Louis Gautier

Louis Gautier – Provencale dans sa cuisine, 1879. Musée Regards de Provence

Louis Gautier (vollständiger Name: Louis François Léon Gautier, auch Louis François Napoléon Gautier; Pseudonym bzw. Doppelname: Louis-Gautier; * 10. Oktober 1855 in Aix-en-Provence, Département Bouches-du-Rhône; † 20. Dezember 1947 ebenda) war ein französischer Maler, der vor allem durch kleinformatige Landschaftsgemälde der provenzalischen Region bekannt wurde.

Leben

Ausbildung und Jugend

Von 1865 bis 1870 besuchte Louis Gautier die Schule der Frères Lazaristes in Lyon, wo er erste zeichnerische Neigungen entwickelte und erste malerische Versuche unternahm. Anschließend schloss er das Collège in Aix-en-Provence ab. Seine berufsvorbereitende Ausbildung erhielt er in der Technik der Chromolithografie, die er bei verschiedenen Meistern erlernte: in Lyon bei Lumière, Victoire und Durand, in Paris bei Braun sowie in Marseille. In Aix-en-Provence war er sodann Schüler von Joseph Villevieille. 1880 errang er den Prix Granet.

Studium in Paris (1880–1884)

Von 1880 bis 1884 studierte Louis Gautier in Paris mit einem Stipendium der Stadt Aix-en-Provence bei Alexandre Cabanel. Als Bewunderer von Camille Corot arbeitete er wie dieser im Freien vor dem Motiv in der Umgebung von Ville-d’Avray, Saint-Cloud, Meudon, Saint-Germain und Charenton. 1884 kehrte er dauerhaft nach Aix-en-Provence zurück.

Künstlerisches und öffentliches Wirken in Aix

Nach seiner Rückkehr pflegte Louis Gautier Freundschaften mit Jules Chéret, David Dellepianne, Joseph Milon, André Maglione, Alphonse Moutte und Paul Saïn, der ein Porträt von ihm malte. Er beteiligte sich an zahlreichen regionalen Ausstellungen. 1888 schuf er ein Deckengemälde für das städtische Theater (Théâtre municipal) in Aix-en-Provence. Von 1901 bis 1905 gestaltete er Allegorien für die Salle des États Généraux des Hôtel de Ville in Aix-en-Provence.

1894 gründete Louis Gautier gemeinsam mit Édouard Ducros die Société des Amis des Arts, deren Präsident er wurde; zudem war er Vizepräsident der Commission du Musée. 1901 engagierte er sich für die Gründung eines Musée ethnographique, das heute als Musée du Vieil Aix fortbesteht. Ab 1898 organisierte er Ausstellungen in Aix-en-Provence sowie nach dem Ersten Weltkrieg den ersten Salon der Société Marseillaise des touts-petits.

Haltung gegenüber Paul Cézanne

Als Verfechter der von Cabanel vermittelten akademischen Prinzipien machte Louis Gautier wiederholt durch seine öffentlich geäußerte Abneigung gegen die Kunst von Paul Cézanne von sich reden, zuletzt noch 1930 gegenüber der Académie des Sciences, Arts, Agriculture et Belles Lettres in Aix-en-Provence.

Werk

Louis Gautier – Le cours de l’hôpital vu d’une fenêtre de la villa Acantha (1902). Musée du Vieil Aix

Gautiers Œuvre umfasst vorwiegend kleinformatige Landschaftsgemälde, daneben Stillleben und gelegentliche Porträts. Seine Landschaften zeigen bevorzugt Motive aus dem Vaucluse, dem Luberon und dem Languedoc; sie verbinden feste Komposition und minutiöse Zeichnung mit zarter Farbigkeit und delikatem Pinselstrich und zeugen von einem ausgeprägten Sinn für die Nuancen von Licht und Atmosphäre. Unter Zeitgenossen trugen ihm diese Qualitäten die Beinamen „Meissonnier du paysage“ und „Corot provençal“ ein. Zu den Stillleben zählen Darstellungen von Früchten, Fischen und Wild. Als Auftragswerke entstanden 1888 ein Deckengemälde für das Théâtre municipal in Aix-en-Provence sowie von 1901 bis 1905 Allegorien für die Salle des États Généraux des Hôtel de Ville ebenda.

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl): Aix-en-Provence, Cour d’Appel: Les bords de l’Arc (Depot des Musée Granet); Aix-en-Provence, Musée Granet: La montagne Sainte-Victoire, vue du plateau de la Malle (Öl, 1897); Nature morte aux pommes; Nature morte à l’assiette de figues; Intérieur de l’atelier de Joseph Villevieille; Autoportrait d’Ingres (Kopie); zahlreiche Landschaftsstudien, Montpellier, Musée Fabre.

Literatur

Commons: Louis Gautier – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 5: Dyck – Gémignani. Paris 2006.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 De Gruyter (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. 2009.
  3. ↑ Une histoire. Abgerufen am 15. Juni 2026 (französisch).
Personendaten
NAME Gautier, Louis
ALTERNATIVNAMEN Gautier, Louis François Léon
KURZBESCHREIBUNG französischer Maler
GEBURTSDATUM 10. Oktober 1855
GEBURTSORT Aix-en-Provence
STERBEDATUM 20. Dezember 1947
STERBEORT Aix-en-Provence