Mahagonigewächse

Mahagonigewächse

Niembaum (Azadirachta indica)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Mahagonigewächse
Wissenschaftlicher Name
Meliaceae
Juss.

Die Mahagonigewächse (Meliaceae), auch Zedrachgewächse genannt, sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Seifenbaumartigen (Sapindales). Die 48 bis 50 Gattungen mit etwa 1400 Arten sind hauptsächlich in den Tropen verbreitet.

Beschreibung

Illustration aus Plants of the coast of Coromandel Coast Tamil Nadu Andhra Pradesh India Flora Fruits Flowers von Soymida febrifuga

Vegetative Merkmale

Es sind vorwiegend Bäume und Sträucher, es gibt aber auch krautige Pflanzen.

Die sehr selten gegenständig, meist wechselständig und spiralig angeordneten Laubblätter sind meist zusammengesetzt. Die Fiederblätter sind gegenständig bis wechselständig an der Blattrhachis angeordnet. Die Ränder der Fiederblätter sind meist glatt, selten gelappt oder gesägt. Nebenblätter fehlen.

Generative Merkmale

Sie sind meist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch) oder weniger oft einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blüten stehen in seitenständigen Blütenständen zusammen; meist haben sie die Form von Thyrsen, selten sind sie traubig oder ährig.

Die eingeschlechtigen Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle (Perianth). Der drei bis sechs Kelchblätter sind frei oder röhrig bis becherförmig verwachsen. Es sind meist vier oder fünf, selten drei, sechs oder mehr, Kronblätter vorhanden. Es sind meist drei bis zehn oder mehr Staubblätter vorhanden; sie sind meist zu einer Röhre verwachsen, bei Cedrela und Toona sind die Staubblätter frei. Zwei bis fünf, selten mehr, Fruchtblätter sind zu einem Fruchtknoten verwachsen mit einer bis vielen Samenanlagen je Fruchtknotenkammen. Der Griffel endet in einer scheibenförmigen bis kopfigen Narbe; selten fehlt der Griffel, die Narbe sitzt also auf dem Fruchtknoten.

Als Früchte werden trockene Beeren (bei einigen Aglaia sect. Aglaia), Kapselfrüchte oder selten Steinfrüchte ausgebildet. Die Samen sind geflügelt oder sind ganz oder teilweise von einem fleischigen Arillus oder Sarkotesta umgeben. Das Endosperm ist fleischig oder fehlt.

Systematik und Verbreitung

Die Familie Meliaceae wurde 1789 durch Antoine Laurent de Jussieu in Genera Plantarum, Seite 263 unter dem Namen „Meliae“ aufgestellt. Typusgattung ist Melia L.

Die Familie Meliaceae wird in zwei Unterfamilien und in Tribus gegliedert.

Die Familie Meliaceae umfasst 48 bis 50 Gattungen mit etwa 700 Arten, die hauptsächlich in den Tropen verbreitet sind:

Laubblätter und Früchte von Aphanamixis polystachya
Laubblätter und Früchte von Cabralea canjerana
Laubblatt und Früchte von Ekebergia capensis
Früchte von Nymania capensis
Blüten von Synoum glandulosum
Blüte von Trichilia emetica
Blüten von Turraea pubescens
Mahagonifurnier hochglanzlackiert

Nutzung

Zu den wichtigsten Vertretern gehören die Nutzhölzer amerikanisches Mahagoni (Swietenia macrophylla King), westindisches Mahagoni (Swietenia mahagoni (L.) Jacq.), die Westindische Zedrele (Cedrela odorata L.) und Andiroba (Carapa guianensis Aubl.). Der Handel mit amerikanischem Mahagoni ist durch das Washingtoner Artenschutzabkommen beschränkt. Die Einfuhr nach Deutschland bedarf der Genehmigung durch das Bundesamt für Naturschutz.

Die Holzart Khaya (Khaya spec.) wird als Afrikanisches Mahagoni bezeichnet. Auch Sipo (Entandrophragma utile), Kosipo (Entandrophragma candollei Harms), Sapeli (Entandrophragma cylindricum) und Tiama (Entandrophragma angolense) sind bekannte Nutzholzarten. Sie werden besonders für Furniere und im Instrumenten-, Fenster-, Flugmodell- und Bootsbau, aber auch beim Bau von Billardtischen eingesetzt.

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Hua Peng, David J. Mabberley, Caroline M. Pannell, Jennifer M. Edmonds, Bruce Bartholomew: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 11 – Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-73-3. Meliaceae, S. 111 - textgleich online wie gedrucktes Werk
  2. ↑ Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  3. ↑ Meliaceae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  4. ↑ Alexandra N. Muellner, Rosabelle Samuel, Mark W. Chase, Annette Coleman, Tod F. Stuessy: An Evaluation of Tribes and Generic Relationships in Melioideae (Meliaceae) Based on Nuclear ITS Ribosomal DNA. In: Taxon, Volume 57, Issue 1, 2008, S. 98–10. doi:10.2307/25065951 JSTOR:25065951
  5. ↑ Meliaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 27. Oktober 2013.
  6. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 Michael Heads: Biogeography and ecology in a pantropical family, the Meliaceae. In: Gardens’ Bulletin Singapore, Volume 71, Suppl. 2, September 2019, S. 335–461. doi:10.26492/gbs71(suppl.2).2019-22 Volltext-PDF.
  7. 1 2 3 4 5 6 M. J. Taylor, G. J. Harden: Die Familie der Meliaceae bei der New South Wales Flora Online.
  8. 1 2 3 4 5 6 7 Meliaceae beim Catalogue of the Vascular Plants of Madagascar - letzter Update vom 22. Mai 2012.
  9. 1 2 3 David John Mabberley: Mabberley’s Plant-Book. A portable dictionary of plants, their classification and uses. 3. Auflage, Cambridge University Press, 2008, ISBN 978-0-521-82071-4. Google-Books online.
  10. ↑ "Eine echte Sensation": Neue Baumart bekommt Wohllebens Namen, auf: n-tv.de vom 1. Oktober 2021
  11. ↑ Ian Oliver, 2005: Nymania capensis bei PlantzAfrica.
Commons: Mahagonigewächse (Meliaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Mahagoni – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen