Kurt Munzel (* 21. März 1905 in Wilhelmshaven; † 1986) war ein deutscher Diplomat. Er war Botschafter in der Demokratischen Republik Kongo und im Libanon.
Munzel absolvierte nach dem Abitur eine kaufmännische Lehre. Er war von 1929 bis 1939 bei der Dresdner Bank in Alexandria und Kairo tätig, zuletzt als Handelsbevollmächtigter. Zum 1. April 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.494.847). 1939 trat er in den Auswärtigen Dienst ein. Dort war er zunächst stellvertretender Leiter, dann Leiter des Orientreferats der Rundfunkpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin. Zudem war er Angehöriger des „Stabes des Bevollmächtigten des Auswärtigen Amts für die arabischen Länder“, Fritz Grobba.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs studierte Munzel Arabistik und Semitistik und promovierte 1948 an der Universität Erlangen zum Dr. phil. Von 1947 bis 1949 arbeitete er als Lektor für Arabisch und Türkisch an der Universität Erlangen. Anschließend war er bis 1951 als Assistent an der Universität zu Köln tätig.
1951 trat Munzel wieder in den Auswärtigen Dienst ein. Er war zunächst bis 1953 im Orientreferat in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Bonn tätig. Daraufhin wurde er von 1953 bis 1955 an den Botschaften in Bagdad und Amman und von 1955 bis 1961 an der Botschaft in Kairo verwendet. Anschließend war er von 1961 bis 1964 Botschafter in der Demokratischen Republik Kongo und Leiter der Botschaft in Léopoldville. Von 1964 bis 1965 war er Botschafter im Libanon und Leiter der Botschaft in Beirut. Im Frühjahr 1965 kehrte er nach Deutschland zurück, da die diplomatischen Beziehungen Deutschlands mit den meisten arabischen Staaten, darunter der Libanon, infolge der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel abgebrochen worden waren. Munzel wurde vom Auswärtigen Amt zum Amt für Auslandsfragen, eine damals übliche Tarnbezeichnung für den Bundesnachrichtendienst, abgeordnet. Dort war er bis 1968 tätig.
Munzel wurde 1970 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Er war Mitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. Bei seinen Aufenthalten im Nahen Osten sammelte er neben Münzen und Teppichen auch Schriften verschiedenster Art. Nach seinem Tod ging sein Büchernachlass geschlossen an die Bayerische Akademie der Wissenschaften. Die ca. 450 Objekte umfassen neben Büchern und Briefen auch Raritäten wie die 2015 der Bayerischen Staatsbibliothek übergebenen zwei arabischen Buchdruckamulette, von denen es weltweit nur rund 100 erhaltene Exemplare gibt.
| Personendaten | |
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| NAME | Munzel, Kurt |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Diplomat |
| GEBURTSDATUM | 21. März 1905 |
| GEBURTSORT | Wilhelmshaven |
| STERBEDATUM | 1986 |