
La Calotte war eine französische antiklerikale illustrierte Wochenzeitung, die von 1906 bis 1912 erschien.
Eine Calotte bezeichnet den Pileolus, also das Rundkäppchen geistlicher Würdenträger. Das Wort ist im französischen Sprachgebrauch auch in Redewendungen zu finden; so war „À bas la calotte“ (Herunter mit der Kalotte) ein klassischer Kampfruf von Freidenkern.
Die Wochenzeitung wurde in Paris von dem Verleger Louis Grenêche vor dem Hintergrund des Gesetzes zur Trennung von Kirche und Staat (1905) gegründet, als es zu Unruhen aufgrund der Inventarisierung kirchlichen Eigentums kam. Eine mächtige antiklerikale Welle erschütterte damals Frankreich.
La Calotte erschien wöchentlich auf 16 Seiten, von denen die Hälfte mit antiklerikalen Karikaturen illustriert war und der Rest aus Texten, Liedern und Witzen bestand, die den Klerikalismus anprangerten.
In ihrer ersten Ausgabe vom 14. September 1906 erklärte die Redaktion:
„Sie können sich vorstellen, liebe Leser, wie kämpferisch La Calotte auftritt. Wir haben nur eine Waffe: das Lachen, die einzige Waffe, die die Soldaten des Tartuffe fürchten. Das bedeutet, dass es uns nicht an Feinden mangeln wird, die versuchen werden, uns mit allen Mitteln zum Schweigen zu bringen. Wenn Sie unsere Meinung teilen, liebe Leser, drängen Sie die Kioske und Zeitungsverkäufer, die unsere einzigen Vertriebspartner sind, dazu, uns an prominenter Stelle auszustellen. Damit unterstützen Sie unsere Sache.“

Eine gleichnamige satirische Wochenzeitung erschien zwischen 1897 und 1906 in Marseille, mit einer Unterbrechung zwischen 1903 und 1905.
Der libertäre Aktivist und Freidenker André Lorulot übernahm diesen Titel in den 1930er Jahren. Während des Krieges von 1939 bis 1945 änderte La Calotte ihren Titel in La Vague, weiterhin unter der Leitung von Lorulot, der die Verbindungen zwischen der katholischen Kirche und dem Faschismus anprangerte. Nach dem Krieg wurde La Calotte zum Sprachrohr des Freidenkertums. Ab November 1945 erschien sie monatlich. Nach dem Tod von Lorulot übernahm H. Perrodo-Le Moyne die Leitung (Mai 1963). Die Zeitschrift ist nach wie vor im Abonnement erhältlich.