
Lustrier von Liebenstein ist der Name eines adligen Patriziergeschlechts aus Innsbruck.
Der wohlhabende Tuchhändler, Stadtrat und Bürgermeister von Innsbruck Michael Lustrier, Sohn von Anton Lustrier (* 1528 in Ayas im Aostatal), war mit Anna von Schenk verheiratet. Nach seinem Tod ging sein Handelsunternehmen als Erbe an seine Söhne Michael (II.) und Christoph Lustrier über. Am 22. April 1593 gewährte man den Brüdern Christoph und Michael, Edle (von) Lustrier, den erblichen Adelsstand, eine Wappenbesserung und die Rotwachsfreiheit. Der durch den Barchenthandel zu Reichtum gekommene Erzherzoglich-Österreichische Kammerrat und Rentmeister Christoph Lustrier von Liebenstein, verheiratet mit Regina Löffler von Büchsenhausen, benannte sich nach seinem von ihm errichteten Ansitz Liebenstein in St. Michael bei Eppan an der Weinstraße. In seiner Eigenschaft als Rentmeister ließ Lustrier von Liebenstein eigene silberne Münzen prägen.
„CHRISTOPHORUS zu Liebenstein, Erzherzoglich Österreichischer Rath und Zahlmeister, 1616. Gem. REGINA geborne Lefflerin. Avers: Das ovale Wapen: im 1ten und 4ten Felde ein aufgerichteter Löwe, im 2ten und 3ten Schachfelder; das Wapen ist mit einem gekrönten Helm bedeckt, darauf ein aufgerichteter Löwe. Mit doppelten Umschriften; die Äussere: CHRISTOFF LVSTRIER. Z. LIE. BENSTAIN O: O CAMER, RAT. die Innere: VND. O: ZAL. MA-ISTER. ALDA. 1616. Revers: REGINA. LVSTIRIERIN -AIN. GEBOR-NE. LEFF - darunter LERIN. Ein ovales Wapenschild, darin eine gekrönte Löffelgans, auf dem Helme abermahls die Gans. Schöne silberne Münze. G. 16. w. Lt. 2 Gr. Rar.“
Einer der Söhne von Christoph war der spätere mährische Adlige und Kanoniker in Olmütz Sebastian Lustrier von Liebenstein. 1605 immatrikulierte er sich an der Universität Ingolstadt. Anschließend übernahm er die Stelle des Hofkaplanes der Kaiserin Eleonore. Darauf agierte er als k. k. Rat, Legationssekretär und kaiserlicher Diplomat in Konstantinopel und am Pariser Hof König Ludwigs XIII. Wegen seines Lebenswandels ließ ihn der Fürstbischof von Olmütz Leopold Wilhelm 1656 auf Schloss Hochwald gefangensetzen.