Leopold von Kalitsch

Bild von Leopold von Kalitsch

Leopold Friedrich Magnus Martin Maria von Kalitsch (* 1. Oktober 1889 zu Taschenberg; † 20. Februar 1967 in Ludwigsburg) war ein deutscher Rittergutsbesitzer, Forstmann und Ornithologe.

Leben

Herkunft und Familie

Von Kalitsch entstammte einem alten anhaltischen Adelsgeschlecht. Seine Eltern waren der Kammerherr und Rittmeister Dietrich Friedrich Wilhelm August Leopold Rudolf Ludwig Ernst von Kalitsch (* 15. Oktober 1855 in Dessau; gestorben 11. November 1931) und dessen Ehefrau Elisabeth von Kalitsch, geb. von Stülpnagel (* 22. Juli 1867 in Karlstein bei Zehden; gestorben 27. April 1912). Sein Bruder Wolf (* 31. Mai 1887 zu Taschenberg) starb 1947. Drei andere Brüder, darunter Hans Hermann († 7. Juli 1915) und Curt († 7. Juni 1916), fielen im Ersten Weltkrieg. Er war ein Enkel des Landtagsabgeordneten Hermann von Kalitsch (* 17. April 1818 in Dobritz; † 11. Dezember 1891 ebenda).

Leopold von Kalitsch heiratete am 11. August 1919 Karoline, geb. von Cossel (* 20. Februar 1889 in Geldern; † 23. Oktober 1945 auf Dobritz), Tochter des Landrats Otto von Cossel (* 22. Juni 1845 in Rendsburg; † 22. September 1915 in Eberswalde) und dessen Ehefrau Sophie Gräfin von Zeppelin-Aschhausen. Ein Sohn aus der gemeinsamen Ehe war Ernst Ludwig von Kalitsch (* 5. März 1920 Eberswalde; gefallen 26. Februar 1944), selbst kurzweilig Ornithologe.

Karriere

L. von Kalitsch absolvierte sein Studium als Forstreferendar. Er diente im Ersten Weltkrieg und erreichte dort den Rang eines Oberleutnants der preußischen Armee. In der Nachkriegszeit war er Herr auf Karlstein (auch Carlstein, heute Radostów) bei Zehden (heute Cedynia) an der Oder, welches er von seiner Mutter erbte, und betrieb dort sein eigenes Gut, und bot anderen Ornithologen einen günstigen Standort zur Verstauung von wichtigen Materialien, darunter auch Schallplattenserien, an. Auch wirkte er dort als königlich-preußischer Forstreferendar. Er war als Gutsnachbar von Walter von Keudell auf die naturnahe Pflege des Waldes eingestellt und widmete sich so in erster Linie der Vogelwelt. 1924 wurde er Mitglied der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft. Insgesamt trug er in seiner mehr als dreißigjährigen Wirkungszeit einen großen Anteil zur Ornithologie bei und veröffentlichte seit 1928 mindestens 65 durchwegs kleiner Arbeiten.

Zuletzt war er noch zusätzlich Pächter von Gut Taschenberg. Gut Carlstein lag im Kreis Königsberg/Nm. Als Administrator wirkte Theodor Haase. Rittergut Carlstein war um 1930 etwa 708 ha groß und beinhaltete die Vorwerke Klosterrähne, Rohrhorst, Parschnitz und Idashof.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er enteignet und zog mit seiner Familie nach Süddeutschland.

Schriften (Auswahl)

Genealogie

Einzelnachweise

  1. ↑ Marcelli Janecki: Handbuch des Preußischen Adels. Band 1, Hrsg. Förderung des Königlichen Herolds-Amtes, Verlag E. S. Mittler und Sohn, Berlin 1892, S. 246.
  2. ↑ Kalitsch Leopold; von. In: LEO-BW. Abgerufen am 9. September 2022.
  3. ↑ Alexis von Schoenermarck: Helden-Gedenkmappe des deutschen Adels. Verlag W. Petri, Stuttgart 1921, S. 147.
  4. ↑ Karoline von Cossel b. 20 Februar 1889 d. 23 Oktober 1945. In: Rodovid DE. Abgerufen am 9. September 2022.
  5. ↑ Zobodat.at.: Zobodat.at.
  6. ↑ Die Vogelwarte. Zeitschrift für Vogelkunde. Jahrgang 24, Vogelzug-Verlag, Möggingen 1967, u. a. S. 97.
  7. ↑ Siehe auch: Erich Blunck, Georg Voß, Willy Hoppe: Die Kunstdenkmäler des Kreises Königsberg (Neumark). Die südlichen Orte. In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Band 7, 1, 5, Hrsg. Brandenburgischer Provinzialverband, Voss/DK, Berlin 1928, S. 136.
  8. ↑ Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. 1929. In: Niekammer’s Landwirtschafte Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage: Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin sowie der Kreislandbünde, Selbstverlag von Niekammer’s Adressbüchern GmbH, Leipzig 1929, u. a. S. 93. Insb. S. 216.
  9. ↑ Natur und Volk. Bericht der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft. Die Gesellschaft, 1949 (google.com).
  10. ↑ Manfred-Guido Schmitz: Vogelstimmen aus „Gefiederte Meistersänger“. 70 Jahre nach der Uraufführung erstmals auf CD; Zur Erinnerung an Dr. Oskar u. Dr. Katharina Heinroth und die ersten Vogelstimmen-Schallplatten von 1935/36; Anhang: Dr. Lutz Heck, Der Wald erschallt! Verlag M.-G.-Schmitz-Verlag, Nordstrand/Nordsee 2004, ISBN 3-922272-95-9.
  11. ↑ Mitgliederverzeichnis der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft. 1931. PDF
  12. ↑ Leopold von Kalitsch-Forstmann, In: Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg Stuttgart (Hrsg.): Jahreshefte. Jg. 121/122, Stuttgart 1966, S. 40.
  13. 1 2 Roger B. Clapp: Marine Birds of the Southeastern United States and Gulf of Mexico. Part 1: Gaviiformes through Pelecaniformes. In: Biological Services Program. Verlag Bureau of Land Management, Fish and Wildlife Service, U.S. Department of the Interior, W. (D. C.) March 1982, S. 117.
  14. ↑ Jochen Hölzinger: Die Vögel Baden-Württembergs. Nicht-Singvögel. Tetraonidae (Rauhfußhühner) Alcidae (Alken): Mitarbeit: Martin Boschert, Hans-Günther Bauer, Verlag Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3441-1, S. 838.
  15. ↑ Rudolf Pätzold: Feldlerche alauda arvensis. Spektrum Akademischer Verlag (SAV), Heidelberg 1983, ISBN 3-89432-355-8, S. 141.
  16. ↑ Ludwig Schuster (Hrsg.): Beiträge zur Fortpflanzungsbiologie der Vögel mit Berücksichtigung der Ooligie. 1943.
  17. ↑ Jochen Hölzinger, Martin Boschert: Die Vögel Baden-Württembergs. Nicht-Singvögel. Tetraonidae (Rauhfußhühner) – Alcidae (Alken).: Mitarb. Hans-Günther Bauer, Verlag Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3441-1.
  18. ↑ Derselbe: Leopold von Kalitsch: Krähen auf der Flugjagd nach Kleinvögeln., In: Ornithologische Mitteilungen. 3. Jahrgang (1951) / Nr. (Kurze Mitteilungen), Paul Westerfrölke, Gütersloh 1951.
  19. 1 2 Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg Stuttgart (Hrsg.) Jahreshefte des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart, Jg. 127/130, Stuttgart 1972, S. 75.