Die Krulldimension eines topologischen Raums ist ein nach Wolfgang Krull benannter topologischer Dimensionsbegriff. Dieser wird durch algebraische Untersuchungen von Ringen in der algebraischen Geometrie motiviert und steht in enger Beziehung zur Dimension eines Ringes.
Sei ein topologischer Raum. Die Krulldimension (oder auch kombinatorische Dimension) ist das Supremum aller Längen von Ketten
von nichtleeren, abgeschlossenen, irreduziblen Teilmengen. Diese wird mit bezeichnet.
Ist ein kommutativer Ring mit Einselement, so betrachtet man auf dem Spektrum üblicherweise die Zariski-Topologie. Ordnet man einem Primideal die Menge aller es umfassenden Primideale zu, so erhält man eine bijektive Beziehung zwischen und der Menge aller nichtleeren abgeschlossenen irreduziblen Teilmengen von . Daher ist die in der kommutativen Algebra betrachtete Dimension eines Ringes, die über die maximale Länge von Primidealketten definiert wird, nichts anderes als die oben definierte Krulldimension seines Spektrums.
Die Krulldimension eines noetherschen Rings hat die folgenden Eigenschaften:
Da alle Hausdorffräume die Krulldimension 0 haben, stimmt diese nicht mit der Lebesgue’schen Überdeckungsdimension oder den induktiven Dimensionen überein. Dass die Dimension des im obigen Beispiel mit der Lebesgue’schen Überdeckungsdimension übereinstimmt ist nur richtig, weil man im ersten Fall die Zariski-Topologie und im zweiten Fall die echt feinere euklidischen Topologie betrachtet.
Ist ein noetherscher Raum mit Krulldimension , so ist auch die kohomologische Dimension .
Ist eine abgeschlossene, irreduzible Teilmenge, so nennt man die maximale Länge aller Ketten
von nichtleeren, abgeschlossenen, irreduziblen Teilmengen die Kodimension von und bezeichnet sie mit . Für eine beliebige abgeschlossene Teilmenge definiert man
als das Infimum der , wobei die irreduziblen Komponenten von durchläuft.