In ihren Werken benutzt Latefa Wiersch vorwiegend Alltagsmaterialien und Stoffe und kreiert daraus Objekte und Puppen, die die Lebendigwerdung der Dinge sichtbar machen sollen. So wird die teils verzerrte Körperlichkeit hervorgehoben. Meist sind die installativen Arbeiten begleitet von Musik, Stop-Motion-Videos oder einem theatralen Lichteinsatz. Die Arbeiten sind geprägt von einem teils skurrilen Humor. In ihrer Werk Artpop-Insta treten die Puppen als Alter-Ego-Figuren der Künstlerin auf, geben Einblick in ihren fiktiven Alltag und thematisieren dabei auch breit Themen wie Alltagsrassismus, Tokenism und Othering. "Den zuerst handlichen, heute jedoch mindestens lebensgrossen Puppen verleiht Latefa Wiersch in Performances, in Videos oder fotografischen Inszenierungen ein eigendynamisches Leben und macht sie zugleich zu Protagonist:innen einer persönlichen, autofiktionalen Erzählung."
In ihrer Ausstellung Hannibal im Dortmunder Kunstverein 2025 wird die Hochhaussiedlung Hannibal II, in der die Künstlerin aufwuchs, zur raumgreifenden Kulisse für ihre textilen Puppenfiguren. Diese spiegeln postmigrantische Identitäten und sind unheimliche Doppelgänger der Künstlerin und ihres sozialen Umfelds. Die Ausstellung wurde mit dem Weststern Förderpreis für Kunstvereine in der Sparte herausragende Einzelausstellung gewürdigt. Wierschs Performance ist Teil des Festivals Dortmund Goes Black- the black universe.
Wiersch war nominiert für den Shizuko Yoshikawa Förderpreis 2020 und den Swiss Art Award 2021. Ihr Schaffen wurde auch sonst mehrfach ausgezeichnet, zum Beispiel 2022 mit dem Schweizer Performancepreis für ihre Performance mit Rhoda Davids Abel und Dandara Modesto, und 2023 mit dem Swiss Art Award.
Auszeichnungen
2025: Weststern Förderpreis für Kunstvereine, Sparte herausragende Einzelausstellung