Laborjargon

Als Laborjargon [laˈborʒarˌgɔ̃] wird eine nicht standardisierte Sprachvarietät oder ein nicht standardisierter Wortschatz bezeichnet, der im Labor, dem Arbeitsplatz im Bereich der Naturwissenschaften, von Mitarbeitern informell verwendet wird.

Hierbei werden oft Abkürzungen oder vereinfachende Ausdrücke benutzt, die wissenschaftlich teilweise nicht korrekt oder unvollständig sind. Charakteristisch ist oft die Verwendung rein deutscher Begriffe, selbst wenn hierfür etwa aus dem Lateinischen oder Griechischen entlehnte Fachwörter existieren. Der im Laborjargon Sprechende geht davon aus, dass der Angesprochene ihn dennoch versteht, insbesondere aufgrund der Vermeidung solcher eigentlich zu gebrauchender Fremdwörter. In wenigen Fällen, bei denen in der Fachsprache eigentlich deutsche Begrifflichkeiten etabliert sind, wird hingegen stilistisch ein lateinischer Begriff entlehnt, selbst wenn dieser in der Fachsprache als verpönt oder ungebräuchlich gilt. In den übrigen Fällen werden deutsche Fachwörter durch eher umgangssprachliche bis vulgäre deutsche Begriffe getauscht. Der Laborjargon dient neben der empfundenen Vereinfachung der alltäglichen Verständung im Arbeitsumfeld nicht zuletzt auch einer Identitätsbildung unter Wissenschaftlern entsprechender Fachrichtungen (vgl. Tribalismus), sowie zeitweilig genuinen Amüsements.

Scheidetrichter zum „Ausschütteln“:
1. Obere Phase
2. Untere Phase

Beispiele (aus der Chemie)

Beispiele (aus der Biologie)

Auch in biologischen Laboren existieren informelle Bezeichnungen für verschiedene Laborgeräte und -techniken.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Marco Röben: NMR-spektroskopische Untersuchungen des an Cph1-, Agp1-gebundenen und des freien Chromophors zur Aufkl‰rung des Phytochrom Photozyklus. Freien Universität Berlin Dissertation, Berlin 2011, S. 175.
  2. ↑ Recycling. Abgerufen am 24. Januar 2025.
  3. ↑ Sicheres Verhalten im organisch-chemischen Labor. Abgerufen am 24. Januar 2025.
  4. ↑ Rotationsverdampfer reinigen. Abgerufen am 24. Januar 2025.