| Fernsehserie | |
| Titel | Lolek und Bolek |
|---|---|
| Originaltitel | Bolek i Lolek |
| Produktionsland | Polen |
| Idee | Władysław Nehrebecki |
| Musik | Waldemar Kazanecki, Tadeusz Kocyba |
| Erstausstrahlung | 12. Aug. 1962 auf Telewizja Polska |


Lolek und Bolek (im polnischen Original Bolek i Lolek) ist der Name einer polnischen Comicserie und mehrerer Zeichentrickfilme, deren Hauptfiguren dabei in vielen deutschen sowie anderssprachigen Titeln (z. B. denen der Comic-Hefte) oft auch in ihrer ursprünglichen Reihenfolge Bolek und Lolek genannt werden, im Englischen außerdem „Jym and Jam“ oder „Bennie and Lennie“.
Protagonisten sind die beiden Brüder Bolek (der größere) und Lolek (der kleinere), die Leszek Lorek (1922–1977), Alfred Ledwig (1929–2006) und Władysław Nehrebecki (1923–1978) im Jahre 1962 als Beitrag zu einer Ausschreibung schufen und 1963 per Vertrag an das polnische Trickfilmstudio Studio Filmów Rysunkowych in Bielsko-Biała lizenzierten. Zu Berühmtheit gelangten Lolek und Bolek durch eine langlebige Trickfilmserie, die 1964 mit dem preisgekrönten Kurzfilm Die Armbrust begann. So hatten die beiden bis 1986 ihren Auftritt in über 150 Kurzfilmen. 1973 wurde das Duo auf Wunsch der Zuschauerinnen um eine weitere, diesmal weibliche Figur namens Tola ergänzt, die erstmals in der gleichnamigen Folge „Tola“ und danach noch in insgesamt 29 weiteren Folgen auftrat. Die Filme entstanden überwiegend unter der Regie von Władysław Nehrebecki, dem Leiter des Studios, häufig nach Drehbüchern von Leszek Mech.
Nachdem der Lizenzvertrag 1973 nicht mehr erneuert wurde, produzierte das Studio ohne Genehmigung des Schöpfers oder entsprechende Kompensation weitere Filme, darunter die beiden abendfüllenden Zeichentrickfilme „Die große Reise von Bolek und Lolek“ von 1977 und „Bolek und Lolek im Wilden Westen“ von 1986, die sich auch im Ausland großer Beliebtheit erfreuten. Mittlerweile gibt es davon diverse deutsche und polnische DVD-Editionen, während hinter den Kulissen seit nunmehr 30 Jahren ein inzwischen bis zum Europäischen Gerichtshof vorgedrungener Rechtsstreit zwischen dem zuletzt in Leverkusen lebenden Alfred Ledwig, den Erben von Nehrebecki, dem Trickfilm-Studio sowie der Republik Polen, die die Figuren als nationales Kulturgut betrachtet, tobt.
Die Geschichten erfreuten sich auch in der DDR großer Beliebtheit. Hier erschienen dazu seit Mitte der 1970er Jahre im sorbischen Domowina-Verlag in Bautzen zehn bebilderte, großformatige, je 16-seitige Hefte („Die goldene Stadt der Inkas“, „Der Orinoko“, „In den Wäldern Kanadas“, „Bisonjäger“, „Die Tiere der Serengeti“, „Das Grab des Pharao“, „In der Wüste Gobi“, „Yeti“, „Die Perlenfischer“ und „In den Steppen Australiens“), geschrieben von Władysław Nehrebecki und Leszek Mech und gezeichnet von Alfred Ledwig, die in den Folgejahren immer wieder neu aufgelegt wurden.

2011 wurde ein Bolek-und-Lolek-Denkmal aus Bronze von Roman Nehrebecki und Jan Nehrebecki, den beiden Söhnen des Regisseurs Władysław Nehrebecki, im Zentrum von Bielsko-Biała eingeweiht.
- Lolek und Bolek (13 Episoden) – 1963–1964
– Lolek und Bolek in den Sommerferien (13 Episoden) – 1965–1966
– Lolek und Bolek reisen um die Welt (18 Episoden) – 1968–1970
– Lolek und Bolek im Märchenland (13 Episoden) – 1970–1971
– Die Abenteuer von Lolek und Bolek (63 Episoden) – 1972–1980
– Lolek und Bolek im Wilden Westen (7 Episoden) – 1972
– Spass und Spiele mit Lolek und Bolek (7 Episoden) – 1975–1976
– Die große Reise von Lolek und Bolek (15 Episoden) – 1978
– Lolek und Bolek bei den Bergleuten (7 Episoden) – 1980
– Lolek und Bolek bei der Olympiade (13 Episoden) – 1983–1984
– Lolek und Bolek in Europa (5 Episoden) – 1983–1986
Spielfilme
Filme aus Episoden
Bildungsfilme