Liesl (Elsa) Bareuther (* 7. Januar1894 in Haslau; † 8. September1970 in Rom) war eine österreichische Malerin. Sie malte vor allem Landschaften, Blumenstücke und Architekturen.
Schon vor dieser formalen Ausbildung war Bareuther viele Jahre künstlerisch aktiv. 1914 präsentierte sie bei der 46. Ausstellung der Wiener Secession das Ölbild Roter Mohn. Regelmäßig beschickte sie Ausstellungen des 1915 gegründeten Kunstvereins Baden, beginnend mit dessen ersten Ausstellung im Jahr 1916, auf der sie das Ölbild Am Prater zeigte. Ab den 1920er Jahren war Bareuther bei den Jahresausstellungen der Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs (Künstlerhaus Wien) vertreten. Sie war Mitglied der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs und des Vereins der Eisenstädter Kunstfreunde (ab 1934 Burgenländischer Kunstverein, 1938 aufgelöst). Zeitweilig lebte sie im burgenländischen Siegendorf.
In den 1950er Jahren waren Bareuthers Werke unter anderem bei mehreren Niederösterreichischen Landeskunstausstellungen zu sehen. 1956 beantragte sie die Mitgliedschaft im Wiener Künstlerhaus, erhielt jedoch aufgrund ihres Geschlechts nicht die Stimmenmehrheit bei der Ausstellungskommission, da die Aufnahme von Frauen als ordentliche Mitglieder zu dieser Zeit noch umstritten war. 1967 wurde sie schließlich als Mitglied aufgenommen.
Liesl Bareuther starb 1970 mit 76 Jahren bei einem Verkehrsunfall während einer Studienreise in Rom. Sie wurde vor Ort eingeäschert und ihre Urne später am St. Helena Friedhof in Baden bei Wien beigesetzt.
Das Wiener Künstlerhaus verlieh ab 1992 den „Liesl-Bareuther-Preis“ an bildende Künstler, darunter Erika Seywald, Hortensia Fussy und Ulrike Truger. Gestiftet wurde der Preis von einer Erbin Liesl Bareuthers.
Werk
Liesl Bareuther malte impressionistischeLandschaften, Stillleben (insbesondere Blumenstücke) und Architekturbilder in Öl, Aquarell und Gouache. Die Motive für ihre Landschaftsbilder und Architekturen fand sie sowohl in der heimischen Umgebung von Baden bei Wien als auch auf ihren internationalen Studienreisen. Charakteristisch für ihre Werke sind farbig lockere Impressionen innerhalb einer festgefügten Zeichnung.
Schloss Niederweid vor der Restaurierung, Kreide, Gouache, laviert, Passepartout: 296 × 441 mm, Albertina, Dauerleihgabe der Artothek des Bundes, Inventarnummer 35367
In Porto d’Ischia, Gouache, laviert, Passepartout: 319 × 463 mm, Albertina, Dauerleihgabe der Artothek des Bundes, Inventarnummer 35368
Bauernblumen, Öl auf Leinwand, 60 × 50 cm, Artothek des Bundes (Erwerb 1964), Inventarnummer 8741
Malven und Pelargonien bzw. Gelbe Rosen, Öl, 1919 Frühjahr- bzw. Herbst-Ausstellung des Österreichischen Künstlerbundes
2022: Werke der 1894 in Haslau geborenen österreichischen Kunstmalerin Liesl Bareuther († 1970), Heimatmuseum Haslau und Umgebung, Dettelbach
Literatur
Bareuther, Liesl. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts.Band1: A–D. E. A. Seemann, Leipzig 1953, S.112 (Textarchiv– Internet Archive– Leseprobe).
Jürgen Tiede:Bareuther (Bareuter), Liesl (Lisl). In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 7, Saur, München u.a. 1993, ISBN 3-598-22747-7, S.52.
1234Jürgen Tiede:Bareuther (Bareuter), Liesl (Lisl). In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 7, Saur, München u.a. 1993, ISBN 3-598-22747-7, S.52.
↑25 Jahre Burgenland. eine Rückschau auf seine politische, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1946, S. 59 (online).
↑Ergänzungsteil zum Offiziellen Ausstellungskatalog der Großen Deutschen Kunstausstellung 1943 im Haus der Deutschen Kunst zu München. 1943, S. 4 (online).
↑Die Künstlerin. In: wladimir-aichelburg.at. Abgerufen am 20. Juni 2025.
123Bareuther, Liesl. In: Rudolf Schmidt: Österreichisches Künstlerlexikon. von den Anfängen bis zur Gegenwart. Band 1: A–Dressler. Tusch, Wien 1980.