Der Lappan ist eines der Wahrzeichen der Stadt Oldenburg und befindet sich in dessen Innenstadt. Der 35 Meter hohe Turm wurde 1467/68 an der ehemaligen Kapelle „Zum heiligen Geist“ angebaut (plattdeutsch „angelappt“). Als eines der wenigen Gebäude überstand er den großen Stadtbrand von 1676.
Der Lappan befindet sich am nordöstlichen Ende der Langen Straße in der Fußgängerzone der Oldenburger Innenstadt. Südlich des historischen Gebäudes liegt der Platz „Leffers Eck“, an dem die Achternstraße in die Lange Straße mündet. Westlich schließt die Wallstraße und in Richtung Osten die nach dem Gebäude benannte Straße Lappan an. Letztere führt zum Platz der Bushaltestelle Lappan, die über der Haaren errichtet wurde.
Nördlich des Lappans verläuft der Heiligengeistwall, der Teil des Oldenburger Stadtrings ist. Aufgrund seiner Lage markiert der Lappan einen Übergang zwischen der historischen Innenstadt und den nordöstlich anschließenden Bereichen der Stadt. Die Bushaltestelle Lappan gehört somit zu den zentralen Haltestellen des Oldenburger Nahverkehrs.
In unmittelbarer Umgebung befinden sich unter anderem das Stadtmuseum als auch das Horst-Janssen-Museum.
Nachdem im Jahr 1350 die Pest in Oldenburg wütete, entstand an der Stelle des heutigen Lappans das „Heilig-Geist-Armen- und Siechenhaus“. Sechs Jahre später erhielt 1356 das Armenhaus eine hölzerne Heilig-Geist-Kapelle. Diese Kapelle blieb über 100 Jahre ohne Glockenturm. Erst in den Jahren 1467/1468 wurde an der Kapelle ein Turm aus Stein angebaut. Da die Lambertikirche zu jener Zeit nur als niedriges Glockenhaus bestand, war der Lappan der erste Kirchturm der Stadt Oldenburg.
Zunächst wurde im Volksmund nicht der Turm, sondern lediglich das Armenhaus als Lappan bezeichnet, da es an die Kapelle „angeflickt“ (plattdeutsch „angelappt“) schien.
Im Mittelalter war der Gebäudekomplex Teil der alten Stadtmauer. So befand sich bis 1845 mit dem Heiligengeisttor eines der fünf Stadttore am Lappan, was noch heute am Straßenverlauf sichtbar ist. Im Zuge der Reformation wurden Glockenturm und Kapelle säkularisiert und die Gebäude wurden zur Lagerung der Folterwerkzeuge des Stadtgerichts genutzt. Später diente der Lappan als bewohnbarer Wachtturm, das Kapellengebäude wurde zur Soldatenunterkunft. Die Menschen, die im Lappan wohnten, waren verpflichtet, die Turmuhr in Gang zu halten sowie die Glocke dreimal täglich und zu den Gottesdienstzeiten der Stadtkirchen zu läuten.
Im Jahr 1581 wurde vor den Stadttoren bei St. Gertrud ein neues Siechenhaus gestiftet, so dass auch das Heilig-Geist-Spital aufgegeben wurde. Infolgedessen entstand eine Gastwirtschaft im Gebäude.
Der Lappan ist eines der wenigen Gebäude, das den Stadtbrand von 1676 überstand, wenn auch er schwer beschädigt wurde. Die bis dahin gotische Turmhaube wurde beim Wiederaufbau 1709 durch eine „welsche“ Haube im Stil der Renaissance ersetzt. Der geplante Abbruch des Turmes 1891 konnte durch bürgerschaftliches Engagement verhindert werden.
Von 1884 bis 1888 verkehrte in der Langen Straße vor dem Lappan eine Pferdebahn mit Schienen, welche sich allerdings nicht rentierte und daraufhin an die Stadt Schleswig verkauft wurde.
Im Jahr 1909 wurde der Turm umfassend restauriert und erhielt sein heutiges Aussehen. Die umliegenden alten Gebäude wurden abgerissen und durch ein Wohn- und Geschäftshaus mit Schaufenstern ersetzt. Dieses wurde lange von der ursprünglich 1867 gegründeten großherzoglichen Hofkunsthandlung Carl G. Oncken genutzt.
Das Kupferdach wurde 1989 erneuert, außerdem wurden im selben Jahr die alten Holzkonstruktionen ausgebessert.
Seit dem 28. August 2018 beherbergt der Turm die Touristinformation „Oldenburg-Info“. Neben dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Oldenburger Hauptbahnhof ist der Lappan Haltepunkt sämtlicher Stadtbuslinien der Oldenburger Verkehr und Wasser GmbH.
Bereits um 1900 wurde der Lappan für Veranstaltungen mit überregionaler Ausstrahlung genutzt. So wurde hier im Februar und März 1911 von Hofkunsthändler Karl G. Oncken und Stadtbaurat Adolf Rauchheld Oldenburgs erste Architekturausstellung zum Thema „Landhaus“ ausgerichtet, in der rund 40 Künstler Entwürfe und Modelle ausstellten, darunter reichsweit oder international bekannte Architekten (z. B. das Berliner Atelier Peter Behrens, Fritz Schumacher aus Hamburg, Wilhelm Kreis aus Düsseldorf, Emil Högg aus Bremen, Gustav Schmoll genannt Eisenwerth aus München, Hendrik Petrus Berlage aus Amsterdam oder Samuel de Clerq aus Den Haag).
Koordinaten: 53° 8′ 34,7″ N, 8° 12′ 48,2″ O