Luca Pignatelli

Luca Pignatelli (* 22. Juni 1962 in Mailand) ist ein italienischer Künstler.

Leben

Luca Pignatelli wurde 1962 in Mailand geboren, wo er derzeit in einem Heimstudio lebt und arbeitet, zu dem er ein ehemaliges Industriegebäude umgestaltet hat.

Seine Arbeit konzentriert sich auf einen ständigen Prozess des Sammelns, Wiederherstellens und Ausarbeitens von Geschichte und Kunst. So kombiniert und überarbeitet er ständig sein ikonografisches Bilderarchiv. Die aus diesem Prozess hervorgegangenen Bilder Pignatellis sind sowohl abstrakt als auch figurativ Art und zeigen antike wie zeitgenössische Objekte und Szenen. Sein Archiv bezeichnet die Kunstkritik als „Theater der Erinnerung“.

Die künstlerische Tätigkeit Pignatellis begann im Jahr 1987, und seither hat er eine Vielzahl von Bildern in Mischtechnik erstellt. Sie kombinieren berühmte römische und griechische Statuen, darunter klassische Götterköpfe von Aphrodite und Artemis, mythologische Helden und römische Kaiser, aber auch Skylines von New Yorker Wolkenkratzern, Renaissance-Plätze oder Alpenlandschaften. Daneben finden sich „Ikonen“ der Moderne wie Flugzeuge, Ozeandampfer oder Dampfzüge.

Pignatellis Werk ist gekennzeichnet durch die Verwendung von gebrauchten Eisenbahnplanen, Hölzern, Papieren, Metallen und Teppichen. Diese vielfältigen und wiedergewonnenen Materialien bearbeitet der Künstler durch Risse, Schnitte und Nähte neu. Seine Fantasie speist sich aus meist antiken, aber auch späteren Kunstwerken, der Natur und der Verbindung zwischen den Konzepten Zeit und Geschichte. Während seine ersten Werke die Wahrnehmung einer sich ankündigenden Bedrohung vermitteln, also stille Momente, die einer Katastrophe vorausgehen, ist sein späteres Werk oft durch einen Sinn für Universalität und eine komplexere historische Reflexion geprägt.

Seit den 1980er Jahren wurden seine Arbeiten in Italien und international in Museen ausgestellt und zeigen großformatige Gemälde und ortsspezifische Installationen. Zu seinen bedeutendsten Ausstellungen zählen 2009 die Einzelausstellung Atlantis im Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain in Nizza und die Teilnahme am italienischen Pavillon auf der 53. Biennale von Venedig. Im Jahr 2011 wurden seine Werke in Rom im Istituto Nazionale per la Grafica ausgestellt.

Im Jahr 2014 veranstaltete das Capodimonte-Museum in Neapel eine Ausstellung mit dem Titel Luca Pignatelli. Die Uffizien in Florenz beherbergten 2015 Migranten im Vasarikorridor. Im Jahr 2019 veranstaltete das Bardini Museum in Florenz Senza Data, eine Ausstellung, die speziell für die Räume des Museums konzipiert wurde. 2024 zeigt die Glyptothek in München ausgewählte Werke unter dem Titel Muse, womit erstmalig Werke von Luca Pignatelli in Deutschland zu sehen waren, gemeinsam mit Meisterwerken der antiken Marmorskulptur.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

Sammelausstellungen

Literatur (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Biography. In: lucapignatelli.it. Abgerufen am 21. Juni 2024 (englisch).
  2. 1 2 Florian Knauß: Vorwort. In: Florian Knauß [Hrsg.]: Muse. Luca Pignatelli in der Glyptothek/Luca Pignatelli nella Glyptothek. Mit einem Beitrag von Corinna Thierolf. Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek, München 2024, ISBN 978-3-933200-53-2, S. 5.
  3. ↑ Donald Kuspit: Luca Pignatelli. Between Reverie and Dream. Generous Miracles Gallery, New York, 2000. “Pignatelli deepens the mood of loneliness by adding to it a note of terror, making it more tragic.”
  4. ↑ Exhibitions and Museums. In: lucapignatelli.it. Abgerufen am 21. Juni 2024 (englisch).
  5. ↑ Gillo Dorfles: Per fortuna c’è un’interessante „Battaglia di Lepanto“ di Luca Pignatelli. In: Corriere della Sera. 10. Juni 2009.
  6. ↑ Luca Pignatelli. Icons Unplugged. Istituto Nazionale per la Grafica, Rom 2011.
  7. 1 2 Antonio Natali, Arturo Carlo Quintavalle, Luca Pignatelli. Migranti. Galleria degli Uffizi, Florenz 2015, S. 46: “The title: Migrants. First of all because these pieces obviously, have travelled a long way to end up in the collections of the West, but above all because they are traces of narrative, of stories that are evoked by their names.”
  8. ↑ Luca Pignatelli. In: Senesi Contemporanea, abgerufen am 24. Juni 2024
  9. ↑ Achille Bonito Oliva [Hrsg.]: Luca Pignatelli. Museo Archeologico Nazionale Napoli, 1 dicembre 2007 – 28 febbraio 2008, Electa, Mailand 2007, ISBN 978-88-370-6174-6.
  10. ↑ Mostre, Luca Pignatelli – Icons Unplugged. In: arte.it, abgerufen am 24. Juni 2024
  11. ↑ Achille Bonito Oliva, Michele Bonuomo, Angela Tecce, Fabrizio Vona: Luca Pignatelli. Museo di Capodimonte Napoli, 10 maggio – 15 luglio 2014, Arte’m Editore, Neapel, 2014.
  12. ↑ “note” su carta di Luca Pignatelli alla GAM di Torino. In: espoarte.com, abgerufen am 24. Juni 2024
  13. ↑ Luca Pignatelli - Recent Works. In: Senesi Contemporanea, abgerufen am 23. Juni 2024
  14. ↑ Luca Pignatelli. In: musefirenze.it, abgerufen am 24. Juni 2024
  15. ↑ Luca Pignatelli e Alessandro Scarabello: le mostre personali al MEF – Museo Ettore Fico. In: Guida Torino, abgerufen am 24. Juni 2024
Personendaten
NAME Pignatelli, Luca
KURZBESCHREIBUNG italienischer Künstler
GEBURTSDATUM 22. Juni 1962
GEBURTSORT Mailand