Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20°C
Lithiumbromid (LiBr) ist das Lithiumsalz der Bromwasserstoffsäure. Es bildet farblose, stark hygroskopische Kristalle mit einem Schmelzpunkt von 550°C, einem Siedepunkt von 1265°C und einer Dichte von 3,46g·cm−3. Die Lösungsenthalpie in Wasser beträgt −48,83kJ/mol.
Neben dem wasserfreien Lithiumbromid existieren noch verschiedene Hydrate, bekannt sind LiBr · n H2O mit n = 1, 2, 3 und 5. Das Monohydrat LiBr·H2O hat eine Dichte von 2,51 g·cm−3, etwa um 27% weniger als wasserfreies LiBr.
Das beim Umsetzen von elementarem Brom mit Lithiumhydroxidlösung neben Lithiumbromid entstehende Lithiumhypobromit kann mit Ameisensäure oder Ammoniak zu Lithiumbromid reduziert werden.
Das wasserfreie Lithiumbromid kann auch durch Reaktion von Lithiumhydrid mit Brom hergestellt werden.
Eigenschaften
Löslichkeitsgrenzen von LiBr im T-ξ –Diagramm Löslichkeitsdiagramm von LiBr
Lithiumbromid ist hygroskopisch, konzentrierte Lösungen mit 50% LiBr reduzieren den Dampfdruck des Wassers um ca. 80%. Es ist sehr gut löslich in Wasser, bei 20°C sind 60%ige Lösungen herstellbar. Auch in Ethanol und Ethylenglycol ist es gut löslich. Die Löslichkeit ist gering vom Druck, jedoch stark von der Temperatur abhängig. Abhängig von der Temperatur existieren verschiedene Hydrate des Lithiumbromids: unter 4°C das Trihydrat LiBr·3H2O, zwischen 4 und 44°C das Dihydrat LiBr·2H2O und zwischen 44 und 159°C das Monohydrat LiBr·H2O. Bei noch höheren Temperaturen ist das Anhydrat stabil. Das Löslichkeitsdiagramm weist beim Übergangspunkt vom Monohydrat zum Anhydrat einen Knick auf.
↑David R. Lide(Hrsg.):CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90.Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/ Taylor and Francis, Boca Raton FL, Index of Refraction of Inorganic Crystals, S.10-246.
↑Erich Meister: Grundpraktikum Physikalische Chemie. 2006, ISBN 3-8252-8329-1.
↑Autorenkollektiv: Organikum. 21. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2001, ISBN 3-527-29985-8, S.1151–1152.
↑Herold, Keith; Radermacher, E.; Klein, Reinhard; Sanford, A.: Absorption Chillers and Heat Pumps. Boca Ration: CRC Press, 1996, ISBN 0-8493-9427-9.
12R. Abegg, F. Auerbach, I. Koppel: Handbuch der anorganischen Chemie. Verlag S. Hirzel, 1908, 2. Band, 1. Teil, S.128–129. Volltext