Ligota Tworkowska

Ligota Tworkowska
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Ligota Tworkowska (Polen)
Ligota Tworkowska (Polen)
Ligota Tworkowska
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Wodzisław Śląski
Gmina: Lubomia
Geographische Lage: 50° 1′ N, 18° 16′ OKoordinaten: 50° 1′ 28″ N, 18° 15′ 56″ O
Einwohner: 4 (2022)
Postleitzahl: 44-360
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SWD

Ligota Tworkowska (deutsch Ellguth-Tworkau) ist ein entvölkerter Ort in der Landgemeinde Lubomia im Powiat Wodzisławski der Woiwodschaft Schlesien in Polen.

Geschichte

Straße durch die Ligota Tworkowska

Der Ort „Elhoti“ am rechten Ufer der Oder im Troppau-Ratibor unter der Dynastie der Přemysliden wurde im Jahr 1437 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort trägt den in Schlesien verbreiteten Namen Ligota (Gnadenfrist, eine vorübergehende Befreiung von Abgaben). Dabei handelte es sich um Ortsgründungen des slawischen Landesausbaus im Mittelalter. 1784 wurde der Ort erstmals mit dem Zusatz Tworkau (Ellgut mit dem Beynamen Tworkau, nach dem benachbarten Dorf Tworków hinter der Oder) erwähnt, 1845 zweisprachig als Ellgoth Tworkau, auch Ellguth, Ligota.

Im Jahr 1437 starb der Herzog Johann II. (Troppau-Ratibor), Ratibor mit Elhoti kam zum Teil seines Sohns Wenzel. Nach dem Tod des Oppelner Herzogs Johann II. 1532 fiel Ellguth-Tworkau zusammen mit dessen Herzogtum durch Heimfall an Böhmen.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg und dem Vorfrieden von Breslau (1742) gelangte es an Preußen.

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 wurden in Ellguth, Tworkau 131 für den Anschluss an Polen und 36 Stimmen für den Verbleib bei Deutschland abgegeben.

Nach der polnischen Annexion Ost-Oberschlesiens 1922 gelangte Ligota Tworkowska zu Polen, die Oder wurde zu einem Grenzfluss und Ligota zu einem Grenzort. Unterbrochen wurde dies nur durch die Deutsche Besetzung Polens durch die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Von 1975 bis 1998 gehörte Ligota Tworkowska zur Woiwodschaft Katowice, heute gehört der Ort als Teil Oberschlesiens zur Woiwodschaft Schlesien.

Das Dorf litt unter zahlreichen Überschwemmungen, unter anderem in den Jahren 1854, 1880, 1881, 1903 und 1960, während es sich 1997 um ein Jahrhunderthochwasser handelte. 2017 wurde das Dorf entvölkert, um zu das Hochwasserrückhaltebecken Racibórz Dolny an der Oder zu eröffnen.

Commons: Ligota Tworkowska – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Kazimierz Rymut, Barbara Czopek-Kopciuch: Nazwy miejscowe Polski: historia, pochodzenie, zmiany. 6 (L-Ma). Polska Akademia Nauk. Instytut Języka Polskiego, Kraków 2005, S. 112 (polnisch, online).
  2. ↑ Ergebnisse der Volksabstimmung (Memento vom 8. November 2009 im Internet Archive), abgerufen am 5. November 2012.