Er wuchs als Sohn eines Vergolders in Köln auf. 1943 wurde er als Soldat eingezogen und wurde an der Ostfront in der Sowjetunion eingesetzt. Von dort kehrte er erst Ende 1949 aus Gefangenschaft nach Köln zurück. 1950 schloss er sich dem Altermarktspielkreis an, danach bewarb er sich beim literarischen Komitee des Festkomitee Kölner Karneval und wurde dort drei Jahre lang für seine kommenden Bühnenauftritte vorbereitet. Den ersten großen Erfolg hatte er in der Session 1954/1955 mit dem Lied „Jede Stein in Kölle eß e Stöck vun deer“.
Seitdem trat er regelmäßig im Kölner Karneval auf und viele seiner Auftritte und Konzerte wurden im Fernsehen und Radio übertragen, so zum Beispiel das Konzert zu seinem 70. Geburtstag in der Kölner Philharmonie und seine Auftritte bei diversen Fernsehsitzungen. Im Laufe der Jahrzehnte hat er diverse Lieder sowohl für sich selbst als auch für andere Interpreten geschrieben, darunter auch diverse Märsche für Karnevalsgesellschaften und Tanzcorps. In späteren Jahren trat er auch häufig mit anderen Interpreten des Kölner Karnevals unter dem Namen Melodienreigen auf und sang neben eigenen Liedern Klassiker des kölschen Liedguts von Willi Ostermann, Gerhard Jussenhoven, Karl Berbuer und anderen. Auch diese Auftritte wurden regelmäßig im Fernsehen im Rahmen von Fernseh-Karnevalssitzungen übertragen.
Auch in Dokumentationen zum Thema Kölner Karneval wirkte er mit, ebenso wie er als Zeitzeuge der Kriegszeit in entsprechenden Dokumentationen mitwirkte und stetig vor den Gefahren von Krieg und Gewalt warnte. So war er 2012/2013 als Zeitzeuge in der 3-teiligen Dokumentation Köln im Dritten Reich zu sehen. 2025 wirkte er in der 90-minütigen Dokumentation Alaaf – 200 Jahre Kölner Karneval mit.
Sebus’ Ehefrau Lilo (* 29. Juni 1924) verstarb nach 63 Ehejahren am 4. April 2019 im Kreis der Familie in Ossendorf. Das Ehepaar hatte zu diesem Zeitpunkt vier Kinder, neun Enkel und acht Urenkel. Anlässlich seines 100. Geburtstags am 5. September 2025 würdigte der Kölner Stadt-Anzeiger den „Jahrhundert-Kölner“ Sebus, der Werte wie Freundlichkeit, Respekt, Integrität und Freundlichkeit sowie Humor verkörpere, die gerade in der heutigen Zeit vorbildlich seien.
Geplanter Ludwig-Sebus-Brunnen
Anlässlich einer Festveranstaltung des WDR zu Sebus’ Ehren am 18. Oktober 2020 gab der Vizepräsident des Festkomitees Kölner Karneval, Joachim Wüst, bekannt, dass als Geschenk zu Sebus’ 95. Geburtstag ein nach ihm benannter Brunnen in Köln-Deutz errichtet werden solle. Als Standort ist der Historische Park Deutz zwischen dem LVR-Gebäude und restaurierten Wehrturm nahe am Rheinboulevard angedacht.
Das Brunnen-Denkmal soll auf Initiative der KarnevalsgesellschaftGroße Kölner KG realisiert werden. In Anlehnung an das Sebus-Lied Et Rhein-Panorama von 1972 soll der Brunnen die Aufschrift „Luur ens vun Düx noh Kölle“ erhalten. Bis 2025 kam der Plan nicht zur Ausführung.
Konzert zum 100. Geburtstag
Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Köln anlässlich des 100. Geburtstages im September 2025
Aus Anlass des 100. Geburtstag von Ludwig Sebus fand am 7. September 2025 in der Kölner Philharmonie das Konzert „100 Jahre Ludwig Sebus“ statt, in dem unter anderem die Bläck Fööss, Kasalla, „Et Klimpermännche“ Thomas Cüpper, der Ludwig-Sebus-Fanclub und viele andere bekannte Kölner Karnevals-Persönlichkeiten auftraten. Der Erlös des Konzerts ist für die Basis-Finanzierung des geplanten Ludwig-Sebus-Brunnens bestimmt. Eine 90-minütige Zusammenfassung des Konzerts wurde vom WDR-Fernsehen ausgestrahlt.
Zum Daach der kölschen Sproch („Tag der kölschen Sprache“) am 21. September trug er sich erneut ins Goldene Buch der Stadt Köln ein.
In der SingleWenn ich ne Engel bin von Kasalla wirkte er als Featuring-Interpret mit.
Tonträger (Auswahl)
Kölsche Oldies 9 – Kölsche Leedcher, die mer nit verjiss: Ludwig Sebus (Pavement Records, 1993)
Ludwig Sebus – PhilHARMONISCHer Gebootsdag (WDR 4 / Carlton, 2000, Kölsche Evergreens 26, Ausschnitte aus der Veranstaltung „Ludwig Sebus zum 75.“ am 16. September 2000 in der Kölner Philharmonie).
Ludwig Sebus – Das Beste (Dabbelju Music, 2010)
Ludwig Sebus – Alles su widder dun (Dabbelju Music, 2017)
Daneben ist Ludwig Sebus mit seinen Titeln auch auf zahlreichen Kompilationen vertreten, so zum Beispiel auf mehreren Ausgaben der Reihen Kölsche Evergreens und Karneval der Stars.
Publikationen
Akademie för uns kölsche Sproch (Hrsg.), Prescher, Gerti / Tabert, Robert / Weinand, Heinz: „Jede Stein en Kölle es e Stöck von mir“ Ludwig Sebus – Der Kölner Volkssänger und Charmeur, Köln: Bachem, 2001, ISBN 3-7616-1470-5. (Biographie anlässlich seines 75-jährigen Geburtstags am 5. September 2000.)
Hans-Jürgen Jansen: Ludwig Sebus – Zur Freundschaft zählt ein frohes Herz: Ein autobiografisches Gespräch mit Ludwig Sebus, Ratio Books, 2013.
Helmut Frangenberg: Ludwig Sebus. Ein kölsches Jahrhundert. Dabbelju-Verlag, Köln 2019, ISBN 978-3-939666-37-0.
Fernseh-Dokumentationen
Dokumentationen über Ludwig Sebus
Ludwig Sebus – Der Grandseigneur im Kölner Karneval (45-minütige Dokumentation von Gisbert Baltes für das WDR Fernsehen).
2025: Ludwig Sebus – Ein Jahrhundert Mensch (90-minütige Dokumentation von Christoph Simon anlässlich des 100. Geburtstags von Ludwig Sebus).
Dokumentationen unter Mitwirkung von Ludwig Sebus (Auswahl)
2012/2013: Köln im Dritten Reich (3-teilige Fernsehdokumentation)
2025: Alaaf – 200 Jahre Kölner Karneval (90-minütige Fernsehdokumentation von Lutz Heineking und Wilm Huygen)
↑Nadine Beck, Christoph Laugs, Sören Riebenstahl, Christina Rosseaux, Lucia Seethaler, Joachim E. Zöller: 200 Jahre organisierter Kölner Karneval, Die Geschichte des Kölner Karnevals und der ersten Traditionsgesellschaft „Die Grosse von 1823 KG e. V. Köln“. Herausgegeben von Die Grosse von 1823 Karnevalsgesellschaft e. V. Köln, Jonas Verlag 2022, S. 258, ISBN 978-3-89445-596-5