| Vatersay | |
|---|---|
| Gewässer | Nordatlantik, Sea of the Hebrides |
| Inselgruppe | Äußere Hebriden |
| Geographische Lage | 56° 55′ 51″ N, 7° 32′ 17″ W |
| Länge | 4,6 km |
| Breite | 5,5 km |
| Fläche | 9,53 km² |
| Höchste Erhebung | Heiseabhal Mòr 190 m ü. NN |
| Einwohner | 83 (2025) 8,7 Einw./km² |
| Hauptort | Baile Bhatarsaigh |
Vatersay (Schottisch-gälisch: Bhatarsaigh) ist die südlichste bewohnte Insel der Äußeren Hebriden in Schottland und über den kurzen Vatersay Causeway mit der Insel Barra (Schottisch-gälisch: Barraigh) verbunden. Ihre Einwohner leben in der gleichnamigen Ortschaft Vatersay (Baile Bhatarsaigh), in Caolas und in Einzelgehöften auf dem südlichen Inselteil. Caolas ist die westlichste, dauerhaft besiedelte Ortschaft in Schottland, Baile Bhatarsaigh die südlichste der Äußeren Hebriden.
Der Name Vatersay ist laut gängiger Theorie altnorwegischen Ursprungs. Er ist eine Wortzusammensetzung aus Vatns und -ey bzw. -ay. Vatns ist der Genitiv des männlichen Substantivs Vatn mit der Bedeutung „Wasser“. Die Nachsilbe -ey bzw. -ay steht für „Insel“. Vatersay ist somit die „Insel des Wassers“ – was wahrscheinlich auf die enge Landverbindung zwischen dem Nord- und dem Südteil von Vatersay hinweisen dürfte und somit der Eindruck einer Omnipräsenz des Meeres entsteht.
Als Teil Schottlands gehört Vatersay zum Vereinigten Königreich. Council Area ist Comhairle nan Eilean Siar. Als lokale, Römisch-katholische Pfarrgemeinde fungiert Barra. In ihr sind 50,8 % der Mitglieder des Schottisch-Gälischen mächtig. Historisch bildete die Insel einst Teil vom County Inverness-shire.
Die Insel ist durch einen knapp 400 Meter breiten und 800 Meter langen Isthmus zweigeteilt – in eine nördliche, bergige und eine südliche, hügelige Hälfte, bedeckt von Torf und Machair. Verbunden sind die beiden Hälften durch einen schmalen Dünenstreifen, der von zwei langen Sandstränden gesäumt ist. Am westlichen, atlantischen Strand (Bàgh Siar oder West Bay mit dem Strand Tràigh Siar) ist die Wassertemperatur gewöhnlich merklich höher als in der Schottland zugewandten Bàgh Bhatarsaigh oder Vatersay Bay – ein Einfluss des Golfstroms, der die Küsten der Äußeren Hebriden streift.

Bedingt durch den Isthmus hat Vatersay eine sehr komplizierte äußere Gestalt. Die Insel gleicht in etwa einem auf der Seite liegenden H. Hinzu kommt, dass auch die Nordhälfte ihrerseits auf Höhe der Bàgh Chornaig eingeschnürt wird. Somit lassen sich drei, mehr oder weniger Ost-West-orientierte Teilbereiche unterscheiden. Der bedeutendste Teilbereich ist der mittlere, der von Bioruaslum im Westen bis Uinessan (auch Uineasan) im Osten reicht. Er wird bis zu 5,5 Kilometer breit und enthält die beiden höchsten Erhebungen – den 190 Meter hohen Heiseabhal Mòr und den 172 Meter hohen Heiseabhal Beag (auch in der Schreibweise Theiseabhal oder Heishival) etwas weiter ostwärts. Der 3,6 Kilometer breite Teilbereich im Süden ist wesentlich niedriger und erreicht im Am Meall 92 Meter an der Südostspitze. Der nördliche Teilbereich ist nur 2,5 Kilometer breit und mit 53 Meter am niedrigsten. In Nord-Süd-Erstreckung misst Vatersay 4,6 Kilometer. Die Grundfläche der Insel beträgt 9,53 Quadratkilometer oder 953 Hektar.
Vatersay wird im Norden durch den an seiner engsten Stelle nur 185 Meter breiten Sund von Vatersay (Caolas Bhatarsaigh) von Barra abgetrennt. Durch den Dammbau ist der Sund mittlerweile blockiert und die natürlichen Strömungen sind unterbrochen. Im Süden trennt der 800 Meter breite Sund von Sandray (Caolas Shanndraigh) die Insel von Sandray.
Südwestlich von Sandray folgen sodann die ebenfalls unbewohnten Eilande Lingeigh, Pabbay, Mingulay und Barra Head bzw. Berneray. Ferner erwähnenswert sind Flodday unmittelbar im Südwesten und Muldoanich im Osten.
Vatersay durchziehen zahlreiche kleine, aber nur sehr kurze Bäche und Wasserläufe. Auch sind einige, recht winzige Lochs (Seen) vorhanden. Der längste unter den Bächen erreicht knapp 600 Meter. Er entwässert den Sattel zwischen den beiden Heiseabhals nach Südwest in Richtung Trèseabaigh. Auch Drainagekanäle wurden in Senken angelegt, beispielsweise bei Eòrasdail und westlich der Ortschaft Vatersay.
Vatersay wird von mehreren Inseln unmittelbar umgeben. Dies sind Orasaigh im Nordosten, Bioruaslum im Westen und Snuasamul im Osten. Zahlreiche Schären (Schottisch-Gälisch Sgeir) sind vorhanden. Beispielsweise Sgeir Liath im Sund von Vatersay, Sgeir a' Chlogaidh und Sgeirean Màs a' Mhill im Südosten und Sgeir na Muice im Osten. Letztere Schäre leitet bereits zu den Schären von Muldoanich über. Kleinste Schären umgeben die Nordwestküste und die Westküste bei Sloc Mhàrtuin und Rubha Huilis (Huilish Point).

Neben dem bereits angesprochenen, 800 Meter langen Tombolo zwischen dem Mittel- und dem Südabschnitt von Vatersay, der beidseitig von Sandstränden und Dünenfeldern begleitet wird, finden sich auf Vatersay noch kleinere Sandstrände und assoziierte Dünen. Beispiele hierfür sind die Bàgh a' Deas an der Südküste südöstlich der Ortschaft Vatersay, zwei kleine Buchten nordwestlich der Schären Sgeir a' Chlogaidh an der östlichen Südküste, der Strand Tràigh Bhàrlais an der Nordwestküste, sehr kleine Sandfelder am Port a Bhàta an der Nordküste und am Hafen von Caolas (an der Bàgh Chornaigh) sowie drei kleine Sandstrände entlang der Nordostküste (beiderseits von Eilean Carragraich und am Übergang zu Uinessan).

Vatersay verfügt weder über einen eigenen Fährhafen noch einen Flugplatz. Die Fährverbindung zum Festland erfolgt von Castlebay auf Barra – mit der Fähre Caledonian MacBrayne nach Oban. Die Flugverbindung ermöglicht der Flughafen Barra Tràigh Mhòr im Norden Barras. Start und Landung bedienen sich hierbei des Sandstrands.
Über den Damm bei Caolas (auch Caolis) hat Vatersay seit Juli 1991 eine Straßenverbindung mit Barra. Von Caolas führt die Straße (der Hebridean Way) dann weiter nach Süden zum alten Hafen von Caolas, umfährt östlich den Heiseabhal Beag bis zum Tombolo und erreicht nach Durchqueren desselben schließlich die Ortschaft Vatersay im Süden. Kleine Abstecher bedienen Orasaigh und Port a' Bhàta im Norden, Uidh Bhatarsaigh im Nordosten und die Anlegestelle (Englisch jetty) der Ortschaft Vatersay.
Vor der Erbauung des Causeways konnte Vatersay nur über den Seeweg erreicht werden. Der Zugang erfolgte hierbei mit einer Fähre über den engen Sund von Vatersay, die Landestelle befand sich bei Caolas im Norden. Schiffe vom schottischen Festland ankerten gewöhnlich im natürlichen Hafen der Vatersay Bay im Osten der Insel. Weitere natürliche Häfen sind Port a Bhàta an der Nordküste, der Hafen von Caolas an der Bàgh Chornaig und die Bàgh a' Deas im Südosten der Ortschaft Vatersay. Es sind zahlreiche Landungsstege vorhanden, beispielsweise an der Bàgh Chornaig nördlich vom Heiseabhal Beag und zu Beginn von Uidh Bhatarsaigh, sowie zwei neu angelegte Landungsstege links und rechts des Causeways.
Vatersay wird in seiner Gesamtheit von Gneisen des Lewisians (Lewisian Gneiss Complex – LGC) unterlagert. Hierbei handelt es sich um polymetamorphoses Grundgebirge, das den Grad der Amphibolit-Fazies erreicht hat. Diese so genannten Graugneise sind TTG-Gneise des Neoarchaikums, deren Protolithe auf rund 2.700 Millionen Jahre vor heute zurückgehen. Strukturell gehören die Quarz-Feldspat-Gneise zum Uist/Barra-Block.
Die Quarz-Feldspat-Gneise enthalten auch Biotit, Hornblende und Alkalifeldspat, wobei die mafischen Phasen die Foliation des Gesteins festlegen. Die Westlichen Gneise sind mittelkörnige, saure Orthogneise (Korngröße 2 bis 3 Millimeter), die Bänder mit älteren, mafischen Bestandteilen aufweisen. Typischer Mineralbestand ist Quarz (30 Volumenprozent), Plagioklas (30 Vol. %), Alkalifeldspat (15 Vol. %) und Hornblende (10 Vol. %). Der Rest wird meist von Pyroxenen und Granat gestellt.
Vatersay wird wie auch Sandray im Osten gerade noch von der Outer Hebrides Fault Zone (abgekürzt OHFZ) berührt. Weiter südlich verschwindet die Verwerfungszone in der Sea of the Hebrides. Die bis zu 500 Meter breit werdende und relativ flach nach Osten einfallende Verwerfungszone trennt Creag Mhòr und Uinessan im Nordosten sowie Am Meall im Südosten von den Westlichen Gneisen des Liegenden. Sie zeichnet sich durch Pseudotachylite aus, welche am Kontakt sehr deutlich ausgeprägt sind und dann nach Osten und auch nach Westen etwas diffuser werden. Auch Kleinstörungen (engl. microfaults) treten hier auf. Am Kontakt erscheint jedoch keine groß angelegte Pseudotachylit/Ultraklastit-Zerreibungszone.
Die OHFZ dürfte etwas weiter im Osten untermeerisch von der Minch Fault abgeschnitten werden. Die generelle Kinematik entlang der Scherzone ist Hangend nach Westnordwest.

Die eigentliche Verwerfung ist nirgendwo direkt aufgeschlossen, macht sich aber im Gelände durch markante topographische Unterschiede bemerkbar. Ihr Hangendes baut sich aus den Östlichen Gneisen (engl. Eastern Gneisses) auf. Diese enthalten Orthopyroxen und sind sehr reich an Klinopyroxen und Granat. Ihre Protolithen sind aus ehemaligen Dioriten hervorgegangen. Ihre noch erkennbare Gneisbänderung streicht mehrheitlich Nordnordwest und fällt mit rund 50°, teilweise auch steiler, nach Ostnordost ein.
Eine zweite, an Pseudotachylit reichhaltige, Nordnordost-streichende Störungszone (mit intensiver Pseusotachylit-Bänderung) trennt 500 Meter weiter östlich Creag Mhòr von Uinessan. Größere Verwerfungen entlang dieser sekundären Störungszone fallen mit rund 50° nach Südost ein. Untergeordnete Verwerfungen in R-Scherungsmodus verweisen auf Dehnung mit Hangend nach Ost – und stellen somit eine Verbindung zu Detachment Faults auf Uist her. Die OHFZ hat somit nicht nur als reine Überschiebung agiert.

Vatersay bildet Teil des breiten Meeresschutzgebiets West Coast of the Outer Hebrides Special Protection Area mit der Nummer UK9020319. Das Schutzgebiet erstreckt sich nach Süden bis Sandray und umfasst die Südküste sowie die gesamte atlantische Westseite Vatersays.
Unter Schutz stehen insbesondere Seetaucher (Gaviiformes), Lappentaucher (Podicipediformes) sowie Meerenten und Säger (Mergini). Auch Papageitaucher (Fratercula arctica) und Graureiher (Ardea cinerea) kommen auf Vatersay vor – mit Wachtelkönig (Crex crex) im Machair.
Insgesamt sind auf Vatersay 105 Vogelarten bekannt, darunter seltene und bedrohte Arten. Folgende Taxa sind auf Vatersay vertreten: Greifvögel (Accipitriformes), Gänsevögel (Anseriformes), Regenpfeiferartige (Charadriiformes), Tauben (Columbiformes), Rackenvögel (Coraciiformes), Kuckucksvögel (Cuculiformes), Kranichvögel (Gruiformes), Falkenartige (Falconiformes), Seetaucher (Gaviiformes), Sperlingsvögel (Passeriformes), Pelecaniformes, Röhrennasen (Procellariiformes) und Suliformes.
Zu den erwähnten Vogeltaxa treten Otter, Kegelrobben, Delfine und Riesenhai (Cetorhinus maximus).

Ein recht seltenes Florenelement ist die Strandwinde (Calystegia soldanella), die sonst nur noch in Eriskay vorkommt. Orchideen sind mit der Grünen Hohlzunge (Coeloglossum viride), dem Fleischfarbenen Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata), Dactylorhiza fuchsii im Machair, dem Gefleckten Knabenkraut (Dactylorhiza maculata), Dactylorhiza × transiens und der Drehwurz (Spiranthes romanzoffiana – Romanzoffs Drehwurz), vertreten. Auch Kreuzblumen (Polygala) kommen vor, sowie Gewöhnlicher Igelschlauch (Baldellia ranunculoides), Stielfrüchtiger Wasserstern (Callitriche brutia), Frühlings-Segge (Carex caryophyllea), Binsenblättrige Segge (Carex maritima), Moor-Labkraut (Galium uliginosum), Acker-Witwenblume (Knautia arvensis), Kriechender Hauhechel (Ononis repens), Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper), Gewöhnlicher Wasserhahnenfuß (Ranunculus aquatilis), Schild-Wasserhahnenfuß (Ranunculus peltatus), Rubus radula und Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor). Untern den Farnen ist der Geröll-Wurmfarn ('Dryopteris oreades) nennenswert, als Baumart tritt noch die Sal-Weide (Salix caprea) hinzu.

Vatersay ist reich an prähistorischen Überresten.
Dun Bioruaslum ist ein Promontory Fort auf einer etwa 16 Hektar großen Gezeiteninsel an der Westküste. Es dürfte ins Neolithikum zu datieren sein.
Ein Dun der Mittleren Eisenzeit Schottlands (zirka 200 v. Chr. bis 200 n. Chr.) oder vielmehr ein Broch ist Dun a' Chaolais (SM5205) westlich von Caolas und oberhalb des Sunds von Vatersay. Der Broch misst gut 16 Meter im Durchmesser, seine Mauern erreichen eine Stärke bis zu 4 Meter mit Resten einer 1 Meter breiten Galerieaussparung in ihrer Mitte (der Außen- und Innenmauerring war somit 1,5 Meter breit). Er wird von Historic Environment Scotland als einer der besterhaltenen Brochs angesehen, welcher bisher noch nicht ausgegraben wurde. Seine leicht nach innen geneigten Außenmauern sind noch etwas mehr als 1 Meter hoch, jedoch im total verschütteten Innenbereich 2,5 Meter. Flach auf den beiden Mauern verlegte Gesteinsplatten geben ein erstes Stockwerk zu erkennen. Auch Kragsteine für Holzbalken sind zu erkennen. Der Broch war mindestens 10 Meter hoch. Steine mit einer Größendimension bis zu 1,5 × 0,9 × 0,6 Meter waren verbaut worden. Der Eingang zum Broch befand sich auf der Nordostseite und war von Wächterzellen umgeben. Umgeben wurde der Broch auf der Nordwestseite von einer mit Grassoden bedeckten Einfriedung, die Mäuerstümpfe eines 3,5 × 2 Meter großen, rechteckigen Bauwerks erkennen lässt. Auf der Süd- und Südostseite befand sich ein weiteres, sehr ähnliches Bauwerk mit mindestens 4 Shielings. Alles deutet somit auf eine dauernde Bewirtschaftung bis zurück in die Eisenzeit hin.
Ein weiteres Dun (SM5206) wird nördlich vom Beinn Ruilibreac (auch Ben Rulibreck) angetroffen, knapp 500 Meter nordwestlich von Baile Bhatarsaigh Post Office. Die Überreste des befestigten Duns liegen auf einer kleinen Anhöhe. Sie werden der mittleren bis späten Eisenzeit zugeordnet – d. h. dem Zeitraum 200 v. Chr. bis etwa 600 n. Chr. Die Steine des Duns sind größtenteils entfernt worden, dennoch ist ein ovaler Grundriß mit 12,7 Meter in Nord-Süd-Richtung und 10,4 Meter in Ost-West-Richtung zu erkennen. Die Mauerstärke betrug 3,5 Meter. Der Dun wurde von einer imposanten Außenmauer abgeschirmt, die aber nur noch am Südabhang und im Osten zu erkennen ist. Zwischen dem Dun und der Außenmauer befand sich ein kleiner, 10 Quadratmeter messender, rechteckiger Platz.
In der Nähe von Dun a' Chaolais befindet sich das Ganggrab von Cornaigh Bay (Bàgh Chornaigh), das auf das 3. Jahrtausend v. Chr. datiert wurde. Der Cairn des Ganggrabs ist 12 Meter breit, seine Höhe kann jedoch wegen umfassenden Steinraubs nicht angegeben werden. Die großen, aufrecht stehenden Steine des Gangs sind aber noch vorhanden. Der Gang öffnet nach Ostsüdost und die Grabkammer ist unterteilt.
Eine Grabstätte aus der Bronzezeit befindet sich bei Trèseabhaig südlich vom Heiseabhal Mòr. Auch Rundhäuser aus der Bronzezeit sind bekannt.
Insgesamt wurde die erstaunliche Anzahl von 38 kreisförmigen Cairns auf Vatersay identifiziert. Hierzu gehören die beiden Typen kerbed cairn und bordered cairn, wobei allein 25 zum Typus kerbed cairn gehören. Viele kerbed cairns finden sich am Huilish Point (Huilish Beg) an der Südwestspitze. Ein um 1.000 v. Chr. erbauter Cairn liegt westlich der Ortschaft Vatersay.

Ferner steht ein Menhir (SM5204) aus der Megalithzeit bei Cuithe Heillanish etwa 500 Meter südsüdwestlich der Ortschaft Vatersay und 150 Meter südwestlich vom Beinn Ruilibreac. Die Megalith-Zuordnung ist jedoch nicht gesichert, da der aufrecht stehende Stein für eine Einfriedung verwendet wurde.
Ins Mittelalter gehen die Ruinen einer ehemaligen Kapelle oder Kirche zurück, es sind aber nur noch Mauerstümpfe vorhanden. Die Bezeichnung dieser ehemaligen religiösen Stätte mit Friedhof lautet Cille Bhrianain (SM6000) und sie befindet sich auf Uinessan im Nordosten. Sie trug einst auch den Namen Caibeal Moire nan Ceann bzw. engl. Chapel of Mary of the Heads (Marienkapelle der Köpfe) – war also der Heiligen Maria geweiht. Eventuell liegt sie über einem ehemaligen Siedlungsplatz.
Am 28. September 1853 kam es vor Vatersay zu einem katastrophalen Schiffsunglück. Durch einen schweren Sturm wurde die Annie Jane – ein Auswanderungsschiff von Liverpool nach Québec – vor der Bàgh Siar an Land geworfen und sank. Rund 350 Personen von ursprünglich 450 verloren dabei ihr Leben. Ein im Jahr 1880 errichteter Obelisk erinnert jetzt in der Nähe der beiden Massengräber der Opfer an den Vorfall.

Ab 1906 begannen die Vatersay Raiders sich auf Vatersay niederzulassen. Im Zuge der Highland Clearances hatte die Eignerin und Großgrundbesitzerin Emily Gordon Cathcart die Insel zwischen 1878 und 1906 auf Schafzucht ausgerichtet. Landlose Crofter auf Mingulay und Barra kämpften mittlerweile um ihre Existenz. Die Vatersay Raiders richteten sich folglich auf Vatersay ein, erbauten anfangs Hütten und kultivierten den Boden. Lady Gordon Cathcart brachte sie daraufhin vor Gericht und die Vatersay Raiders wurden zwei Monate inhaftiert. Diese Entscheidung erzeugte öffentlichen Aufruhr, so dass schließlich der schottische Staat einschritt und 1909 in Gestalt der Congested Districts Board Vatersay und die umliegenden Inseln aufkaufte und das Land in Crofts unterteilte, welche von den Vatersay Raiders und anderen besiedelt wurden. Die juristische Niederlage der Vatersay Raiders hatte sich somit zu einem Sieg für die örtliche Bevölkerung verwandelt.
Aus Dankbarkeit stiftete einer der Vatersay Raiders Croftland für die Katholische Kirche. So konnte im Jahr 1913 auf Uidh die Kapelle Our Lady of the Waves and St John (Unsere Dame der Wellen und Heiliger Johannes) eingeweiht werden, welche der Diözese Barra untersteht.

Am 12. Mai 1944 stürzte während des Zweiten Weltkriegs im Berghang des Heiseabhal Beags in der Nähe der Vatersay Bay ein Flugboot des Typs Consolidated PBY ab. Von den 9 Besatzungsmitgliedern des von Oban gestarteten Probeflugs starben 3, 6 überlebten. Das Wrack ist noch zu sehen und auch hier erinnert eine Schautafel an den Vorfall.
Als Folge einer schlechten Infrastruktur drohte Vatersay ab Mitte des 20. Jahrhunderts vollständig von Menschen verlassen zu werden. Einkäufe, Arzt- und Kirchenbesuche waren nur durch Übersetzen mit dem Boot zum benachbarten Barra möglich. Erst der Bau des Vatersay Causeways – einem Straßendamm nach Barra nahe dessen Hauptort Castlebay – beendete den Exodus.
Im Jahr 2001 hatte Vatersay noch 94 Einwohner und im Jahr 2011 wurden 90 Personen auf Vatersay registriert, die auf Vatersay als Schafzüchter oder vom Tourismus leben oder auf Barra ihren Lebensunterhalt verdienen. Umgangssprache ist neben Englisch vor allem Schottisch-Gälisch. Der letzte Zensus von 2025 ergab noch 83 Einwohner auf Vatersay.
Vatersay kann jetzt über den Damm von Barra aus erreicht werden. Auf der Strecke verkehren mehrmals täglich Busse.
Baile Bhatarsaigh verfügt über eine große Community Hall (Gemeinschaftshaus), ein altes Schulgebäude und eine Post.

Zu den Sehenswürdigkeiten gehört die Wüstung Eòrasdail im Südosten. Von den Häusern stehen nur noch Außenmauern und Kamine. Die Häuser waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den aus Barra und Mingulay stammenden Vatersay Raiders erbaut worden.