Lawrence Montaigne (* 26. Februar 1931 in New York City, New York; † 17. März 2017 in Henderson, Nevada) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Autor mit ungarischen Wurzeln, der von 1953 bis 1988 vor der Kamera aktiv war.
Montaigne wurde 1931 im Stadtbezirk Brooklyn in New York City geboren und wuchs in Rome auf. Er war der Sohn von Kathryn H. Berger und Robert Lawrence Montaigne und der Enkel von Jacob Jublinsky. Er sprach mehrere Sprachen, eine Fähigkeit, die ihm später in internationalen Produktionen zugutekam. Nach der High School diente er im United States Marine Corps und absolvierte seine Grundausbildung auf Parris Island, nur eine Einheit entfernt von seinem späteren Freund und Schauspielkollegen Steve McQueen. In New York City studierte er Schauspiel am Dramatic Workshop der New York University (NYU), wo er auch eine klassische Tanzausbildung absolvierte. Er finanzierte sich seine Ausbildung unter anderem als Sodaverkäufer, Geldeintreiber für einen Konzessionsbetreiber in New Yorker Nachtclubs sowie als Angestellter im Archiv der New York Times.
Ab Ende der 1950er-Jahre und in den 1960er-Jahren lebte er eine Zeit lang in Europa sowie drei Jahre in Israel. Er reiste und arbeitete als freiberuflicher Fotograf und Fotojournalist für Globe International: seine Reportagereisen führten ihn nach Indien, Pakistan, Afghanistan, Thailand, Hongkong, Singapur und Kuala Lumpur. In Israel arbeitete er, neben der Schauspielerei, als Wachmann einer Ölgesellschaft in der Negev-Wüste, als Cowboy eines Kibbuz und Fischer auf der „Menorah“ im Mittelmeer.
1985 machte Montaigne seinen Bachelor- und Masterabschluss an der North Texas State University (UNT) und unterrichtete dort selbst für fünf Jahre Filmwissenschaften; er besaß zudem eine kalifornische Bauunternehmerlizenz und restaurierte und baute Einfamilienhäusern.
Später lebte er mehrere Jahre in Las Vegas und unterrichtete dort an der University of Nevada (UNLV) sowie als Vertretungslehrer. Nach seinem Umzug nach Henderson Anfang der 2000er-Jahre arbeitete er als Übersetzer und Korrekturleser medizinischer Fachtexte für Worldwide Translations.
Am 31. Juli 2002 heiratete Montaigne Yvonne Bonnie Rose Chambers; die Ehe wurde 2004 wieder geschieden. Ab dem 24. Februar 2008 war er, bis zu seinem Tod, mit Patricia Ann Brown verheiratet. Insgesamt war er laut eigenen Angaben viermal verheiratet. Montaigne, der zuletzt an Neuropathie in den Beinen litt, starb am 17. März 2017 im Alter von 86 Jahren in Henderson im US-Bundesstaat Nevada und wurde von seiner Ehefrau Patricia, seiner Tochter und seiner Enkelin Lilianna überlebt. Über Geschwister ist öffentlich nichts bekannt.
Montaigne begann seine Karriere auf der Bühne. Als klassisch ausgebildeter Tänzer trat er als Harry Montaigne am Broadway und Off-Broadway auf, unter anderem in Hazel Flagg und 1957 im Musical Shinbone Alley am Broadway Theatre an der Seite von Eartha Kitt. In Hollywood arbeitete er für die Hollywood Bowl Ballet Company und finanzierte sein Leben zunächst als Tellerwäscher, Taxifahrer in Beverly Hills, Mitarbeiter in einem Waschsalons, Fräsmaschinenbediener bei Lockheed sowie als Poststellenmitarbeiter bei 20th Century Fox.
Ab 1953 war er vor der Kamera aktiv mit einer ersten Rolle im Film Panik in New York. 1965 spielte er die Rolle des Dr. Chauncy Hartlund in The Case of the Carefree Coronary, einer Folge der Fernsehserie Perry Mason. 1966 verkörperte Montaigne den ersten Romulaner, Decius, in der Folge Spock unter Verdacht der Fernsehserie Raumschiff Enterprise; zudem wurde er kurzzeitig für die Rolle des Mr. Spock in Erwägung gezogen, da Leonard Nimoy durch sein Engagement für die Agentenserie Kobra, übernehmen Sie nicht zur Verfügung stand. 1967 spielte er Soldado, einen abtrünnigen Apache-Häuptling in einer Folge der Westernserie Hondo.
Ein Jahr später stellte Montaigne, erneut in Raumschiff Enterprise, den Vulkanier Stonn in der Folge Weltraumfieber dar, den Geliebten von Spocks vorgesehener Braut T’Pring. Diese Rolle übernahm er im Jahr 2006 erneut in der inoffiziellen Miniserie Star Trek: Of Gods And Men und sprach 2007 eine Gastrolle in der Pilotfolge der Webserie Star Trek: The Continuing Mission, obwohl er sich zu diesem Zeitpunkt bereits von der Schauspielerei zurückgezogen hatte.
Montaigne hatte während seiner Karriere zahlreiche Gastrollen in Fernsehserien, darunter als Mr. Glee in Batman, In geheimer Mission auf dem Meeresgrund , Solo für O.N.C.E.L., Blue Light, Time Tunnel, Invasion von der Wega, Ein Sheriff in New York, Ein Käfig voller Helden, Bonanza sowie The Feather and Father Gang. Zu seinen 25 Filmauftritten zählen Rollen in Gesprengte Ketten (als Haynes), Kapitän Sindbad, Tobruk, Die sechs Verdächtigen, The Psycho Lover, Die Flucht zum Hexenberg, Ein Mann nimmt Rache, Young Lady Chatterley, Tödlicher Segen, Wehr’ dich Dakota, Damon & Pythias, dem israelischen Film Pillar of Fire sowie in den in Italien produzierten Filmen Mobby Jackson und Rapina Al Quartiere Ovest – zu dieser Zeit Ende der 1950er-Jahre arbeitete er auch als Synchronsprecher für englische Sprachfassungen italienischer Filme. Im Film war er als Tänzer unter anderem an der Seite von Größen wie Gene Kelly, Donald O’Connor, Fred Astaire und Mitzi Gaynor zu sehen. Laut eigenen Aussagen erlernte er auch das Fechten und wirkte als Stuntman in Filmen wie Scaramouche, Die drei Musketiere und Julius Caesar mit; darüber hinaus arbeitete er in einer Reihe von preisgünstig produzierter Mantel-und-Degen-Filme von Sam Katzman für Columbia Pictures. Eine letzte Rolle hatte er 1988 als Mr. Stone in Wehr’ dich Dakota.
Im deutschen Sprachraum wurde Montaigne unter anderem von Heinz Theo Branding, Rainer Brandt, Charles Brauer, Christian Brückner, Joachim Cadenbach, Wolfgang Eichberger, Michael Gahr, Dirk Galuba, Norbert Gastell, Andreas Grothusen, Elmar Gutmann, Karl-Heinz Heß, Gerd Holtenau, Andreas Hosang, Dieter Korthals, K.E. Ludwig, Jürgen Mai, Fred Maire, Christian Marschall, Eberhard Mondry, Michael Nowka, Joachim Pukaß, Gerd Rigauer, Reinhard Scheunemann und Hans-Jürgen Wolf synchronisiert.
Als Autor verfasste er, neben seiner Biografie aus dem Jahr 2006, Das Fass des Todes, Die Guardian-Liste und 1978 das Drehbuch zum Fernsehfilm The Million Dollar Dixie Deliverance für Walt Disney Productions. Ein Drehbuch, das er für Steve McQueen verfasst hatte, Cyclone 25, wurde aufgrund des unerwarteten Todes der Schauspielers im Alter von 50 Jahren in Mexiko, nie realisiert. 1988 zog er sich nach dem Film Wehr’ dich Dakota von der Arbeit vor und hinter der Kamera zurück.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Montaigne, Lawrence |
| ALTERNATIVNAMEN | Montaigne, Harry; Montaigne, Lawrenc |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 26. Februar 1931 |
| GEBURTSORT | New York City, New York, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 17. März 2017 |
| STERBEORT | Henderson, Nevada, Vereinigte Staaten |