Luise Rudolph (Margarethe Louise; * 5. April 1882 in Bischofswerda; † 13. November 1969 in Leipzig) war eine deutsche Gebrauchsgrafikerin, Kalligrafin und Typografin.
Luise Rudoph studierte von 1910 bis 1917 in Leipzig bei Hermann Delitsch an der Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe. Sie war später dessen persönliche Assistentin und begleitete ihn auf seinen Forschungsreisen. Dann arbeitete sie als außerordentlich vielseitige Gebrauchsgrafikerin in Leipzig. Sie entwarf u. a. Exlibris, Plakate, Reklamemarken, Postkarten und Verpackungen. Für Buchverlage, insbesondere den Leipziger Hermann Haessel-Verlag, machte sie buchgestalterische Arbeiten wie Bucheinbände und kalligrafische Schriftbilder. 1913 war sie neben Elsa Gallwitz (* 1879) und Helene Dolmetsch (* 1870) auf einer Ausstellung im Landesgewerbemuseum Stuttgart mit Buntpapieren vertreten. In einer Weihnachtsausstellung der Leipziger Frauenerwerbshilfe stellte sie neben Charlotte Anger und Margarethe Bartsch Sprichwortblätter und künstlerisch gestaltete Gästebücher aus. 1914 war sie auf der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik in der Sonderausstellung Die Frau im Buchgewerbe und in der Graphik sowie in der Werbe- und Promotionsabteilung und in der Buchbindereiabteilung vertreten. Sie erhielt dort den Bronzepreis für künstlerische Schriftgestaltung. Sie war seit mindestens 1925 mehrmals mit schriftkünstlerischen Arbeiten auf der Grassi-Messe vertreten.
Von 1918 bis 1921 lehrte Luise Rudoph Kalligrafie und Schriftgestaltung an der Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe. Ihr Nachfolger wurde Jan Tschichold. 1932 urteilte eine Zeitung anlässlich einer Kalligrafie- und Typografie-Ausstellung, sie habe neben Delitsch, Fritz Helmuth Ehmcke, Rudolf von Larisch und Anna Simons „die Kunst des Schreibens mit modernen Werkzeugen in unserer Zeit wiederbelebt“.
Außerdem betätigt Luise Rudoph sich als freie Grafikerin. Sie war Mitglied des Reichsverbands Bildender Künstler und des Bund Deutscher Gebrauchsgrafiker und in der Zeit des Nationalsozialismus obligatorisch der Reichskammer der bildenden Künste.
Auch nach dem Ende des NS-Staats arbeitete sie in Leipzig als Gebrauchsgrafikerin. Sie wohnte lange Zeit in der Kolmarer Straße 3.
Im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig befinden sich Exlibris, Briefköpfe und ein Aquarell Luise Rudolphs.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rudolph, Luise |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Gebrauchsgrafikerin, Kalligrafin und Typografin |
| GEBURTSDATUM | 5. April 1882 |
| GEBURTSORT | Bischofswerda |
| STERBEDATUM | 13. November 1969 |
| STERBEORT | Leipzig |