Linda Kastrup (* 1999) ist eine deutsche Klimaaktivistin, Autorin und Sprecherin von Fridays for Future Deutschland.
Kastrup wuchs in Duisburg auf und absolvierte ihr Abitur am Landfermann-Gymnasium. 2020 fing sie während ihres Bachelor-Studiums in Erziehungswissenschaft an der Universität Duisburg-Essen an sich bei Fridays for Future zu organisieren. Zunächst war sie vor allem in der Ortsgruppe in Duisburg aktiv und reichte hier u.a. 2021 ein Bürgerbegehren für mehr städtischen Klimaschutz ein. Inzwischen arbeitet sie viel überregional und ist seit 2022 Sprecherin von Fridays for Future Deutschland. Damit vertritt sie FfF regelmäßig auf Podien, in der Pressearbeit oder bei anderen politischen Veranstaltungen mit bundesweiter Relevanz. In der Bewegung hat sie maßgeblich die Proteste rund um den Sterkrader Wald in Oberhausen, das Dorf Lützerath, sowie das Gersteinwerk in Hamm mitgetragen und organisiert die Bildungsarbeit, wie z.B. die Fridays-For-Future-Sommerkongresse mit.
Neben unterschiedlichen Kolumnen, wie „Fünf nach Zwölf“ oder bei Watson, die Kastrup mitschreibt, ist sie auch Autorin von unterschiedlichen Buchkapiteln, die sich mit dem Klimawandel und politischer Bildung befassen.
Im Anschluss an ihrem Bachelor hat sie 2023 den Master „Erwachsenenbildung“ an der Universität Duisburg-Essen angefangen.
Seit 2021 setzt sich Kastrup für den Erhalt des Sterkrader Waldes in Oberhausen ein, welcher von dem Autobahnausbau der A2/A3 gefährdet ist. 2022 forderte sie zusammen mit Luisa Neubauer bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz von Fridays for Future den sofortigen „Stopp des bundesweiten Autobahnausbaus“ und damit den Schutz des Waldes.
Im Sommer 2022 warf Linda Kastrup dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz vor, die Energiekrise gegen die Klimakrise auszuspielen. Den Erwartungen des Klimakanzlers, wie er sich während des Wahlkampfes selbst nannte, könne er nicht gerecht werden. Im Bezug auf die Petersberger Klimadialoge forderte sie, dass insbesondere den Ländern im globalen Süden zugehört werden müsse und finanzielle Mittel für die Klimafolgenanpassung bereitgestellt werden sollen.
Im Rahmen der Proteste rund um die Ausweitung des Kohletagebaus Garzweiler II setzte sich Kastrup 2022 und 2023 insbesondere für den Erhalt des Dorfes Lützeraths ein. Sie organisierte über Monate hinweg unterschiedlichste Veranstaltungen und Demonstrationen und kritisierte insbesondere RWE und die NRW-Landesregierung für das fragliche Gutachten, auf Basis dessen die Abbaggerung Lützeraths beschlossen wurde. Nach der großen Demonstration rund um die Räumung am 14. Januar 2023 betonte Kastrup, dass die Proteste hier noch nicht zu Ende seien.
2025 organisierte Kastrup unterschiedliche Aktionen in Duisburg zur anstehenden Kommunalwahl, mit Kritik an der Stadtgestaltung von Oberbürgermeister Sören Link.
2026 beteiligte sich Kastrup an den überregionalen Großprotesten in Hamm, die sich gegen den Gasausbau im Ruhrgebiet und die Gaspolitik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche richteten. Besonders die Verhinderung der eigentlichen Demoroute des Demo-Bündnisses durch die Polizei kritisierte sie hier.
Während einer der Hitzeperioden 2026 zog Kastrup Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Bundesregierung in die Verantwortung. „Die Bundesregierung tut in Sachen effektiver Klimapolitik quasi nichts. Es werden stattdessen diverse Scheinlösungen propagiert, zum Beispiel dass der Rhein tiefer gebuddelt werden soll oder dass das Sonntagsfahrverbot für LKWs aufgehoben wird“ sagt sie in einem Interview mit der Deutschen Welle.
Als Mitglied des Essener Bündnisses „Gemeinsam Laut“ organisierte Linda Kastrup die ersten großen Proteste gegen einen Bundesparteitag der AfD 2024 mit. Über 70.000 Personen demonstrierten an diesem Tag gegen die AfD. Kastrup feierte, dass an diesem Protest-Wochenende mehr Menschen auf der Straße waren, als die AfD selbst Mitglieder hatte.
Durch Kastrups politisches Engagement und Präsenz auf sozialen Medien wird sie immer wieder mit Hasskommentaren im Netz überflutet. Kastrup spricht sich insbesondere auch durch ihre persönliche Betroffenheit immer wieder gegen digitalen Hass und Hetze aus.
2025 postet sie ein virales Video auf TikTok über Kameras auf den Damen-Toiletten der Universität Duisburg-Essen. Sie kritisierte dort insbesondere die fehlende Transparenz der Universität mit den Studierenden diesbezüglich. Dies führte zu bundesweiter Berichterstattung und einigen Maßnahmen zum Schutz von Studierenden im Nachgang.
2022: Förderpreis der Duisburger Stiftung für Umwelt, Gesundheit und Soziales
| Personendaten | |
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| NAME | Kastrup, Linda |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Klimaaktivistin, Autorin und Sprecherin von Fridays for Future Deutschland |
| GEBURTSDATUM | 1999 |