| Muldoanich | |
|---|---|
| Gewässer | Nordatlantik, Sea of the Hebrides |
| Inselgruppe | Äußere Hebriden |
| Geographische Lage | 56° 55′ 51″ N, 7° 32′ 17″ W |
| Länge | 1,25 km |
| Breite | 1 km |
| Fläche | 78 ha |
| Höchste Erhebung | Cruachan na h-àin 153 m ü. NN |
| Einwohner | unbewohnt |
Muldoanich ist eine unbewohnte Insel der Bishop’s Isles am Südrand der Äußeren Hebriden Schottlands.
Der Name Muldoanich ist sehr wahrscheinlich eine Anglifizierung des Schottisch-Gälischen Maol Dòmhnaich mit der Bedeutung „Duncan’s Rundhügel“. Der Name Duncan stellt ebenfalls eine Anglifizierung des Schottisch-Gälischen Dòmhnaich dar (gewöhnlich wird jedoch für Duncan der Name Donnchadh als Ursprung angesehen bzw. eine Herleitung aus dem Irischen Ó Duinnchinn).
Eine andere Version geht von Mul Domhnach aus – dieser Name findet sich auf Karten des Ordnance Surveys und bedeutet „Sonntagsinsel“.
Muldoanich besitzt eine Grundfläche von 78 Hektar oder 0,78 Quadratkilometer. Die Insel erreicht ihre höchste Höhe im 153 Meter hohen Cruachan na h-àin – dem „Mittagshügel“. Muldoanich hat in etwa die Gestalt eines umgekehrten Dreiecks, wobei die Spitze nach Süden zeigt. Die Länge der Insel in Nordnordost-Richtung beträgt 1,25 Kilometer, die Breite in Ostsüdost-Richtung 1,0 Kilometer.
Die große Nachbarinsel Vatersay befindet sich westlich von Muldoanich. Die kürzetse Distanz zwischen den beiden ist 2,3 Kilometer (nach Uinessan im Westnordwesten). Die Landspitze Am Meall im Westen ist bereits 3,2 Kilometer entfernt. Die kürzeste Entfernung nach Barra (zur Landspitze Rudha Chàrnain im Norden) beträgt 2,7 Kilometer. Der Hauptort Castlebay im Süden Barras liegt nordnordwestlich von Muldoanich und ist 4,5 Kilometer entfernt. Der Haupthafen Barras Castlebay wird mittels der Fähre von Oban aus erreicht – wobei die Insel Muldoanich auf der Anfahrt einen herausragenden Geländepunkt darstellt.

Die Insel selbst ist bergig und besitzt keinerlei flache Stellen. Ihr Gipfel liegt mehr oder weniger zentral. Sie ist dem Nordatlantik abgewandt und wird von der Sea of the Hebrides beeinflusst.
Eine weitere Nachbarinsel ist Sandray im Südwesten. Die kürzeste Entfernung zu ihr beträgt 3,4 Kilometer.
Die Entfernungen über die Sea of the Hebrides zu den Inseln in Richtung schottisches Festland lauten wie folgt: Canna im Ostnordosten 51 Kilometer, Skye im Nordosten 65 Kilometer, Rùm im Osten 59 Kilometer und Coll im Südosten 58 Kilometer. Zum Festland selbst bei Ardnamurchan im Ostsüdosten sind es bereits 74 Kilometer (sämtliche Entfernungsangaben in Luftlinie).

Die Insel hat keine guten Landungsplätze, geankert wird meist hinter der Nordwestspitze Rudh a’ Mhorbuile, manchmal auch an der Westküste.
Muldoanich besitzt nur zwei kleine, nicht mehr als 100 Meter lange Bäche. Einer zieht die Nordostseite herab und ein zweiter entwässert den Felsabbruch der Creag na h-Iolaire im Südosten.

Die Südspitze ist bei Hochwasser eine abgetrennte Insel und wird durch eine markante, Südost-streichende Felsschlucht abgetrennt.
Muldoanich hat drei größere Schären aufzuweisen – einmal direkt an der Südspitze, An Laogh an der Nordküste und die Schärengruppe Sgeirean Fiaclach im Nordwesten. Letztere sind zwischen 550 und 800 Meter von Muldonaich abgesetzt und leiten hinüber zur 850 Meter entfernten Schäre Sgeir na Muice im Nordwesten, zur Insel Snuasimul (1100 Meter im Nordwesten) und schließlich nach Uinessan (1500 Meter im Nordwesten), das bereits einen Außenposten von Vatersay darstellt.
Neben der bereits angeführten Südspitze haben sich entlang der Küste Muldoanichs mehrere geradlinige Felsschluchten (Schottisch-Gälisch sloc) eingeschnitten, welche den Vorzeichnungen des Grundgebirges folgen. Die zwei bedeutendsten finden sich an der Südostküste unterhalb der Creag na h-Iolaire. Kleinere Slocs markieren die Westküste.
Muldoanich befindet sich bereits im Hangenden der Outer Hebrides Fault Zone (abgekürzt OHFZ). Die Verwerfungszone verläuft rund 3 Kilometer nordwestlich bzw. 3,5 Kilometer westlich durch den Ostrand Vatersays.
Die Gesteine bauen sich aus den Östlichen Gneisen (Englisch Eastern Gneisses) des Lewisians (Lewisian Gneiss Complex – LGC) auf. Diese Gneise enthalten im Gegensatz zu den Westlichen Gneisen (engl. Western Gneisses) des Liegenden Orthopyroxen und sind sehr reich an Klinopyroxen und Granat. Ihre Protolithen sind aus ehemaligen Dioriten hervorgegangen. Strukturell gehören die Gneise zum Uist/Barra-Block.
Die Foliation der Gneise liegt relativ flach. Deutlich erscheinen Kluftscharen und Bruchsysteme, denen Slocs und Bachläufe folgen. Bevorzugt sind kardinale Richtungen wie vorrangig Südost, aber auch Nord, Ost, Nordnordost und Nordnordwest, sowie untergeordnet Ostsüdost und Ostnordost. Ausgeprägte Ost- bis Ostsüdst-streichende Lineamente durchtrennen die Insel und gliedern sie in drei Bereiche:
Ein weiteres bedeutendes Lineament durchschlägt in etwa mittig den Mittelteil in Nordnordwest-Richtung und setzt sich dann unter Schleppung noch in den Hauptteil fort. Wichtig sind auch noch zwei Nordwest-streichende Lineamente – eine durchquert den Südfortsatz und die andere, ausgehend von der Ostküste, die Creag na h-Iolaire entlang dem bereits erwähnten Bach.

Auf den Schären Sgeirean Fiaclach sind Kegelrobben (Halichoerus grypus) beheimatet.
Paul Smith und Richard Pankhurst (2008) geben für Muldoanich folgende Pflanzentaxa an: Pyramiden-Günsel (Ajuga pyramidalis), die Augentroste Euphrasia × electa, Euphrasia foulaensis, Euphrasia marshallii, Euphrasia ostenfeldii, Gewöhnlicher Rot-Schwingel (Festuca rubra) und Rote Lichtnelke (Silene dioica).
Muldoanich ist jetzt unbewohnt. Ob die Insel auch in der Vergangenheit unbewohnt war, kann in Ermangelung eindeutiger archäologischer Befunde nicht entschieden werden. Etwa 50 Meter östlich unterhalb des Gipfels steht ein kleiner Cairn, dessen Alter jedoch unbekannt ist. Er misst nur 1,4 × 1,2 Meter und besteht aus zwei großen und vielen kleinen Steinen.
Südwestlich des Felsabbruchs Creag na h-Iolaire ist außerdem ein kleiner Felsunterstand (engl. shelter) bekannt. Es handelt sich hierbei um eine kreisförmige Steinstruktur, die jetzt eingestürzt ist. Der Unterstand des Typus A befindet sich auf knapp 90 Meter Höhe direkt am Lineament, das den Norden des Mittelteils begrenzt.
Einen möglichen Anhaltspunkt liefert die südliche Landspitze Vanish. Das Schottisch-Gälische Wort bedeutet „Landvorsprung des Hauses“ oder auch „geheiligter Platz“ – und lässt daher vermuten, dass diese Stelle früher einmal besiedelt war.
Im 16. Jahrhundert schrieb Dean Donald Monro über Muldoanich. Er bezeichnete die Insel damals als Scarp („Geländekante“). Im Atlas von Willem Blaeu aus dem Jahr 1654 erscheint die Insel sodann noch als Scarpa.
Martin Martin benannte im Jahr 1695 auf seiner Reise um die Western Isles die Insel als Muldonish. Er schreibt:
„Ihr Umfang beträgt gut 800 Meter. Der Mittelteil der Insel ist recht hoch und von Heidekraut und Moos bedeckt. Sie hat noch ausreichend Wald – genug, um siebzig bis achtzig Hirsche zu unterhalten.“