
Lazzaro Tavarone (* um 1556 in Genua; † vor dem 26. November 1640 ebenda) war ein italienischer Maler und Zeichner. Er zählte zu den Schülern und Mitarbeitern von Luca Cambiaso und erlangte vor allem durch seine Fresken in Kirchen, Palästen und Villen in Genua und Umgebung Bekanntheit. Von 1583 bis in die 1590er Jahre arbeitete er in Spanien, unter anderem im königlichen Klosterpalast El Escorial. Nach seiner Rückkehr nach Genua schuf er zahlreiche Wandmalereien für die dortigen Adelsfamilien und kirchliche Auftraggeber.
In der kunsthistorischen Forschung wird sein Werk insbesondere im Zusammenhang mit Luca Cambiaso, der genuesischen Palastdekoration und der Geschichte der Zeichnung in Ligurien behandelt. Ein Teil seiner Wandmalereien ist verloren oder nur fragmentarisch erhalten.
Lazzaro Tavarone wurde um 1556 in Genua geboren. Das genaue Geburtsdatum ist nicht überliefert. Sein Geburtsjahr kann aus seiner am 27. Dezember 1581 geschlossenen Ehe mit Barbara Cassitia erschlossen werden. Tavarone trat in die Werkstatt von Luca Cambiaso ein und erhielt dort eine künstlerische Ausbildung. Der genaue Zeitpunkt seines Eintritts ist unbekannt, dürfte jedoch laut dem Allgemeinen Künstlerlexikon gegen Ende der 1560er Jahre erfolgt sein. Anschließend blieb Tavarone als Mitarbeiter in Cambiasos Werkstatt. Im August 1583 begleitete er Cambiaso und dessen Sohn Orazio Cambiaso nach Spanien, wo Cambiaso im Auftrag von König Philipp II. tätig war. Nach dessen Tod im Jahr 1585 erhielt Tavarone weitere Aufträge für die Ausmalung verschiedener Räume im Klosterpalast El Escorial. Seine spanische Schaffensphase dauerte bis in die erste Hälfte der 1590er Jahre. Die Quellen setzen seine Rückkehr nach Genua je nach Darstellung in die Jahre 1592 oder 1594.
Nach seiner Rückkehr arbeitete Tavarone für Angehörige des genuesischen Adels. So führte er im Jahr 1592 Fresken im Palazzo Cattaneo-Adorno an der Strada Nuova aus. Zu seinen frühen bedeutenden Aufträgen gehörten außerdem die Arbeiten für Giovanni Andrea Doria in dessen Villa Centurione-Doria in Pegli bei Genua in den Jahren 1595 und 1596 sowie die Ausmalung des Gewölbes der Kirche San Bartolomeo degli Armeni mit der Darstellung des Martyriums des heiligen Bartholomäus im Jahr 1596. Um 1600 entstanden zahlreiche Altarbilder für genuesische Kirchen. Eines davon, Der heilige Jakobus rettet ein Kind aus den Flammen, ist signiert und auf das Jahr 1600 datiert. Das Werk wurde für das Oratorium San Giacomo delle Fucine geschaffen und befindet sich heute in der Kirche Sant’Antonio Abate.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erhielt Tavarone weitere Aufträge für Paläste, Kirchen und öffentliche Gebäude. Im Jahr 1606 wurde ihm die Ausmalung der Fassade des Palazzo San Giorgio übertragen. Die Arbeiten wurden 1608 abgeschlossen, doch die ursprüngliche Dekoration ist heute nicht mehr erhalten. Am 8. März 1640 vermachte Tavarone in seinem Testament seine 1608 erworbene Villa seiner Enkelin Angela Maria, der Tochter seines Sohnes Bartolomeo. Sie erhielt außerdem die im Testament aufgeführten Einrichtungsgegenstände sowie sechs Gemälde, darunter ein Selbstbildnis. Am 26. November 1640 stellten die Testamentsvollstrecker einen Antrag auf Verkauf des Hauses. Daraus ergibt sich, dass Tavarone zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war.

Lazzaro Tavarone war vor allem als Freskomaler tätig. Sein Werk umfasst umfangreiche Bildzyklen in Palästen, Villen und Kirchen. Zu seinen bevorzugten Motiven gehörten die Darstellung historischer Ereignisse, die Verherrlichung genuesischer Adelsfamilien sowie religiöse Szenen. Seine Freskenzyklen verbinden großformatige Panoramen mit lebensgroßen Figuren in kräftigen Farben. Die Malerei steht in der Tradition seines Lehrers Luca Cambiaso. Tavarone verwies selbst auf diese Verbindung, indem er einzelne Werke mit dem Zusatz D.L.C. signierte, der für Discipulus Lucae Cambiasii steht. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten zählen die Fresken im Palazzo Bombrini, welche das Leben Alessandro Farneses darstellen, sowie die zwischen 1610 und 1630 entstandenen Dekorationen im Palazzo Spinola an der Piazza di Pellicceria und die Wandmalereien im Palazzo Cattaneo-Adorno. Dort stellte er unter anderem die Einnahme Jerusalems durch Guglielmo Embriaco sowie Ereignisse aus der Geschichte der Familie Adorno dar.
Im Palazzo Spinola an der Piazza di Pellicceria schuf er zwischen 1614 und 1624 Fresken, die die Einnahme von Lissabon und den Triumph des Raniero Grimaldi zeigen. Weitere Arbeiten entstanden im Jahr 1617 im Konvent Nostra Signora dell’Orto bei Genua sowie in der Villa Borsotto-Ayroli. Die Gewölbedekoration mit dem Krieg des Judas Makkabäus gegen Antiochos IV. Epiphanes ist signiert und auf das Jahr 1617 datiert. Im Palazzo De Ferrari Chiavari Belimbau schuf er Szenen aus dem Leben des Christoph Kolumbus sowie die Begegnung von Marcus Antonius und Kleopatra. Von dem Kolumbus-Zyklus sind nur Fragmente erhalten.
Zu seinen kirchlichen Arbeiten gehört die im Jahr 1612 ausgeführte Ausmalung des Chorgewölbes von Santa Maria delle Vigne in Genua. Der Zyklus behandelt das Marienleben. Im Jahr 1622 übernahm Tavarone die Ausmalung des Chores der Kathedrale San Lorenzo. Dort befindet sich auch das 1626 signierte und datierte Abendmahl, das ursprünglich für das genuesische Krankenhaus Ospedale di Pammatone geschaffen wurde. Es wurde später abgenommen und in die Kathedrale übertragen. Zu seinen letzten bekannten Aufträgen gehörten Arbeiten für das Oratorio dei Santi Nazario e Celso in Pegli-Multedo (1627), für den Palazzo Spinola (1628) und für das Kloster Santa Maria in Passione in Genua (1633).
Neben den Fresken schuf Lazzaro Tavarone Tafelbilder und weitere Gemälde. Ein Teil seiner Altarbilder ist erhalten, während andere Werke verloren gegangen sind oder nur noch durch ältere Fotografien dokumentiert werden. Zu den erhaltenen beziehungsweise überlieferten Gemälden zählen die Himmelfahrt Mariens im Museo di Sant’Agostino in Genua und der Heilige Thomas von Villanova in der Pinacoteca Civica in Savona. Das signierte und datierte Gemälde Der heilige Jakobus rettet ein Kind aus den Flammen befindet sich heute in der Kirche Sant’Antonio Abate in Genua. In der älteren kunsthistorischen Literatur werden zudem eine Heilige Familie in der Accademia Ligustica di Belle Arti in Genua sowie eine Himmelfahrt Mariens in der Kirche Nostra Signora dell’Acquasanta in Voltri erwähnt.

Tavarone hinterließ zahlreiche Zeichnungen, darunter Vorstudien für seine Freskenzyklen. Ein bedeutender Teil dieser Arbeiten wird in den Genueser Museen der Strada Nuova, insbesondere im Palazzo Rosso, aufbewahrt. Weitere Zeichnungen befinden sich in auswärtigen Sammlungen. Zu den dokumentierten Zeichnungen gehören das Blatt Christus am Kreuz mit Maria, Maria Magdalena und Johannes dem Evangelisten im Metropolitan Museum of Art in New York sowie der Architekturentwurf Wandaufriss mit Fenster und Statuen des heiligen Johannes des Täufers und des heiligen Petrus in Nischen, der sich ebenfalls in dieser Sammlung befindet. Tavarone besaß selbst eine umfangreiche Sammlung von Zeichnungen, darunter zahlreiche Blätter von Luca Cambiaso. Die Sammlung zeugt von der engen Verbindung zwischen den beiden Künstlern sowie von der Bedeutung der Zeichnung als Arbeitsgrundlage für die genuesische Freskomalerei.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tavarone, Lazzaro |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Maler und Zeichner |
| GEBURTSDATUM | um 1556 |
| GEBURTSORT | Genua |
| STERBEDATUM | 26. November 1640 |
| STERBEORT | Genua |