Leo Verkauf

Leo Verkauf

Leo Verkauf (* 28. November 1858 in Lwiw; † 30. Dezember 1933 in Wien) war ein österreichisch-galizischer Anwalt, Fachautor und Parlamentarier.

Leben

Verkauf war der Sohn von Isak Verkauf und seiner Frau Judith, geborene Weinberg. In Lwiw (Lemberg) besuchte er das Obergymnasium und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Wien. 1888 wurde er promoviert, ab 1887 war er Advokaturskonzipient und später Konsulent.

Er engagierte sich beruflich vor allen Dingen auf dem Gebiet der Sozialversicherung im Verband der Genossenschaftskrankenkassen, für den er jahrelang arbeitete. Er unterstützte Arbeiter in Rechtsangelegenheiten und setzte sich für die Krankenversicherung von Arbeitern ein. Verkauf verfasste auch zahlreiche Fachbücher, -broschüren und -artikel. 1897 wurde er für die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) Abgeordneter im Reichsrat, schied jedoch schon nach der Wahl 1901 wieder aus. Nachdem er 1907 erneut als Kandidat für den Reichsrat angetreten, aber nicht gewählt worden ist, überwarf er sich mit der SDAP. Verkauf setzte seine umfangreiche fachschriftstellerische Tätigkeit fort, so zum Beispiel in der „Arbeiter-Zeitung“ oder in der Herausgabe des „Österreichischen Jahrbuchs der Arbeiterversicherung“. Er hatte auch kleinere Posten im Umfeld der Sozialversicherung inne.

Leo Verkauf war seit 1918 mit Maria Josefa, geb. Schott, verheiratet.

Seine Privatbibliothek, in der er vor allen Dingen Literatur aus den Bereichen Sozialismus, Arbeiterbewegung, Sozialpolitik, Sozialrecht und Wirtschaft gesammelt hatte, wurde von seiner Witwe 1946 zunächst leihweise an die Sozialwissenschaftliche Studienbibliothek der Kammer für Angestellte und Arbeiter in Wien übergeben. Sie umfasste etwa 1150 Bände und bildete so den Grundstock der nach 1945 wiedererrichteten Bibliothek der Arbeiterkammer.

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Karl Stubenvoll: 75 Jahre Sozialwissenschaftliche Studienbibliothek der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien. Hrsg.: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, Wien 1997, S. 66.