

Eva Gesine Baur (* 11. August 1960 in München) ist eine deutsche Kulturhistorikerin und Schriftstellerin. Fiktionale Literatur, vor allem Romane vor einem musikhistorischen Hintergrund, schreibt sie unter dem Pseudonym Lea Singer.
Eva Gesine Baur studierte in München Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft und Gesang. Sie wurde 1984 im Fach Kunstgeschichte mit der Dissertation Studien zum französischen und englischen Kinderbild im 18. und 19. Jahrhundert promoviert. Sie ist mit dem Psychoanalytiker und Therapeuten Wilhelm Schmid-Bode verheiratet; das Paar lebt in München.
Sie schrieb Sachbiografien über Charlotte Schiller, Frédéric Chopin, Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadé Mozart. Unter dem Pseudonym Lea Singer verfasst sie Romane, von denen einige von Persönlichkeiten und Begebenheiten der Kulturgeschichte handeln: Die Zunge (2000) erzählt vom Erfinder der Gourmet-Kritik Grimod de La Reynière, Wahnsinns Liebe (2003) von einer in Briefen und Zeitzeugenberichten dokumentierten tragischen Dreiecksgeschichte zwischen Mathilde Schönberg, deren Mann, dem Komponisten Arnold Schönberg, und dem jungen Maler Richard Gerstl, Das nackte Leben (2005), Konzert für die linke Hand (2008) vom Schicksal des Pianisten Paul Wittgenstein. Das Werk trägt nach Maurice Ravels Komposition für Wittgenstein den gleichnamigen Titel. 2015 erschien ihr Buch Anatomie der Wolken, dem verbürgte Begegnungen des alternden Universalgenies Johann Wolfgang Goethe mit dem jungen, wilden Romantiker Caspar David Friedrich zugrunde liegen und Goethes belegte Zerstörungsaktion von Friedrichs Bildern.
Im Wintersemester 2009/10 war sie Dozentin für Poetik an der Universität Paderborn.
Auch wenn in diesen Romanen innere Monologe und Dialoge erfunden sein müssen, stützen sie sich auf akribische Recherchen und ergeben „bildungssatt erzählte Zeitreisen“ (Wolfgang Herles, Das Blaue Sofa am 1. Mai 2015). Das Märchenhafte oder Dramatische eines Schicksals verbindet Lea Singer, „erfahren in der Arbeit an gut recherchierten historischen Romanen“ (Judith von Sternburg, FR), mit gründlichen Informationen für den Leser. „Wie ein Märchen“, schrieb Sybille Mulot in Der Spiegel am 12. November 2008, beschreibe Lea Singer die Geschichte des „unbeirrbaren Paul“, und doch „materialreich recherchiert, informativ, Annäherung und Überblick zugleich“; die Autorin spiele „geschickt mit Wissen und Nichtwissen des Leser.“ Dadurch werden ihre Romane, so Judith von Sternburg, auch für Kenner lesenswert. „Es ist aber auch für Goethe-Leser“, schreibt sie zu Anatomie der Wolken, „ein großes Vergnügen, wie fidel und prägnant Lea Singer ihn (den Wolkigen) zu fassen bekomt“. Der NDR kommentierte ihren Arbeitsstil so: „Lea Singer saugt Honig aus ihren Recherchen.“
In einer literaturwissenschaftlichen Analyse beschreibt Norbert Otto Eke die virtuose Konstruktion von Verdis letzte Versuchung: der Text sei „einerseits exakt [...] in der historischen Erinnerung“, bleibe als „Kunst-Stück andererseits aber ein Möglichkeitsspiel [...], das die erzeugte Wirklichkeit als Fiktion gleichsam einklammert.“
In der Rezension des Horowitz-Romans Der Klavierschüler attestiert der FAZ-Rezensent der Autorin sowohl gute Recherche als auch Taktgefühl und Genauigkeit in der Beschreibung der lebensgeschichtlichen Folgewirkungen von gesellschaftlich bedingt verheimlichter Homosexualität.
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Baur, Eva Gesine |
| ALTERNATIVNAMEN | Singer, Lea (Pseudonym); Baur, Eva-Gesine |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Kulturhistorikerin und Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 11. August 1960 |
| GEBURTSORT | München |