

Der Wohnturm Kriegsheim ist ein mittelalterliches Bauwerk und war das Wohngebäude der Burg der Herren von Kriegsheim in dem gleichnamigen Dorf Kriegsheim.
Kriegsheim ist heute ein Ortsteil von Monsheim in Rheinland-Pfalz. Der Wohnturm Kriegsheim steht in der Tränkgasse 1, unmittelbar an der Straße. Das Umfeld ist heute dicht bebaut.
Die älteste erhaltene Erwähnung der Ritter von Kriegsheim stammt von 1277, die letzte von 1435. Die älteste Erwähnung des Turms findet sich in einer Urkunde von 1335, die das Ende einer Fehde zwischen der Stadt Worms und den Herren von Kriegsheim bezeugt. Darin wird erwähnt, dass der Wohnturm bei der Fehde erheblich beschädigt wurde. Im 16. Jahrhundert gehörte der Wohnturm je zur Hälfte den Grafen von Leiningen-Dagsburg-Hardenburg und den Herren von Rodenstein. Dann fehlen über Jahrhunderte gesicherte Zeugnisse zu dem Wohnturm.
1860 wurde das Gebäude auf den damals üblichen Wohnstandard modernisiert. Aus dieser Zeit stammen die viereckigen, relativ großen Fenster, die damals in die Wände gebrochen wurden. Auch das hoch aufragende Dach in seiner heutigen Form entstand damals, wozu der Turm um etwa einen Meter erhöht wurde. Das Gebäude dient weiterhin als Wohnhaus.
Bis ins 19. Jahrhundert stand noch die Umfassungsmauer der kleinen Burganlage. Der Wohnturm war in diese Mauer eingefügt. Von dieser Mauer sind heute nur noch Reste erhalten.
Der Wohnturm wurde aus Kalkbruchsteinen errichtet, ist rechteckig, dreigeschossig, misst innen 4,10 × 5,80 m und wird von einem mit Flachziegeln gedeckten Walmdach abgeschlossen. Er steht auf einem Keller mit Tonnengewölbe. Es werden mehrere Bauphasen unterschieden: Die beiden unteren Stockwerke werden dem 14. Jahrhundert, das oberste dem 15. Jahrhundert zugeordnet. Das unterste Geschoss war ursprünglich mit einem Kreuzrippengewölbe geschlossen, das erst nach 1986 durch eine Flachdecke ersetzt worden sein soll. An der Westseite des obersten Geschosses ist noch eine Schlüsselscharte erhalten, eine zweite wurde zu einem Fenster umgewandelt.
Der Turm ist Kulturdenkmal aufgrund des rheinland-pfälzischen Denkmalschutzgesetzes.
Koordinaten: 49° 38′ 17,3″ N, 8° 13′ 14,9″ O