| Luther: Das Spiel | |
|---|---|
| Daten zum Spiel | |
| Autor | Martin und Erika Schlegel |
| Verlag | Kosmos Spiele |
| Erscheinungsjahr | 2016 |
| Art | Brettspiel |
| Spieler | 2 bis 4 |
| Dauer | 45 Minuten |
| Alter | ab 10 Jahren |
Luther: Das Spiel ist ein Brettspiel des deutschen Spieleautorenpaares Martin und Erika Schlegel über den Kirchenreformator Martin Luther, das 2016 bei Kosmos Spiele erschienen ist. Das Spiel wurde anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 (Lutherjahr) in Zusammenarbeit mit der staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017“ und der Geschäftsstelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) konzipiert und ausgestattet und enthält neben dem eigentlichen Spiel ein Booklet mit Informationen zu Martin Luther sowie die zentralen Orte, an denen er gewirkt hat, und Personen, die mit ihm zu tun haben. Eine zentrale Rolle im Spiel nimmt zudem der Maler Lucas Cranach der Ältere und dessen Lutherporträt ein.
Bei Luther: Das Spiel geht es darum, als Spieler den Lebensweg von Luther nachzuvollziehen und dabei Informationen zu Luther zu bekommen. Durch Reisen auf dem Spielplan, Begegnungen mit zentralen Personen und die Vollendung des Lutherporträts von Lucas Cranach dem Älteren erhalten die Mitspieler Erfahrungspunkte, mit denen am Spielende der Sieg entschieden wird.

Das Spielmaterial besteht neben der Spieleanleitung aus:
Zum Beginn des Spiels wird der Spielplan in der Tischmitte ausgebreitet. Jeder Spieler wählt eine Spielfarbe und bekommt die entsprechende Spielfigur, den Erfahrungsstein und die Übersichtstafel in dieser Farbe. Die Spielfiguren werden in Eisleben, der Geburtsstadt Luthers, und die Erfahrungssteine auf das Startfeld der Zählleiste platziert. Danach erhält jeder Spieler je eine Proviantkarte im Wert von einer und zwei Tagesreisen, die restlichen Proviantkarten werden gemischt und als offener Nachziehstapel auf das Spielfeld gelegt. Auch die 60 Sonderkarten und die Porträtplättchen werden gemischt. Die Sonderkarten werden als zwei Stapel verdeckt auf das Käse- und das Brot-Feld gelegt. Die Porträtplättchen werden auf die Orte auf dem Spielplan verteilt und danach aufgedeckt, die restlichen Plättchen kommen als Vorrat neben den Spielplan. Auch die Wege-Ringe werden neben dem Spielplan platziert.
Das Lutherporträt wird mit den 20 Abdeckplättchen mit der Wortseite nach oben abgedeckt und die 20 Plättchen „Cranach malt“ werden gemischt und verdeckt als Stapel auf das Spielfeld gelegt. Die obersten fünf Plättchen werden aufgedeckt und die fünf Abdeckplättchen mit den gleichen Wörtern werden vom Bild entfernt und gemeinsam mit den „Cranach malt“-Plättchen aus dem Spiel genommen.
Bevor das Spiel startet, wird ein Startspieler bestimmt (nach Spielregeln „der jüngste Spieler“). Diese Spieler erhält die Lutherrose als Marker.
Spielschritte pro Spielzug
|
Das Spiel läuft in mehreren Runden, bis das Luther-Porträt vollständig abgedeckt ist. In jeder Runde wählt jeder Spieler zwei Proviantkarten, die es ihm ermöglichen, zu reisen und Porträtkärtchen zu sammeln. Dabei läuft jede Runde in vier Spielschritten ab. Zuerst legt der Startspieler vom Nachziehstapel Proviantkarten offen als Paare aus, bis ein Paar mehr ausliegt als Teilnehmer im Spiel sind. Danach wählt der Startspieler ein Karten-Pärchen aus und nimmt es verdeckt auf die Hand. Für jedes Brot-Kärtchen darf er nun eine Sonderkarte des Brot-Feldes und für jedes Käse-Kärtchen eine Sonderkarte des Käse-Feldes ziehen. Handelt es sich dabei um eine Vorteilskarte mit grünem Siegel oder um eine Lutherkarte mit blauem Siegel, kann er sie anschauen und auf die Hand nehmen. Ereigniskarten mit rotem Siegel werden dagegen verdeckt vor dem Spieler abgelegt, ohne dass dieser den Text lesen darf. Nach dem Startspieler wählen alle anderen Mitspieler ein Kartenpärchen und ziehen gegebenenfalls ebenfalls Sonderkarten.
Spieleraktionen
|
Auf diese Versorgungsphase folgen die Spieleraktionen der Mitspieler. Ist ein Spieler an der Reihe, muss er zuerst vor ihm ausliegende Ereigniskarten vorlesen und ausführen. Danach darf er verschiedene Aktionen je einmal pro Zug ausführen:
Nachdem alle Spieler ihre Aktionen durchgeführt haben, deckt der Startspieler das oberste Plättchen vom Stapel Cranach malt auf und entfernt das entsprechende Abdeckplättchen von Luther-Porträt. Ist dies nicht möglich, da das entsprechende Plättchen bereits entfernt wurde, werden so lang weitere Plättchen aufgedeckt, bis ein Abdeckplättchen entfernt werden kann. Abschließend gibt der Startspieler seine Lutherrose an seinen linken Nachbarn weiter, der neuer Startspieler wird. Dieser ergänzt die Proviant-Auslage um so viele Pärchen, bis wieder eines mehr als Mitspieler vorhanden ist.
Das Spiel endet nach der Runde, in der das letzte Abdeckplättchen vom Luther-Porträt entfernt und das Gemälde damit vollendet wurde. Es wird darauf folgend noch eine letzte Runde gespielt, danach erfolgt die Wertung der Erfahrungspunkte. Die Spieler erhalten dabei folgende Erfahrungspunkte:
Gewinner ist der Spieler, der nach der finalen Wertung die meisten Erfahrungspunkte besitzt. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler mit den meisten Porträtplättchen von Martin Luther und besteht danach noch immer ein Gleichstand, haben mehrere Spieler gewonnen.
Das Brettspiel Luther: Das Spiel wurde von dem deutschen Spieleautorenpaar Martin und Erika Schlegel in Zusammenarbeit mit der staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017“ und der Geschäftsstelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 entwickelt und 2016 beim Spieleverlag Kosmos Spiele veröffentlicht. Es erschien im Oktober 2016 zu den Internationalen Spieltagen (SPIEL '16) in Essen.
Auf reich-der-spiele.de äußert sich der Autor Martin Schlegel in einem Interview über das Spiel und beschreibt die Entstehungsgeschichte des Spiels. Bereits 2013 entwickelte Martin Schlegel ein Spiel für die Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem Titel Kanzler von Deutschland, das dann allerdings nicht veröffentlicht wurde. Auf der Basis dieses Spiels sowie des ebenfalls von Schlegel entwickelten Prototypen Mona Lisa lächelt entwickelte er nach ersten Gesprächen mit dem Kosmos-Redakteur Wolfgang Lüdtke Luther, wobei die ursprünglichen Quiz-Elemente des Kanzler-Spiels durch das Cranach-Porträt ersetzt wurden, das aus dem Mona-Lisa-Spiel adaptiert wurde. Die thematische Aufarbeitung mit der Auswahl der zentralen Personen und Orte aus Luthers Biografie stammte von seiner Frau, Erika Schlegel, die auch das Glossar aufgebaut hat.
Das Spiel wurde in mehreren Rezensionen unter anderem in der spielbox sowie auf verschiedenen Online-Plattformen aufgegriffen und besprochen. Auf spielkult.de erhielt das Spiel je acht von zehn Punkten für die Ausstattung und die Spielidee und sieben Punkte für den Spielmechanismus. Zugleich bestätigt die Rezensentin den Spieleautoren, sie haben es „tatsächlich geschafft, in dem Spiel etwas Wichtiges zu erreichen. Nicht Luther bestimmt das Spiel, sondern die gut zusammenpassenden Mechanismen. Und ganz nebenbei erfährt der Spieler, soviel, wie er möchte, aus dem Leben Luthers.“ Im Ergebnis bezeichnet sie Luther als „derzeit eines der schönsten Spiele, die ich zu diesem Thema kenne. Seine leichte Verständlichkeit und die Möglichkeit, historisches Wissen ohne Zwang zu vermitteln, macht das Spiel für die zuvor genannte Zielgruppe absolut empfehlenswert.“ Auf brettspiel-news.de kommt der Test zu einem ähnlichen Ergebnis: Das Spiel erhält vier von fünf Sternen und wird beschrieben als „gelungene Spielumsetzung“, bei der „mit fast jeder Karte historisches Wissen in kleinen Mengen vermittelt“ wird.