Kra (Fluss)

Kra
Chra (Khra)
Daten
Lage Plateaux, Togo Togo
Flusssystem Mono
Abfluss über Mono (Fluss) → Bucht von Benin
Quelle im Togogebirge
Mündung Mono (Fluss)Koordinaten: 7° 2′ 0″ N, 1° 33′ 0″ O
7° 2′ 0″ N, 1° 33′ 0″ O
Mündungshöhe 89 m

Einzugsgebiet etwa 930 km²

Togo mit seinen Flüssen. Der Kra unten mittig
Togo mit seinen Flüssen. Der Kra unten mittig

Kra (auch chra, englisch: Khra) ist ein Fluss in der Region Plateaux im südlichen Togo. Er ist ein westlicher Nebenfluss des Mono. Historische Bekanntheit erlangte der Fluss durch das Gefecht bei Kra im Ersten Weltkrieg.

Verlauf

Der Kra entspringt in den östlichen Ausläufern des Togogebirges. Er fließt überwiegend in östlicher Richtung. Nördlich der Stadt Notsé (etwa bei Kilometer 123 der damaligen Kilometrierung) kreuzt der Fluss die Eisenbahnlinie Lomé–Blitta, die ehemalige Hinterlandbahn sowie die heutige Nationalstraße N1 bei der gleichnamigen Ortschaft Kra.

Im weiteren Verlauf mäandriert er durch die Feuchtsavanne der Region Plateaux und mündet schließlich bei etwa 7° 02' nördlicher Breite, etwas nördlich von Sagada, in den Mono, den Hauptfluss der Region.

Der Fluss führt nicht ganzjährig viel Wasser, schwillt jedoch in der Regenzeit stark an und bildet in seinem Uferbereich, insbesondere an der Mündung und den Brückenübergängen, sumpfige Zonen.

Geschichte

Eine besondere historische Bedeutung kam dem Fluss kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 zu. Der Kra bildete die letzte natürliche Verteidigungslinie der deutschen Sicherheitskräfte der Kolonie Togo auf ihrem Rückzug von der Küste zur landeinwärts gelegenen Funkstation Kamina.

Die deutschen Truppen unter Major Hans-Georg von Doering verschanzten sich am nördlichen Ufer des Flusses. Um den Vormarsch der britischen und französischen Truppen zu stoppen, wurden sowohl die Eisenbahnbrücke als auch die Straßenbrücke über den Kra gesprengt.

Am 22. August 1914 kam es zum Gefecht bei Kra. Die alliierten Verbände (darunter das britische Gold Coast Regiment und französische Tirailleurs sénégalais) griffen die deutschen Stellungen frontal an. Aufgrund des starken deutschen Widerstands aus gut ausgebauten Gräben und des schwierigen, sumpfigen Geländes am Flussufer erlitten die Alliierten Verluste (etwa 75 Mann) und konnten den Fluss zunächst nicht überschreiten. Trotz dieses taktischen Abwehrerfolgs mussten sich die Deutschen in der Nacht vom 22. auf den 23. August vom Kra zurückziehen, da französische Einheiten drohten, die Flanke der Verteidiger zu umgehen.

Einzelnachweise

  1. ↑ Global Watersheds
  2. ↑ Eintrag Kra (Stream) auf GeoNames.org. Link. Abgerufen am 10. Februar 2026. ID: 2366367.
  3. ↑ Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Kolonial-Lexikon. Band 1, Quelle & Meyer, Leipzig 1920, S. 274 (Eintrag: Chra).
  4. ↑ Peter Sebald: Togo 1884–1914. Eine Geschichte der deutschen „Musterkolonie“ auf der Grundlage amtlicher Quellen. Akademie-Verlag, Berlin 1988, S. 604.
  5. ↑ Frederick James Moberly: Military Operations. Togoland and the Cameroons, 1914–1916. H.M. Stationery Office, London 1931, S. 27–30.