
Lida Winiewicz-Lefèvre (* 17. März 1928 in Wien; † 7. Oktober 2020 ebenda) war eine österreichische Schriftstellerin und Übersetzerin. Vom österreichischen Bundespräsidenten wurde ihr der Berufstitel „Professor“ verliehen.
Lida Winiewicz wurde im „Dritten Reich“ aufgrund ihrer Großmutter als „jüdisch versippt“ und „Mischling zweiten Grades“ eingestuft. Nachdem die Mutter früh verstorben und der Vater in Auschwitz ermordet worden war, musste sie mit 15 Jahren für sich selbst sorgen.
Nach Absolvierung eines Gesangsstudiums an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien studierte sie Englisch, Französisch und Italienisch.
Sie verfasste Prosa, Theaterstücke, Film- und Fernsehdrehbücher sowie Übersetzungen aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Spanischen. Zusätzlich zu Übersetzungen von Büchern und fremdsprachigen Theaterstücken bearbeitete sie literarische Werke fürs Fernsehen und musikalische Theater; für die Musicals „Anything Goes“ und „Freudiana“ (1990) verfasste sie die deutschen Liedtexte.
In den Büchern Die Kinder gehen in die Oper (Amalthea Verlag, 2007) und Der verlorene Ton (Braumüller Verlag, 2016) beschreibt Winiewicz autobiografisch die rassische Verfolgung ihrer Familie während des Nationalsozialismus und das Wien der Zeit ihrer Kindheit und Jugend.
Lida Winiewicz-Lefèvre wurde in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet. Ihr Nachlass wurde 2023 von der Wienbibliothek im Rathaus übernommen.
Sie übersetzte Werke von Graham Greene, Colette, Alberto Moravia, Jean Giraudoux, Francis Stuart, P. Armstrong, M. Belloncini, A. Meoni, R. Timperley, J. Jiminez, Benoite Groult, G. Dorman, Daniele Varè, E. Hamilton, Georgette Heyer und anderen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Winiewicz, Lida |
| ALTERNATIVNAMEN | Winiewicz-Lefèvre, Lida |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Schriftstellerin und Übersetzerin |
| GEBURTSDATUM | 17. März 1928 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 7. Oktober 2020 |
| STERBEORT | Wien |