| Kronentangare | ||||||||||||
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Kronentangare ♂ | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Tachyphonus coronatus | ||||||||||||
| (Vieillot, 1822) |
Die Kronentangare (Tachyphonus coronatus, Syn.: Agelaius coronatus, Tachyphonus vigorsi) ist eine Vogelart aus der Familie der Tangaren (Thraupidae), die im südöstlichen Brasilien, östlichen Paraguay und nordöstlichen Argentinien verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art gilt als monotypisch.

Die Kronentangare erreicht eine Körperlänge von ca. 16,0 cm bei einem Gewicht von ca. 26,0 bis 33,0 g. Das Männchen ist größtenteils glänzend blauschwarz und weist in der Mitte des hinteren Oberkopfs einen meist verborgenen schmalen roten Fleck auf. Die Unterflügeldecken sind weiß und im Flug meist auffällig. Zudem kann sich ein kleiner weißer Fleck auf den Schulterfedern befinden, der meist verborgen bleibt. Die Iris ist dunkel braun, der Schnabel schwarz, wobei der Unterschnabel blaugrau ist und sich das Schwarz an der Spitze oft über die vordere Hälfte erstreckt und die Beine sind dunkel grau. Das Weibchen hat einen gräulichen Kopf. Die Oberseite ist ansonsten größtenteils rotbraun, wobei Bürzel und Schwanz einen stärker rötlichen Ton aufweisen. Die Unterseite ist matt gelblich beige, die Kehle heller und auf der Brust zeigen sich schwach angedeutete dunkle Striche. Das subadulte Männchen hat ein Gefieder, das aus einer Mischung aus Braun und Schwarz besteht.
Der Gesang der Kronentangare variiert individuell und besteht typischerweise aus reichhaltigen, melodischen Phrasen, wie etwa wit-it tschou, tschou-tschou, einem gepfiffenen wildit, dit oder wildit deo, whilt tscheo, tschit tschur wi-o, wit dittle tschit... und Ähnlichem. In Brasilien wird der Gesang als eine monotone, stakkatoartige und gemächliche Abfolge von Phrasen beschrieben, die jeweils aus 3 bis 4 Silben bestehen beispielsweise wie tschep-tschep-tscho, tsewli-tsuk, tsewli-tsuk. Zu den Rufen beider Geschlechter gehören zudem nachdrückliche tschet- und twick-Laute.
In Brasilien wurde im Zeitraum von Oktober bis Januar in Rio de Janeiro und São Paulo Brutaktivität der Kronentangare festgestellt. Das napfförmige Nest wird aus Gras gebaut, ist mit feinen Wurzeln ausgekleidet und befindet sich in einer Höhe von weniger als 2 Meter in dichtem Gebüsch, Kaffeesträuchern oder anderer dichter Vegetation, bisweilen auch in der Nähe eines Bachlaufs. Ein Gelege umfasst 2 bis 3 rosa bis weiß gefärbten Eiern mit rötlichen und bräunlichen Flecken oder Schlieren versehen, die sich gehäuft am stumpfen Pol finden. Die Eier weisen gelegentlich schwarze, krakelige Linien auf. In Gefangenschaft beträgt die Brutdauer 13 Tage.
Die Kronentangare ernährt sich unter anderem aus Gliederfüßern sowie einer Vielzahl von Früchten und Samen. Zu den verzehrten Früchten zählen solche von Schwarzmundgewächse, darunter Pflanzen der Gattung Leandra, Cecropia-Arten, Palmen, Bananen, Orangen sowie Bromeliengewächsen aus den Gattungen Neoregelia und Nidularium. Bei der Untersuchung von 22 Mageninhalten enthielt einer ausschließlich pflanzliches Material, acht ausschließlich tierisches Material und 13 eine Mischung aus beidem. Gefunden wurden darin unter anderem Heuschrecken, Käfer, darunter Rüsselkäfer und Blattkäfer, Ameisen und andere Hautflügler sowie Früchte und Samen, etwa von Feigen. Die Vögel sind meist einzeln oder paarweise unterwegs. Saisonal sind sie auch in kleinen Familiengruppen zu beobachten, seltener in größeren Verbänden. In der Regel schließen sie sich nicht gemischten Vogelschwärmen an. Bei der Nahrungssuche ist sie in den mittleren oder höheren Straten in lichten Wäldern unterwegs, an Waldrändern eher in geringerer Höhe. Ihr Verhalten wirkt unruhig. Die Flügel werden oft ständig kurz bewegt, und bei Erregung stellt sie den roten Kamm auf. Sie sucht im Laub nach Gliederfüßern als Beute.

Die Kronentangare bevorzugt vorwiegend halboffene, leicht bewaldete oder strauchreiche Gebiete. Hierzu zählen lichte Wälder, buschige Waldränder, ungenutztes Offenland, Obstgärten, Plantagen, Parks, Gärten sowie besiedelte Bereiche mit Gehölzbeständen und dichter Vegetation. In reinen Lichtungen oder völlig offenen Flächen ist sie hingegen meist nicht vertreten. Sie bewegt sich in Höhenlagen vom Tiefland bis in eine Höhe von ca. 1300 Meter.
Die Kronentangare ist zumindest im Bundesstaat Rio de Janeiro ein Teilzieher.
Die Erstbeschreibung der Kronentangare erfolgte 1822 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen A[gelaius] Coronatus. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraguay an, basierend auf Tordo de basque coronado y negro von Félix de Azara. Bereits 1816 hatte Vieillot die Gattung Tachyphonus für die Schwarztangare (Tachyphonus rufus (Boddaert, 1783)) eingeführt. Das Wort ist griechischen Ursprungs und leitet sich aus den Worten „takhys ταχυς“ für „schnell“ und „phōneō φωνεω“ für „sprechen“ ab. Das Artepitheton coronatus leitet sich vom lateinischen lateinisch coronatus, coronare, corona ‚gekrönt, krönen, Krone‘ ab. 1825 beschrieb William Swainson das Synonym Tachyphonus vigorsi. Den Namen widmete er Nicholas Aylward Vigors. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay vier weibliche und einen männlichen Balg, gesammelt von Adolf Neunteufel (1909–1979) in Cambyretá, zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er durch Alfredo Borelli (1858–1943) in Tebicuari gesammelte Exemplare, die durch Tommaso Salvadori beschrieben wurden, in Sapucai durch Charles Chubb, im Departamento Alto Paraná sowie in Monte Sociedad durch Arnaldo de Winkelried Bertoni als Nachweise für das Land.