida Shaheed als UN-Sonderbeauftragte abgelöst.

Einzelnachweise

  1. ↑ L’invité de la Redaction : Koumba Boly/Barry, Ministre de L’Education nationale et de l’Alphabétisation : « La bonne gouvernance commence aussi à la maison » - leFaso.net. In: lefaso.net. Abgerufen am 29. März 2026 (französisch).
  2. 1 2 Koumbou Boly Barry. (englisch).
  3. ↑ Koumbou Boly Barry, former Special Rapporteur (2016-2022). Abgerufen am 29. März 2026 (englisch).
  4. ↑ Koumba BOLY/BARRY. In: Ministère de L'Education Nationale, de l'Alphabétisation et de la Promotion des Langues Nationales. 16. Mai 2019, abgerufen am 29. März 2026 (französisch).
  5. ↑ ICAO Council President receives Prime Minister of Burkina Faso. In: ALN News. 18. Juni 2014 (englisch, aerolatinnews.com [abgerufen am 29. März 2026]).
  6. 1 2 3 Florence Westergard: Il faut une éducation capable de transformer la société - Koumbou Boly Barry, experte de l’ONU. 8. November 2019, abgerufen am 29. März 2026 (französisch).
Personendaten
NAME Koumbou Boly Barry
KURZBESCHREIBUNG burkinische Politikerin
GEBURTSDATUM 31. Dezember 1960
GEBURTSORT Kaya