Lori Robin Weintrob (geboren 1966 in Brooklyn) ist eine US-amerikanische Historikerin, Professorin für Geschichte sowie Mitgründerin und Direktorin des Holocaust, Genocide and Human Rights Education Center am Wagner College in Staten Island, New York. Sie initiierte zahlreiche Projekte zu den Themen Holocaust, Diversität und interkultureller Dialog.
Lori Weintrobs Vorfahren waren verfolgte jüdische Einwanderer, die nach Amerika geflohen waren. Ein Großvater kam aus dem deutsch besetzten Polen, der andere aus einem von NS-Deutschland besetzten Gebiet der heutigen Ukraine. Lori wuchs in Far Rockaway, Queens, auf, bevor sie nach Brooklyn zog und dort die Stuyvesant High School besuchte. In ihrer Freizeit war sie als Präsidentin der United Synagogue Youth Group tätig.
Nach der High School studierte Weintrob zwei Jahre in Frankreich. Zurück in den Vereinigten Staaten studierte sie Geschichte an der Princeton University in New Jersey bei dem Holocaust-Überlebenden Saul Friedländer. Seitdem beschäftigt sie sich wissenschaftlich mit dem Holocaust und der Geschichte des nationalsozialistischen Deutschland. Ihren Bachelor-Abschluss absolvierte sie an der Princeton University, gefolgt von Masterabschluss und Promotion an der University of California, Los Angeles (UCLA).

Im August 1995 zog sie nach Staten Island, wo sie sich für die liberianische Flüchtlingsgemeinschaft engagierte, bevor sie ein Holocaust-Zentrum am Wagner College gründete. Ziel des Zentrums ist es, künftigen Generationen die Folgen von Vorurteilen, Antisemitismus und Rassismus bewusst zu machen und ein Verständnis für die jüdische Kultur zu wecken. Das Zentrum thematisiert insbesondere die Erfahrungen verschiedener Opfer- und Bevölkerungsgruppen, darunter Jüdinnen und Juden, Menschen mit Behinderungen, Afroamerikaner, Homosexuelle sowie weitere ehemals vom Nationalsozialismus verfolgte Gruppen. Einer der Schwerpunkte ist die Geschichte albanischer Muslime, die in der NS-Zeit Juden gerettet haben. Andere Themen sind Bürgerrechte, LGBT-Rechte und Einwanderungsgeschichte.
Lori Weintrobs Lehrgebiet umfasst Nazi-Deutschland und den Holocaust, darunter die Darstellung des Holocaust in Film, Theater und Musik. Für ein kulturelles Erinnerungsprojekt brachte sie Holocaust-Überlebende mit mehr als 30.000 Jugendlichen verschiedener Glaubensrichtungen im Großraum New York zusammen. Ein spezieller Arbeitsschwerpunkt Weintrobs ist das Thema Jüdische Widerstandskämpferinnen im Holocaust, ein Thema, zu dem sie publiziert und zahlreiche Veranstaltungen und Kongresse organisiert hat.
Seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 bemüht sich Lori Weintrob besonders um einen Dialog zwischen der jüdischen und der muslimischen Gemeinschaft, zusammen mit dem Leiter des Albanischen Islamischen Kulturzentrums und Rabbi David Katz vom Wagner College.
Weintrob ist Mitglied einer Task Force zur Verhinderung von Hassverbrechen im Richmond County. Die Task Force wurde von der Bezirksstaatsanwalt ins Leben gerufen und hat das Ziel, gefährdete Gruppen zu stärken und zu schützen sowie Frühinterventionsmodelle gegen Hassverbrechen zu entwickeln. Sie ist außerdem Vorstandsmitglied von Staten Island Women, Inc und wurde in den Interreligiösen Rat des Bürgermeisters berufen.
Lori Weintrob ist verheiratet mit dem Geschichtsdozenten Phillip Papas und hat zwei Töchter.
Für ihr Engagement im interreligiösen und interkulturellen Dialog erhielt Weintrob mehrere Auszeichnungen, darunter Ehrungen des Albanisch-Islamischen Kulturzentrums, des Pride-Center of Staten Island sowie des Alan and Joan Bernikow Jewish Community Center. Für ihre Verdienste als Mitgründerin des Wagner College Holocaust Centers (WCHC) erhielt sie 2024 den Special Founders Recognition Award.
| Personendaten | |
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| NAME | Weintrob, Lori |
| ALTERNATIVNAMEN | Weintrob, Lori Robin (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Historikerin, Schwerpunkt Holocaustforschung |
| GEBURTSDATUM | 1966 |
| GEBURTSORT | Brooklyn |