Liselotte Folkerts

Liselotte Folkerts (* 8. Mai 1929 in Münster) ist eine deutsche Autorin und Herausgeberin mit zahlreichen Publikationen zur Kunst- und Literaturgeschichte Westfalens.

Leben

Folkerts kam als Tochter des Bibliothekars Bruno Haas-Tenckhoff (1893–1978) und Paula Haas, geb. Klausmeyer (1907–?), als Liselotte Haas in Münster zur Welt. Sie legte 1949 am Mädchengymnasium in Münster, dem späteren Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, ihr Abitur ab und studierte anschließend an der Westfälischen Wilhelms-Universität Rechtswissenschaft. 1953 heiratete sie den Juristen Helmut Folkerts. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Nach dem Referendariat und der juristischen Staatsprüfung 1957 arbeitete sie von 1957 bis 1964 als Rechtsanwältin am Amtsgericht Höxter und am Landgericht Paderborn. 1964 zog die Familie zurück nach Münster. Folkerts gab ihren Beruf auf und beschäftigt sich seitdem mit der Kunst- und Literaturgeschichte Westfalens und der Stadt Münster.

Wirken

Den Schwerpunkt ihrer publizistischen Arbeit setzte Folkerts anfangs auf Anthologien zur Stadt Münster. Die 1982 erstmals erschienene Gedichtsammlung Münster und das Münsterland im Gedicht geht zurück auf Vorarbeiten ihres Vaters Bruno Haas-Tenckhoff und wurde unter dem Titel Liebe Stadt im Lindenkranze – Münster und das Münsterland in Gedichten und Bildern in erweiterten Auflagen gedruckt. Historische Zeugnisse zur Geschichte Münsters und Westfalens versammelt der Band Münster: nicht immer war es Liebe auf den ersten Blick, der ebenfalls mit erweitertem Umfang nachgedruckt wurde. Über Clara Ratzka und Anton Matthias Sprickmann legte sie kleinere Einzelstudien zu westfälischen Schriftstellern vor. Ferner untersuchte Folkerts die Beziehungen namhafter Schriftsteller zu Westfalen, etwa von Johann Georg Hamann, Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe.

Zusammen mit ihrem Mann Helmut baute sie eine Sammlung von Bildnissen Annette von Droste-Hülshoffs auf, die mehrere Hundert Gemälde und Graphiken umfasste. 2018 vermachte Folkerts diese Sammlung als Schenkung der Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung. Einzelne Gemälde daraus sind im Droste-Museum auf Burg Hülshoff zu sehen. Folkerts gab anlässlich des 200. und des 210. Geburtstages Annette von Droste-Hülshoffs zwei Ausstellungskataloge mit künstlerischen Arbeiten zu Person, Leben und Werk der Dichterin heraus. In kleinerem Umfang widmete sich Folkerts der Rezeption von Münsteraner Bauwerken in Literatur und Kunst, namentlich Haus Rüschhaus und Haus Lütkenbeck. Sie veröffentlichte darüber hinaus seit 1981 zahlreiche Beiträge in der Beilage „Auf roter Erde“ der Westfälischen Nachrichten.

Auszeichnungen

Mitgliedschaften

Liselotte Folkerts ist Mitglied in folgenden literarischen Gesellschaften:

Veröffentlichungen

Monographien

Herausgeberschaften

Einzelnachweise

  1. ↑ Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. DNB, abgerufen am 4. Mai 2025.
  2. 1 2 Profil von Liselotte Folkerts. In: NRW-Literatur-Online-Datenbank. 1. Juli 2021, abgerufen am 4. Mai 2025.
  3. ↑ Henning Stoffers: Liselotte Folkerts. In: Münster: Menschen, Geschichten und Erinnerungen. Stadtarchiv Münster, 1. Dezember 2018, abgerufen am 4. Mai 2025.
  4. ↑ Pressetermin Droste-Stiftung: Präsentation Kunstwerke aus der Schenkung Folkerts. In: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). 28. Februar 2020, abgerufen am 4. Mai 2025.
  5. ↑ Folkerts, Liselotte – Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren. Abgerufen am 4. Mai 2025.
  6. ↑ Erhard Obermeyer: Maßgeschneiderte Ehrung für Literatin Folkerts. In: Westfälische Nachrichten. 13. Mai 2011, abgerufen am 4. Mai 2025.
Personendaten
NAME Folkerts, Liselotte
KURZBESCHREIBUNG deutsche Autorin und Herausgeberin
GEBURTSDATUM 8. Mai 1929
GEBURTSORT Münster