| Lernstick | |
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| Lernstick 13 (basierend auf „Trixie“) mit GNOME und weiteren Fenstermanagern | |
| Entwickler | Das Lernstick Team |
| Lizenz(en) | GPLv3 und hauptsächlich DFSG-konforme Lizenzen |
| Akt. Version | 13(„2026-10-04“) vom 4. Oktober 2026 |
| Kernel | Linux und ehemals FreeBSD |
| Abstammung | GNU/Linux ↳ Debian GNU/Linux ↳ Lernstick EDU/EXAM |
| Architektur(en) | x86-64, ARM EABI in Vorbereitung |
| Installationsmedium | USB-Speicherstick, Rechnernetz |
| Sprache(n) | mehrsprachig |
| www.lernstick.ch | |
Lernstick, auch Lernstick Linux ist eine GNU/Linux-Distribution, die auf Debian basiert und deren Hauptanwendungsbereich im Live-Betrieb liegt: Lernstick wird als Betriebssystem häufig direkt von USB-Sticks gestartet, bringt eine Vielzahl vorinstallierter Anwendungen für den Bildungseinsatz mit und ermöglicht Systemanpassungen und persönliche Daten darauf persistent zu speichern.
Lernstick EDU und Lernstick EXAM heißen die beiden quelloffenen Softwares, welche von der Berner Fachhochschule herausgegeben werden. Lernstick EXAM wird als abgesicherte Prüfungsumgebung zumeist im deutschsprachigen Raum für digitale Prüfungen an Volksschulen, Hochschulen und Berufsschulen eingesetzt.
Lernstick basiert auf Debian-Live und kann von Speichermedien als ISO-Abbild oder mit beschreibbaren OverlayFS per UEFI-Secure Boot oder BIOS-Kompatibilitäts-Modus gestartet werden. Anwendungssoftware wird durch aktualisierte Backports und Flatpak zur Verfügung gestellt.
2009 wurde Lernstick von Ronny Standtke entwickelt und durch die Fachstelle imedias der Fachhochschule Nordwestschweiz herausgegeben. Aus dem Bedürfnis als Dozent praxisnahen Informatikunterricht durchführen zu können, entstand die Idee – ähnlich der ab 2000 erschienenen CD-basierten Knoppix-Distribution – eine mobile und persönliche Lern- und Arbeitsumgebung einzusetzen, welche auf den Laptops der Studierenden unabhängig des vorinstallierten Betriebssystems funktioniert.
Ab 2011 wurde die Distribution um eine abgesicherte Prüfungsumgebung durch Auftrag der Neuen Kantonsschule Aarau erweitert, da die bereits eingesetzten Lernsticks zukünftig ebenfalls für Deutschprüfungen am Computer verwendet werden sollten.
2013 ging die bis dahin parallel existierende, schulische Linux-Distribution „LinuxAdvanced“ in Lernstick auf.
2015 wurde der von IBM gesponserte Open Source Education Award durch den Verein CH Open an das Projekt verliehen.
2018 wechselte das Projekt an die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit der Universität Bern. Seit 2021 ist Lernstick an der Berner Fachhochschule beheimatet.
Ab 2021 wurde Remote Attestation in Lernstick EXAM implementiert, so dass Manipulationen des Live-Systems detektierbar sind. Ebenfalls wurde innerhalb des Swissuniversities-PgB-8-Projekts „E-Assessment & Distance Testing“ in Zusammenarbeit mit der FHNW die Onlineprüfungsplattform CAMPLA entwickelt. Diese kann Lernstick-Systeme je nach Prüfungssituation und verfügbarer Hilfsmittel unterschiedlich konfigurieren. So können beispielsweise für praxisorientierte Prüfungen auch Remote-Desktopverbindungen zu Windowssystemen hergestellt werden, die proprietäre Anwendungen zur Verfügung stellen.
2024 wurde eine erste Lernstick EDU Betaversion für ARM-basierte M1/M2-Macs („Apple Silicon“) auf Basis des Asahi Linux Projekts veröffentlicht.