| LKW Walter Internationale Transportorganisation AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 12. September 1924 |
| Sitz | Laxenburg (Firmensitz), Zentrale in Wiener Neudorf, |
| Leitung | Herbert Traxler (Vorsitz), Alois Höfler, Alexander Sobota |
| Mitarbeiterzahl | 1.674 |
| Umsatz | 2,82 Mrd. Euro |
| Branche | Transport, Logistik |
| Website | www.lkw-walter.com |
| Stand: 31. März 2025 | |

Die LKW Walter Internationale Transportorganisation AG (Eigenschreibweise LKW WALTER) ist ein österreichisches Transportunternehmen, das Lkw-Komplettladungen auf der Straße und im Kombinierten Verkehr organisiert. Das 1924 in Wien gegründete Unternehmen hat seinen Firmensitz in Laxenburg, seine Geschäftsanschrift in Wiener Neudorf und eine Niederlassung in Kufstein.Es gehört zur Walter Group. LKW Walter nutzt keine eigenen Zugmaschinen, sondern beauftragt externe Transportunternehmer für die Transportdurchführung; für den Kombinierten Verkehr setzt es eigene kranbare Sattelauflieger ein. Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte LKW Walter mit durchschnittlich 1.674 Angestellten einen Umsatz von 2,82 Milliarden Euro. Im Umsatzranking des Industriemagazins 2024 kam es auf Platz eins der österreichischen Logistikunternehmen.
Franz Walter ließ am 12. September 1924 das „Speditionsbüro F. Walter“ in das Wiener Handelsregister eintragen. Das Unternehmen übernahm Verzollungen für seine Kunden und spezialisierte sich früh auf Sammelladungstransporte. Bei Kriegsende 1945 waren die Lager geplündert oder ausgebrannt, sechs der sieben Lastwagen fehlten. Franz Walter übergab das Unternehmen 1948 seinem Sohn Alfred und starb am 14. März 1949.
Am 15. August 1949 übernahmen Walters Tochter Alice und der Diplomkaufmann Franz Krauter, ihr späterer Ehemann, das Unternehmen und wandelten es in die Offene Handelsgesellschaft „Spedition F. Walter O.H.G.“ um. Mangels Kapital für eigene Fahrzeuge wurden die Transporte mit gechartertem Frachtraum durchgeführt, zunächst in einem Sammelladungsverkehr zwischen Wien und Graz. 1953 bezog das Unternehmen Räume in der Wiener Börsegasse; 1956 führte es mit einem Lkw-Transport von Triest nach Wien seinen ersten Auslandstransport durch. Es folgten Verkehre nach Italien, in die Benelux-Staaten, nach Deutschland und Frankreich, ab 1964 nach Schweden und später nach England. 1968 gründete die Spedition in Kufstein eine Niederlassung für den Nord-Süd-Verkehr.

In den 1970er-Jahren baute das Unternehmen über Kooperationen mit osteuropäischen Staatsspeditionen wie der sowjetischen Sovtransavto das Osteuropageschäft auf. Über die bulgarische Staatsspedition Somat fuhren in den stärksten Jahren bis zu 300 Auflieger wöchentlich in den Nahen Osten. 1972 erfolgte der Spatenstich für ein Terminal in Wiener Neudorf, im Mai 1983 übersiedelte die Verwaltung von Wien dorthin. Ab 1977 wickelte Walter Ro-Ro-Transporte nach Nordafrika ab. 1979 entstand ein Geschäftsbereich für den Handel mit gebrauchten Seecontainern, der 1981 als eigene Gesellschaft (Containex) ausgegliedert wurde. Die 1983 und 1984 gegründeten Töchter „Walter Air Service“ und „Walter Sea Service“ wurden 1991 als „Air Cargo Partner“ bzw. „Sea Cargo Partner“ aus der Unternehmensgruppe herausgelöst; aus ihnen ging das Logistikunternehmen Cargo-Partner unter Krauters Sohn Stefan hervor.
1984 entschied sich das Unternehmen, Transporte verstärkt im Kombinierten Verkehr über Schiene und Seeweg abzuwickeln; zu den ersten Kunden dieses Angebots zählte IKEA. Im Juni 1988 kündigte Krauter mit Blick auf die für 1992 geplante Liberalisierung des europäischen Verkehrsmarkts den Rückzug aus dem Sammelgutverkehr an; die verbliebenen Partner-Sammelverkehre nach Westeuropa wurden im ersten Quartal 1990 eingestellt. Seitdem konzentriert sich das Unternehmen auf Komplettladungen für Direktkunden, die möglichst im Rundlauf („Rundkurs“) mit gecharterten Fahrzeugen abgewickelt werden. 1989 wurde LKW Walter in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gewann Walter zahlreiche neue Transportpartner, vor allem aus Ostdeutschland. Als der Zweite Golfkrieg 1990 das Nahostgeschäft zum Stillstand brachte, erschloss das Unternehmen den russischen Markt. Am 14. November 1995 erfolgte die Umfirmierung zur heutigen Aktiengesellschaft mit internationalem Namenszusatz. Im selben Jahr übertrugen Alice und Franz Krauter ihre Beteiligungen an der Unternehmensgruppe auf die am 7. Februar 1995 gegründete AKF-Privatstiftung. Die Gruppe bestand damals im Wesentlichen aus der Holding DELTA Beteiligungs-AG mit den Tochtergesellschaften LKW Walter, Containex, Walter Leasing und Walter Business-Park.
Franz Krauter zog sich am 1. April 2002 aus dem Vorstand zurück und übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat; er starb am 26. Jänner 2009. Im Wirtschaftsjahr 2005/06 erreichte LKW Walter einen vorläufigen Umsatz von 903 Millionen Euro bei durchschnittlich 1.107 Mitarbeitern.
2011 organisierte LKW Walter erstmals mehr als eine Million Transporte im Jahr. Im März 2012 nahm das Unternehmen die Verkehre nach Marokko und Tunesien wieder auf. Im Geschäftsjahr 2017/18 überschritt der Umsatz zwei Milliarden Euro; es wurden fast 1,5 Millionen Transporte abgewickelt. Die Zahl der Transporte im Kombinierten Verkehr stieg von knapp über 100.000 im Jahr 2008 auf knapp unter 400.000 im Jahr 2018 und lag 2025 nach Unternehmensangaben bei fast 600.000.
2024 führte das Unternehmen gemeinsam mit dem Trailerhersteller Krone einen digitalen Frachtbrief (eCMR) ein und verkaufte die selbst entwickelte Transportüberwachungssoftware „Veroo“ an das französische Unternehmen Wakeo.
LKW Walter organisiert Komplettladungen (Full Truck Loads) innerhalb Europas, in EU-Staaten auch im Inlandsverkehr, sowie in den Kaukasus, nach Zentralasien, in den Nahen Osten und nach Nordafrika. Die Transporte werden auf der Straße sowie im Kombinierten Verkehr mit Bahn und Short Sea Shipping abgewickelt. Im Geschäftsjahr bis März 2024 entfielen nach Unternehmensangaben 600.000 von 1,8 Millionen Komplettladungen auf den Kombinierten Verkehr. Schwerpunkte sind Güter der Konsumgüter-, Holz-, Papier-, Chemie-, Metall-, Automobil- und Elektronikindustrie.
Die Transportdurchführung übernehmen externe Transportunternehmer. 2022 umfasste dieses Netzwerk nach Unternehmensangaben rund 11.000 Partner mit etwa 32.000 Zugmaschinen; rund 90 Prozent der Transporte wurden im Rundlauf organisiert. Für Kunden und Transportpartner betreibt LKW Walter digitale Plattformen, darunter das Kundenportal „Connect“ und die die App „Loads Today“ für Fahrinnnen und Fahrer.

LKW Walter unterhält ausschließlich Standorte in Österreich, und zwar in den Bundesländern Niederösterreich und Tirol. Von dort aus werden Kunden und Transportpartner in ganz Europa betreut.
LKW Walter besitzt keine Zugmaschinen. Im Kombinierten Verkehr setzt das Unternehmen einen standardisierten, kranbaren Sattelauflieger mit 13,60 Metern Länge, bis zu 29 Tonnen Zuladung und Platz für 34 Europaletten ein. 2019 umfasste diese Flotte mehr als 10.000 Auflieger, davon zwei Drittel Planenauflieger, knapp ein Drittel Megatrailer sowie rund 600 Coiltrailer. 2021 wurde der Bestand mit 12.000 Einheiten angegeben, bei jährlich rund 1.200 Neuanschaffungen; 2022 umfasste er rund 15.000 Auflieger. Die Auflieger stammen vom Hersteller Krone, der im Juni 2024 nach 40 Jahren Zusammenarbeit die 40.000. Einheit an LKW Walter übergab.
LKW Walter ist Teil der Walter Group. Den Konzernabschluss für den kleinsten Konsolidierungskreis stellt die WALTER GROUP Holding AG mit Sitz in Laxenburg auf, jenen für den größten Kreis die AKF-Privatstiftung. Das Grundkapital von LKW Walter beträgt 15 Millionen Euro.
| Geschäftsjahr | Umsatz (Mio. Euro) | Mitarbeiter | Bilanzsumme (Mio. Euro) |
|---|---|---|---|
| 2021/22 | 2.495 | 1.605 | 566 |
| 2022/23 | 2.789 | 1.650 | 657 |
| 2023/24 | 2.781 | 1.662 | 675 |
| 2024/25 | 2.817 | 1.674 | 627 |
Seit 1986 ist LKW Walter berechtigt, das österreichische Staatswappen im Geschäftsverkehr zu führen. 2015 erhielt das Unternehmen den Renault Innovation Award für eine Short-Sea-Verbindung zwischen Großbritannien und Spanien. Für sein Kombiverkehrsnetzwerk wurde LKW Walter mit dem Nachhaltigkeitspreis Logistik 2019 der Bundesvereinigung Logistik Österreich und Deutschland ausgezeichnet. Das gemeinsam mit dem EDI-Dienstleister EDITEL und weiteren Partnern entwickelte Projekt „Blockchain Initiative Logistik“ zum digitalen Frachtbrief wurde 2019 als Blockchain-Projekt des Jahres geehrt.