Leiomyom

Klassifikation nach ICD-11
2E86.0 Leiomyom des Uterus
2E86.1 Leiomyom sonstiger oder nicht näher bezeichneter Lokalisationen
ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion)
Operationspräparat eines Leiomyoms des Uterus.

Leiomyome sind gutartige (benigne) Tumoren der glatten Muskulatur. Die Bezeichnung leitet sich her von altgriechisch λεῖος leîos, ‚glatt, sanft‘ und μῦς mŷs, ‚Muskel‘ und -om „Geschwulst“.

Pathologie

Histologie des Leiomyoms. Hämatoxylin-Eosin gefärbtes Schnittpräparat.

Die glatte Muskulatur bildet sich während der Entwicklung eines Lebewesens aus mesenchymalen Zellen. Die Leiomyome werden daher auch zur großen Gruppe der benignen mesenchymalen Tumoren zugeordnet. Die häufigste Lokalisation von Leiomyomen des Menschen ist mit etwa 90 % die Gebärmutter, solche Tumoren werden als Uterusmyome bezeichnet. Daneben können Leiomyome in allen Organen entstehen, die Anteile glatter Muskulatur haben, wie beispielsweise Leiomyome der Gefäße (Angioleiomyome), der Hautanhangsgebilde (Dermatoleiomyome), der Speiseröhre (Ösophagusleiomyome) und der ableitenden Harnwege. Auch intrakranielle Leiomyome wurden in Einzelfällen beschrieben.

Einteilung

Leiomyom der Scheide bei einer Hündin

Entsprechend der WHO-Klassifikation der Weichteiltumore werden die Leiomyome als Tumoren der glatten Muskulatur zu der Hauptgruppe fibrohistiozytären Tumoren gerechnet. Es werden unterschieden:

Weitere Sonderformen im Weichgewebe sind pilare Leiomyome, kutane Leiomyosarkome, die Leiomyomatosis peritonealis disseminata, und epitheloide Leiomyome der glatten Muskulatur. In den letzten Jahren wurden Leiomyomformen vermehrt bei immunkompromittierten Patienten (z. B. HIV-Patienten und Transplantatempfänger) beschrieben, wobei eine Assoziation mit dem Epstein-Barr-Virus bestand.

Darüber hinaus klassifiziert die WHO zwei Formen unter den Knochentumoren:

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ P. H. Lai et al.: Primary intracranial leiomyoma: case report. In: Neuroradiology. 40(4), 1998, S. 238–241. PMID 9592794.
  2. ↑ C. D. M. Fletcher, K. K. Unni, F. Mertens: Pathology Genetics: Tumours of Soft Tissue and Bone. World Health Organization Classification of Tumours. IARC Press, Lyon 2002, ISBN 92-832-2413-2.