Kurt Leopold

Kurt Leopold (im Vordergrund links) mit Erich Freund (1955)

Kurt Leopold (* 6. Februar 1900 in Westpreußen; † 19. April 1973 in West-Berlin) war ein deutscher Volkswirt.

Werdegang

Leopold wuchs in Berlin auf. Er promovierte an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Daraufhin wurde er Mitarbeiter der Berliner Handelskammer. Später leitete er die Außenhandelsstelle Berlin-Brandenburg und Pommern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er von der Wirtschaftsverwaltung der Bizone in Minden nach Berlin entsandt. Er wurde zunächst stellvertretender Leiter der Treuhandstelle für den Interzonenhandel mit der DDR. 1953 wurde er als Nachfolger von Gottfried Kaumann Leiter der Treuhandstelle. Er war als solcher Angestellter des Bundeswirtschaftsministeriums. Seine Pendants auf Seiten der DDR waren Erich Freund und Heinz Karl Behrendt. Zu seinen Aufgaben gehörten Kontakte zur Bundesregierung, mit Unternehmen und die wöchentlichen Verhandlungen mit dem Ministerium für Außenhandel der DDR. In seine Amtszeit fielen die später wieder gestoppte Kündigung des Interzonenhandelsabkommens durch die Bundesrepublik als Reaktion auf Einreisebeschränkungen durch die DDR im September 1960 und das Passierscheinabkommen im Dezember 1963. Nach Kompetenzstreitigkeiten mit dem Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Erich Mende (FDP), trat Leopold im Oktober 1964 zurück und in den Ruhestand. Ihm folgte Alfred Pollak nach.

Auch im Ruhestand beteiligte sich Leopold weiter an der Debatte über den Handel mit der DDR. So forderte er 1965 in einem Gastbeitrag in der Zeitschrift Quick den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zur DDR, um den Lebensstandard „unserer Landsleute hinter dem Eisernen Vorhang“ zu erhöhen und das dortige „Deutsch-Bewußtsein“ zu erhalten. Dies führte zu einer Kontroverse mit dem CSU-Bundestagsabgeordneten Karl Theodor zu Guttenberg, der in Leopolds Vorschlägen die Gefahr einer Stärkung der Feinde der Bundesrepublik konstatierte.

Leopold war verheiratet. 1965 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. Er verstarb nach schwerer Krankheit im April 1973 im Alter von 73 Jahren.

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Lösegeld an Ulbricht? In: zeit.de. 4. Januar 1963, abgerufen am 5. August 2026.
  2. ↑ Leopold-Rücktritt. In: Spiegel Online. 11. August 1964, abgerufen am 5. August 2026.
  3. ↑ Kurt Leopold. In: Spiegel Online. 15. September 1964, abgerufen am 5. August 2026.
  4. ↑ Namen der Woche. In: zeit.de. 6. November 1964, abgerufen am 5. August 2026.
  5. ↑ Konstantin Pritzel: Der Interzonenhandel -Entwicklung, wirtschaftliche Bedeutung, politische Aspekte | APuZ 48/1967. In: bpb.de. 15. November 2023, abgerufen am 5. August 2026.
  6. ↑ Kurt Leopold im Munzinger-Archiv, abgerufen am 6. August 2026 (Artikelanfang frei abrufbar)
Personendaten
NAME Leopold, Kurt
KURZBESCHREIBUNG deutscher Volkswirt
GEBURTSDATUM 6. Februar 1900
GEBURTSORT Westpreußen
STERBEDATUM 19. April 1973
STERBEORT West-Berlin