Lingeigh

Lingeigh
Westküste von Lingeigh
Gewässer Atlantischer Ozean, Sea of the Hebrides
Inselgruppe Bishop's-Isles
Geographische Lage 56° 52′ 23″ N, 7° 34′ 30″ WKoordinaten: 56° 52′ 23″ N, 7° 34′ 30″ W
Lage von Lingeigh
Länge 700 m
Breite 550 m
Fläche 27 ha
Höchste Erhebung 83 m
Einwohner unbewohnt
Karte der Hebriden
Karte der Hebriden

Lingay (schottisch-gälisch Lingeigh) ist eine kleine Insel der Bishop’s-Isles im Süden der Äußeren Hebriden, die zu Schottland gehören.

Etymologie

Der Name Lingeigh oder auch Lingay leitet sich aus dem altnorwegischen lingey ab – eine Wortzusammensetzung aus lyng mit der Bedeutung Heide und – ey Insel. Lingey ist somit die „Heidekrautinsel“.

Geographie

Die kleine Insel Lingeigh liegt im knapp 4 Kilometer breiten Sund von Pabbay zwischen Pabbay im Süden und Sandray im Nordosten. Der Sund verbindet die Sea of the Hebrides im Osten mit dem offenen Nordatlantik im Westen. Pabbay befindet sich nur 1 Kilometer weiter südlich, nach Sandray im Nordosten sind es 2,8 Kilometer. Vatersay im Nordnordosten ist 3,9 Kilometer entfernt.

Die Insel ist in etwa rechteckig – in Nord-Süd-Richtung ist sie 700 Meter lang und in Ost-West-Richtung 550 Meter breit. Ihre Grundfläche beträgt 27 Hektar oder 0,27 Quadratkilometer. Ihre höchste Erhebung erreicht 83 Meter im Westen der Insel.

An der Südostseite der Insel befindet sich eine natürliche Höhle.

Kleinere, relativ beschützte Anlegestellen befinden sich in einer Bucht an der Südostküste, sowie an Felsschluchten (Slocs) entlang der südlichen Ostküste. Die gesamte West- und auch die Nordküste sind sehr rau und recht steil.

Die Wassertiefe um die Insel beträgt etwas mehr als 10 Faden, d. h. rund 20 Meter.

Benachbarte Inseln, Brandungspfeiler und Schären

Benachbarte Inseln von Lingeigh sind Greanamul 1,1 Kilometer weiter östlich und Flodday 1,8 Kilometer nordnordöstlich. Brandungspfeiler befinden sich an der Südspitze und entlang der zerklüfteten Nordküste. Schären sind nicht vorhanden.

Geologie

Lingeigh wird in seiner Gesamtheit von neoarchaischen Gneisen des Lewisians (Lewisian Gneiss Complex – LGC) unterlagert. Hierbei handelt es sich um polymetamorphoses Grundgebirge, das den Grad der Amphibolit-Fazies erreicht hat. Diese so genannten Graugneisen sind TTG-Gneise des Neoarchaikums, deren Protolithe auf rund 2.700 Millionen Jahre vor heute zurückgehen. Strukturell gehören die Quarz-Feldspat-Gneise zum Uist/Barra-Block. Die Quarz-Feldspat-Gneise enthalten auch Biotit, Hornblende und Alkalifeldspat, wobei die mafischen Phasen die Foliation des Gesteins festlegen.

Petrologie

Die Westlichen Gneise (siehe unterhalb) sind mittelkörnige, saure Orthogneise (Korngröße 2 bis 3 Millimeter), die Bänder mit älteren, mafischen Bestandteilen aufweisen. Typischer Mineralbestand ist Quarz (30 Volumenprozent), Plagioklas (30 Vol. %), Alkalifeldspat (15 Vol. %) und Hornblende (10 Vol. %). Der Rest wird meist von Pyroxen und Granat gestellt.

Tektonik

Südostküste von Lingeigh. Das Lewisian fällt hier leicht nach Nordost ein.

Lingeigh befindet sich – wie auch Flodday und alle benachbarten Inseln – tektonisch unterhalb, d. h. im Liegenden der Outer Hebrides Fault Zone (abgekürzt OHFZ). Im Hangenden dieser enormen Überschiebungszone, die rund 190 Kilometer an der Ostseite der gesamten Äußeren Hebriden in südsüdwestlicher Richtung entlang läuft, stehen Pyroxen-haltige Gneise an. Die OHFZ verläuft auf der Höhe von Lingeigh etwa 5 Kilometer weiter östlich im Becken der Sea of the Hebrides, gefolgt weiter beckeneinwärts von der Minch Fault 20 Kilometer östlich von Lingeigh. An Land wird die OHFZ in Ostnordost-Richtung erstmals am Ostrand von Sandray in etwas mehr als 6 Kilometer Entfernung angetroffen. Aufgrund dieser Tatsache werden die Graugneise des Lewisians hier auch als Westliche Gneise bezeichnet (Englisch Western Gneisses). Sie wurden heterogen verformt, insbesondere während des Laxfordians noch vor 1700 Millionen Jahren.

Die kleinen Inseln südlich von Barra zeichnen sich durch flaches Einfallen von 10° bis 30° nach Ost oder Nordost aus. Die Gesteine befinden sich hier auf dem Südflügel einer großen, regional während des Laxfordians angelegten Faltenstruktur (dL3). Die Variationen im Streichen ergeben sich aus einer späteren Faltungsphase mit steilen Achsenebenen.

Das Grundgebirge von Lingeigh wird von länger anhaltenden Brüchen und Kluftscharen strukturiert. Die Störungen sind nicht wahllos, sondern folgen ganz bestimmten Richtungen. Eindeutig vorherrschend ist die Nordwest-Südost-Richtung, gefolgt von der Nordost-, Nordnordost- und Nordrichtung bei den Klüften. Markante Felsschluchten an der Küste (Slocs) zeichnen die Nordwest- und die Nordost-Richtung nach.

Ökologie

Kormorane an der Ostküste von Lingeigh

Lingeigh ist ein bedeutender Brutplatz von Kormoranen.

Geschichte

Sloc oder Geodha an der Nordspitze mit Blick auf Flodday und Vatersay (rechts oben)

Die Insel ist unbewohnt.

Literatur

Commons: Lingeigh, Barra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Mac an Tàilleir, Iain, (2003) "Placenames K-O" (pdf) Edinburgh. Pàrlamaid na h-Alba. Abgerufen am 8. Juni 2008.
  2. ↑ P. D. Kinny, C. R. L. Friend und G. J. Love: Proposal for a terrane-based nomenclature for the Lewisian Gneiss Complex of NW Scotland. In: Journal of the Geological Society, London. Vol. 162, 2005, S. 175–186.
  3. ↑ Christopher Anthony Butler: Basement fault reactivation : the kinematic evolution of the Outer Hebrides Fault Zone, Scotland. In: Doktorarbeit. Durham University, 1995.
  4. ↑ P. W. Francis: Scourian-Laxfordian relationships in the Barra Isles. In: J. Geol. Soc. London. Vol. 129, 1973, S. 161–189.
  5. ↑ A. M.Hopgood und D. R. Bowes: Application of structural sequence to the correlation of Precambrian gneisses, Outer Hebrides, Scotland. In: Bull. Geol. Soc. Am. Vol. 83, 1972, S. 107–127.