Kriegsheim Ortsgemeinde Monsheim | ||
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| Koordinaten: | 49° 38′ N, 8° 13′ O | |
| Höhe: | 135 m ü. NHN | |
| Einwohner: | 628 (2006)[Ohne Beleg] | |
| Eingemeindung: | 7. Juni 1969 | |
| Postleitzahl: | 67590 | |
| Vorwahl: | 06243 | |
Lage von Kriegsheim in Rheinland-Pfalz | ||
Kriegsheim ist ein Ortsteil von Monsheim im südlichen Rheinhessen, dem Wonnegau im Landkreis Alzey-Worms.
Frühere Namensformen von Kriegsheim sind Kreikesheim (766), Crigesheim (1137), Crigisheim (1276), Chrisheim (1306), Criegesheim (1335), Krysheim (1344) und Griesheim (1496).
Kriegsheim wird mit drei Schenkungen an das Kloster Lorsch im Lorscher Codex erwähnt. Die älteste dieser Urkunden, Nr. 1261, bezeugt, dass Richer am 5. April 767 dem Kloster einen Weinberg schenkte. Die älteste Erwähnung der Kirche des Dorfes stammt von 1309. Das Patronatsrecht hatten ursprünglich die Bischöfe von Worms, die es den Herren von Bolanden zu Lehen gaben. Doch trat im Jahr 1309 Otto von Bolanden, kaiserlicher Kämmerer, das Patronat an den Bischof von Worms ab, der es dem Domkapitel überwies.
Im Ort war das Geschlecht der Ritter von Kriegsheim ansässig. Die älteste erhaltene Erwähnung der Familie stammt von 1277, die letzte von 1435. Von deren Burg ist der Wohnturm erhalten.
Das Dorf gehörte zu den Besitzungen des Hochstifts Worms. 1137 gab Bischof Burchard II. seinen Hof zu Kriegsheim mit allem, was er im Dorfe besaß, dem Wormser Domkapitel, um dessen Einkünfte aufzubessern. Die Vogtei über den Ort hatten die Herren von Bolanden, teils von den Bischöfen, teils von der Kurpfalz, zu Lehen. Spätestens seit 1338 waren die Leininger die Lehensnehmer.
1494 war der Ort noch eines der pfälzischen Ausdörfer. Später bildete sich aus den pfälzischen Rechten die Landeshoheit aus. Kriegsheim blieb bis zum Ende des 18. Jahrhunderts kurpfälzisch. Dort gehörte es zum Oberamt Alzey. In der pfälzischen Kirchenteilung 1705, fiel die Kirche den Reformierten zu. Die römisch-katholische Minderheit richtete 1752 im Rathaus eine Kapelle ein, dem Heiligen Joseph geweiht. Den großen Zehnten bezog bis zum Ende des Alten Reichs das Domstift in Worms, den kleinen Zehnten der reformierte Pfarrer.
Bereits in der Reformationszeit hatte sich in Kriegsheim eine Täufergemeinde gebildet. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden Mennoniten aus der Schweiz und Quäker von Kurfürst Karl Ludwig eingeladen, sich in entvölkerten Dörfern der Kurpfalz niederzulassen. Ab 1656 ist ihre Anwesenheit in Kriegsheim bezeugt. Am 23. Juni und am 27. September 1677 besuchte William Penn, der später in der nach seinem Vater benannten amerikanischen Kolonie „Pennsylvania“ tätig war, die Kriegsheimer Glaubensgenossen. Da die Quäker sich aus ihrer religiösen Überzeugung heraus standhaft weigerten, Steuern und Abgaben zu zahlen und Militärdienst zu leisten, beschlossen sie auszuwandern.
Am 12. Oktober 1685 kamen die ersten Kriegsheimer Auswanderer mit dem Schiff Francis & Dorothy in British America an. Unter den Auswanderern war auch der Quäker Gerrit Hendricks, der zum Mitautor des Anti-Sklaverei-Petition von Quäkern in Germantown 1688 wurde. Mit „Krie(g)sheim“ gründeten die Auswanderer einen Ortsteil von Germantown im heutigen Philadelphia. Spuren dieser Gründung sind bis heute vorhanden: Die Straßennamen „Cresheim Valley Drive“ und „Cresheim Road“ sowie der Restaurantname „Cresheim Cottage Cafe“ sind etymologisch auf „Kriegsheim“ zurückzuführen.
Die in Kriegsheim verbliebene Mennonitengemeinde besteht bis heute. Das Zentrum der Gemeinde befindet sich seit 1820 mit der mennonitischen Kirche in Monsheim.
Während der Zeit des Ersten Koalitionskrieges wurde der Ort von französischen Revolutionstruppen geplündert und gebrandschatzt. 1797 wurde mit großem Aufwand ein Freiheitsbaum gepflanzt, unter dem Ruf: „Es lebe die Republik!“ Von 1798 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Pfeddersheim zugeordnet. Aufgrund der vom Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem mit Österreich und Preußen geschlossenen Staatsvertrag kam die Region Rheinhessen 1816 zum Großherzogtum Hessen und wurde deren Provinz Rheinhessen.
Nordwestlich des Dorfes wird seit 1906 Quarzsand abgebaut.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kriegsheim innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz und gehörte weiterhin zum Landkreis Worms im Regierungsbezirk Rheinhessen.
Am 7. Juni 1969 wurde die Gemeinde Kriegsheim (seinerzeit 579 Einwohner) aufgelöst und der Gemeinde Monsheim (1.603 Einwohner) zugeschlagen.
1986 wurde das 1890 errichtete und nun überflüssige Rathaus abgerissen. In der Folgezeit erhielt Kriegsheim eine Kanalisation, Anfang der 1990er Jahre wurde es an die Gasversorgung angeschlossen und erhielt Verkabelung. Die Ton- und Sandwerke schlossen.
| Blasonierung: „In Silber vier schwarze Balken in Zwillingsanordnung, im rechten Obereck eine schwarze Krähe.“ | |

Trotz der Eingemeindung zu Monsheim führt der Ortsteil Kriegsheim weiterhin ein weitgehend eigenständiges Ortsleben. Am Freitag vor dem dritten Sonntag im September beginnt die „Kriesemer Kerwe“ mit dem Höhepunkt des sonntäglichen Kerweumzugs und der Kerwered. Sie endet erst am darauffolgenden Dienstag mit der Verbrennung der „Kerb“, einer leeren Flasche Wein. Während dieser Tage sind auffällig viele Häuser mit der eigenen Kriegsheimer Fahne verziert, die sich im Eigentum der jeweiligen Hausbesitzer befinden.
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