
Magdalena Stenbock (* entweder am 14. Oktober oder am 14. Dezember 1649; † 24. Januar 1727) war eine politisch aktive schwedische Gräfin und Salonnière. 1667 heiratete sie Graf Bengt Gabrielsson Oxenstierna (1623–1702), ein Mitglied des Reichsrates und Kanzleipräsident.
Berichte ausländischer Gesandter schildern sie als politisch aktiv in den 1690er Jahren. Sie setzte sich für die Sache der Habsburger und gegen Frankreich ein. Ihr wurde ein erheblicher Einfluss auf die Politik ihres Mannes zugeschrieben; in diplomatischen Berichten war oft nicht nur von den Ansichten des Grafen die Rede, sondern von den Meinungen, die „Graf und Gräfin“ zu verschiedenen politischen Fragen vertraten.
Magdalena Stenbock war die Tochter von Graf und Generalzeugmeister Erik Stenbock (1612–1659) und Katharina von Schwerin sowie eine Verwandte von Königin Katarina Stenbock (1535–1621). Sie war die Schwester der Hofdame Hedvig Eleonora Stenbock und die Stieftochter der Oberhofmeisterin Occa Johanna von Riperda; auch ihre drei Nichten – die Schwestern Sparre, von denen Beata Sparre (1662–1724) die bekannteste war – waren einflussreiche Persönlichkeiten am Hof.
Magdalena Stenbock unterhielt in Stockholm einen Salon für ausländische Gesandte und machte ihr Haus damit zu einem Zentrum politischer Vernetzung. Die Gesandten wurden zu Spieleabenden in der Stadt sowie zu Zusammenkünften auf Schloss Rosersberg auf dem Land eingeladen. Während des Schonischen Krieges verbrachte Stenbock längere Zeit am Ort des Friedenskongresses von Nimwegen, wo ihr Mann Schweden vertrat. Ihre dortige Erzrivalin war Karen Krabbe aus Fulltofta – eine gebürtige Schonerin –, deren Ehemann Just Høg Dänemark vertrat. Sowohl Karen Krabbe als auch Magdalena Stenbock buhlten um den Einfluss der mächtigen Madame Colbert (Marie Charron de Menars) und versuchten, Unterstützung für ihre jeweiligen Kriegsparteien zu gewinnen.
Der dänische Gesandte Jens Juel berichtete, dass ihr Kartentisch als Forum für Debatten über die schwedische Bündnis- und Außenpolitik diente und dass sie und ihr Mann vom Kaiser des Heiligen Römischen Reiches für 8.000 Reichstaler bestochen worden seien. Ihr Haus diente als beliebter Treffpunkt für Diplomaten; wollte Starhemberg dem französischen Gesandten d'Avaux aus dem Weg gehen, so gelang ihm dies, indem er ihren Salon aufsuchte und sich mit ihr zum Kartenspiel setzte – von seiner Ankunft an bis zu dem Moment, als sich die übrige Gesellschaft zu Tisch begab. Ihre Gewohnheit, Gesandte aller Lager zu empfangen, wurde jedoch von den sogenannten verbündeten Mächten missbilligt.
Juel vermerkt, dass die Gesandten Österreichs (Graf Franz Ottokar Starhemberg), der Niederlande (Walraven van Heckeren), Lüneburgs (Görtz) und Sachsens (Senff von Pilsach) in ihrem Haus verkehrten (1693) und dass sie gerne über Bündnisse und ähnliche Themen sprach, um ihre gute Unterrichtung unter Beweis zu stellen (1698). Der französische Botschafter berichtete, sie sei ausgesprochen frankreichfeindlich eingestellt und äußere ihre politischen Ansichten ganz offen. Der österreichische Gesandte Starhemberg war von Wien angewiesen worden, Beziehungen zu einflussreichen Frauen zu pflegen, und Magdalena Stenbock war bereits für ihren politischen Einfluss bekannt. Sie galt als hochmütig und als gerissene Intrigantin – „klüger als ihr Ehemann und ihr Geschlecht“ – und war unter den Gesandten in Stockholm als wertvolle Kontaktperson und Informationsquelle geschätzt. Sie erörterte ein mögliches Heiratsbündnis zwischen Österreich und Schweden und versuchte zu verhindern, dass Österreich ein solches Bündnis mit Polen einging.
Magdalena Stenbock und ihr Mann spielten in den 1680er und 1690er Jahren eine bedeutende Rolle als „politisches Paar“; sie werden häufig in diplomatischen Berichten erwähnt und als führendes politisches Duo wahrgenommen, vergleichbar mit Carl und Christina Piper im darauffolgenden Jahrzehnt sowie Arvid Horn und Margareta Gyllenstierna in den 1720er und 1730er Jahren. Magdalena Stenbock wurde von ausländischen Diplomaten – die zu dieser Zeit versuchten, Schweden dazu zu bewegen, in den sich wandelnden europäischen Bündniskonstellationen Partei zu ergreifen – aktiv umworben. Man bot ihr Geld und Schmuck an, damit sie ihren Mann beeinflusste, der wiederum auf den König einwirken sollte. Im April 1698 wurde beispielsweise vermerkt, dass sie öffentlich erklärte, ihr Mann habe einen Weg gefunden, sich einem Bündnis zwischen Schweden und Frankreich zu widersetzen, und werde bald eine Denkschrift vorlegen, in der dargelegt würde, warum ein solches Bündnis nachteilig wäre. Zudem förderte sie die Karriere ihres Schwiegersohns Magnus Stenbock (1665–1717). 1693 bat er sie, an Clara von Platen zu schreiben, um ihm eine Stellung in Hannover zu verschaffen; noch im selben Jahr wurde er in Wien zum Oberst ernannt – eine Ernennung, die der Wiener Hof angesichts der österreichfreundlichen Haltung seiner Schwiegermutter als bedeutend ansah. 1700 gelang es ihr – den Angaben ihrer Tochter Eva zufolge –, ihm das Kommando über das Dalarna-Regiment zu sichern, indem sie Christina Piper, die Ehefrau von Carl Piper, mit Diamantohrringen bestach. Magdalena Stenbock soll zudem nach dem Tod ihres Mannes 1702 dank Carl Piper eine Pension erhalten und ihre Güter behalten haben.
Im Mai 1697 flüchtete die königlich-schwedische Familie während des Brandes in der Burg Tre Kronor in ihr Haus.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stenbock, Magdalena |
| KURZBESCHREIBUNG | schwedische Adlige und Salonnière |
| GEBURTSDATUM | 14. Oktober 1649 oder 14. Dezember 1649 |
| GEBURTSORT | Stockholm, Schweden |
| STERBEDATUM | 24. Januar 1727 |
| STERBEORT | Schloss Krageholm, Schweden |