| Orion | |
|---|---|
| Typ | Gruppe verschiedener Flugdrohnen derselben Familie |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Kronstadt Gruppe |
| Erstflug | 2016 |
| Stückzahl | 48+ (Stand: 2022) |
Kronstadt Orion ist eine Familie unbemannter militärischer Luftfahrzeuge (UAV) aus russischer Produktion. In der Familie zusammengefasst sind sowohl unbewaffnete Aufklärungsdrohnen (URAV) als auch sogenannte Kampfdrohnen bzw. bewaffnete Flugdrohnen (UCAV). Die Orion-Drohnenfamilie wird von dem russischen Unternehmen Kronstadt Gruppe entwickelt und produziert.
Kronstadt begann die Entwicklung der Orion im Jahr 2011 im Rahmen des vom russischen Verteidigungsministerium finanzierten Programms Inokhodets (übersetzt: Passgänger). Zwischen 2013 und 2015 stellte das Unternehmen den ersten Entwurf der Orion vor. Im Mai 2016 berichtete RIA Novosti, dass erste Testflüge begonnen hätten.
Bei dem großangelegten russisch-belarussischen Manöver Sapad 2021 im September 2021 kamen Orion-Drohnen zum Einsatz.
Im Jahr 2021 wurde berichtet, dass das russische Verteidigungsministerium und das Unternehmen Kronstadt einen Vertrag über die Beschaffung von fünf Kampfgruppen einer modernisierten Version der Orion – der Inokhodets-RU (auch bekannt als Sirius) – unterzeichnet haben. Jede Gruppe soll aus mehreren Drohnen bestehen; die Auslieferung war für 2023 geplant.
Orion-Kampfdrohnen wurden ab Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine im Jahr 2022 gegen motorisierte Einheiten der ukrainischen Streitkräfte eingesetzt. Im April 2022 wurde erstmals eine Orion-Drohne als Verlust gemeldet. Bis Ende 2025 waren nach der auf Open-Source-Informationen arbeitenden Website Oryx neun Orion-Drohnen im Kampfeinsatz zerstört worden.
Der russische Journalist Alexander Rogatkin äußerte sich im April 2024 zu dem vergleichsweise geringen Einsatz von Orion-Drohnen durch das russische Militär. Er erklärte, die Orion-Drohnen seien von anderen russischen Drohnen wie der „Lancet- und einfachen FPV-Drohnen in den Schatten gestellt“ worden; letztere hätten derart große Mengen an feindlichem Gerät vernichtet, dass die wenigen von der Orion in Mariupol zerstörten Panzer und Lastwagen kaum ins Gewicht gefallen seien. Zudem merkte er an, dieser Krieg sei „nichts für UAVs mittlerer Flughöhe“ und angesichts einer gestaffelten Luftverteidigung seien sie als Kampfdrohnen nutzlos.
Während des ukrainischen Vorstoßes in die Region Kursk im September 2024 ermöglichte die geringe Dichte an Flugabwehrsystemen im Einsatzgebiet den russischen Streitkräften den Einsatz von Orion-Drohnen für Angriffs- und Aufklärungsmissionen gegen ukrainische Verbände. Nach Angaben des russischen OSINT-Projekts LostArmour wurden bis zum Mitte-Ende Oktober 2024 mindestens 26 Fälle registriert, in denen Orion-Drohnen ukrainische Stellungen oder gepanzerte Fahrzeuge in den Oblasten Kursk und Sumy angegriffen hatten. Im Oktober 2024 veröffentlichten ukrainische Streitkräfte ein Video, das den Abschuss einer Orion-Drohne zeigte – Berichten zufolge durch ein Flugabwehrsystem des Typs Strela-10.
Russischen Quellen zufolge wurde bis Ende Dezember 2024 der erste Vertrag über den Export des Aufklärungs- und Kampfsystems Orion-E mit einem asiatischen Land unterzeichnet.

Originalversion. Sie kann vier Lenkbomben oder vier Lenkflugkörper mitführen und verfügt über eine maximale Nutzlast von 200 kg. Zu den einsetzbaren Lenkflugkörpern gehören die Panzerabwehrlenkwaffe 9K121 Wichr und die S8000 Banderol.

Exportversion der Orion.
Die Helios-RLD ist eine größere Version der ersten Orion mit erhöhter Nutzlastkapazität. Die Helios ist als HALE-UAV klassifiziert. Sie wiegt 5 Tonnen und hat eine Spannweite von 30 Metern. Sie ist für autonome Einsätze von bis zu 30 Stunden in Höhen von über 10 Kilometern ausgelegt.

Die auch als Sirius bzw. Kronstadt Sirius bezeichnete Inokhodets-RU ist eine weiterentwickelte Variante der Orion mit größerer und abgewandelter Konstruktion; der wesentliche Unterschied liegt in der Ausrüstung mit zwei Triebwerken. Bei der Sirius handelt es sich um eine bewaffnete MALE-Drohne mit einer Spannweite von 30 m, einer Länge von 9 m und einer Höhe von 3,3 m; sie verfügt über eine maximale Waffenlast von 450 kg, erreicht eine Fluggeschwindigkeit von 295 km/h, eine maximale Einsatzhöhe von 12 Kilometern sowie eine Flugdauer von 40 Stunden.