Der Magnus-Hirschfeld-Preis, auch Magnus-Hirschfeld-Emanzipationspreis, wird seit 1997 von der SPD Berlin und den Schwusos (heute: SPDqueer, Deutschlands ältester LSBT-Gruppe) vergeben.
Der mit 500 Euro dotierte Preis wurde auf Anregung der Landesarbeitsgemeinschaft schwuler Sozialdemokraten von der SPD gestiftet und erstmals zum 100. Jahrestag der Gründung des wissenschaftlich-humanitären Komitees am 15. Mai 1897 durch den Arzt und Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld vergeben. Seither wird er in unregelmäßigen Abständen für besondere Verdienste um die politische Gleichstellung von Lesben und Schwulen verliehen. Die Ehrung erfolgt durch Überreichung einer Plakette mit dem Porträt von Magnus Hirschfeld.
Ursprünglich war eine Verleihung in den drei Kategorien „Frau“, „Mann“ und „Gruppe“ geplant. In der Kategorie „Mann“ war 1997 auf Vorschlag der Gruppe „Homosexuelle und Kirche“ eine Ehrung von Helmut Kentler für den Abbau von Vorurteilen gegen Homosexuelle innerhalb der Kirchen vorgesehen. Aufgrund eines Artikels von Ursula Enders über umstrittene Positionen von Helmut Kentler, Rüdiger Lautmann und Reinhart Wolff zu Pädophilie und Päderastie wurde die Preisverleihung an Kentler bis zu einer sorgfältigen Prüfung zunächst kurzfristig „ausgesetzt“ und Ende Juni 1997 ganz zurückgezogen.
Seither wird der Preis jeweils zweifach vergeben: Zum einen wird jeweils eine Person für ihr Lebenswerk bzw. eine Einzelleistung ausgezeichnet, zum anderen eine Institution oder ein Projekt, wobei das Hauptkriterium jeweils eine herausragende Leistung um die Emanzipation von Lesben, Schwulen und Transgenderpersonen ist.