Kurzwort

Ein Kurzwort ist die kürzere Version eines Wortes, eines Wortgruppenlexems oder eines Syntagmas, die nicht nur geschrieben wird, sondern auch verkürzt gesprochen. Beispiele sind Lkw, UNO, EU oder Auto. Nicht zu den Kurzwörtern zählen Abkürzungen oder auch Schreibabkürzungen wie m für Meter, l für Liter. „Sie werden nur verkürzt geschrieben, aber in vollem Wortlaut gesprochen, sie besitzen keinen Wortstatus“ oder Siglen wie das kaufmännische Und-Zeichen oder das Paragrafzeichen.

Typen von Kurzwörtern

Kurzwörter lassen sich nach verschiedenen Kriterien unterscheiden:

Man kann sie auch in unisegmentale Kurzwörter (Kopfwörter, Endwörter, Rumpfwörter) und multisegmentale Kurzwörter (Akronyme, Silbenwörter, Mischwörter, Klammerwörter) zusammenfassen.

Die Fachliteratur unterscheidet diese Typen noch weiter (vgl. Kobler-Trill 1994). Eine dynamische, am Sprachgebrauch orientierte Prototypologie, die ein Kontinuumsverhältnis von prototypischen und unprototypischen Belegen für spezifische Wirklichkeitsausschnitte postuliert, schlägt Michel (2006, 2014) vor.

Funktion

Kurzwörter dienen dem menschlichen Streben nach Ökonomie, das heißt der Verminderung des Sprech- oder Schreibaufwandes. Sie haben aber auch noch weitere Funktionen: Sie dienen als Signal für soziale Dazugehörigkeit derer, die sich der Kurzwörter bedienen; sie erlauben zum Teil Wortbildungen (Ableitungen), die mit den längeren Gesamtwörtern nicht möglich sind wie etwa CDUler. Durch Wechsel zwischen den längeren Ausgangswörtern (Vollwörtern, Vollformen) und den Kurzwörtern ermöglichen sie Ausdrucksvariationen im Text. Bisweilen werden Kurzwörter auch als Euphemismen verwendet, so etwa SB für Selbstbefriedigung.

Literatur

Siehe auch

Wiktionary: Kurzwort – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Wolfgang Fleischer, Irmhild Barz: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. 4. Auflage. de Gruyter, Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-11-025663-5.
  2. ↑ Hilke Elsen: Grundzüge der Morphologie des Deutschen. 2. Auflage. de Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-035893-3.
  3. ↑ Pappenstiel in Duden online