Mahmood Falaki

Mahmood Falaki bei der Leipziger Buchmesse (2017)

Mahmood Falaki (* 22. Mai 1951 in Ramsar, Nordpersien am Kaspischen Meer) ist ein iranischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler. Er lebt seit 1983 im deutschen Exil und schreibt auf Persisch und Deutsch.

Leben und Werk

Falaki stammt aus einer iranischen Großgrundbesitzerfamilie und studierte Chemie und Bibliothekswissenschaft im Iran, dann Germanistik und Iranistik an der Universität Hamburg und promovierte mit dem Thema Goethe und Hafis zum Doktor phil. an der Universität Hamburg.

In der Schahzeit im Iran wurde er wegen seiner politisch-literarischen Aktivitäten zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach der Revolution im Jahre 1979 und der Freilassung aus dem Gefängnis konnte er seinen ersten Gedichtband veröffentlichen. Nach der Übernahme der Herrschaft durch die Mullahs wurde die Fortsetzung seiner literarischen Arbeit zunehmend schwieriger. Im Iran arbeitete er zuletzt an der Freien Universität Irans. 1983 musste er schließlich das Land verlassen. Seitdem lebt er mit seiner Familie in Deutschland (ein Jahr in Andernach, zwei Jahre in Bonn, seit 1986 in Hamburg).

Seine literarische Arbeit umfasst Lyrik, Erzählungen und Romane sowie literaturwissenschaftliche Arbeiten, wobei bisher 31 Bücher vorliegen. Er schreibt auf Persisch und Deutsch. Zu seinen Arbeiten gehört das Persisch-Sprachlehrbuch für Deutsche Wir sprechen Persisch in drei Bänden. Er arbeitete als Dozent für persische Sprache und Literatur. Einige von Falakis Gedichten wurden in fünf Sprachen übersetzt. Auf Einladung verschiedener Institutionen und Medien hielt er Lesungen, Vorträge und Interviews in vielen europäischen Ländern sowie in den USA, Kanada und Australien.

Wolfgang Schlott charakterisierte seine Arbeit in Das Blättchen mit folgenden Worten: Er „entwickelt in seinen Erzählungen und Gedichten den spezifischen Blickwinkel eines Ausländers, der bei der Begegnung mit anderen Heimatvertriebenen wie auch mit Deutschen den geduldigen und oft auch erstaunten Dialogpartner spielt.“

Nach eigenen Angaben sind im Iran nur seine literaturwissenschaftlichen Arbeiten erlaubt, sein schriftstellerisches Werk hingegen ist aus politischen Gründen dort verboten.

Publikationen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Mai-Britt Wulf: Mahmood Falaki über das Leben zwischen den Kulturen: „Ich passte nicht mehr in die Welt rein“. In: die tageszeitung, 21. Mai 2014 (Interview)
  2. 1 2 3 Unendlichkeit (Mahmood Falaki). Abgerufen am 18. August 2026.
  3. 1 2 Mahmood Falaki | Landesakademie für die musizierende Jugend in Baden-Württemberg. Abgerufen am 18. August 2026.
  4. ↑ ‚Wir sprechen Persisch I – Eingangsstufe A1‘ – Mahmood Falaki. Abgerufen am 18. August 2026.
  5. ↑ Wir sprechen Persisch 2: Eingangsstufe A2: Persisch für Deutsche - Falaki, Mahmood: 9783944201412 - ZVAB. Abgerufen am 18. August 2026.
  6. ↑ "Wir sprechen Persisch III: Eingangsstufe B1" von Mahmood Falaki bei bücher.de bestellen. Abgerufen am 18. August 2026.
  7. ↑ Merci Poesi Göteborg International Poetry Festival 19. Abgerufen am 18. August 2026 (englisch).
  8. ↑ Mai-Britt Wulf: Mahmood Falaki über das Leben zwischen den Kulturen: „Ich passte nicht mehr in die Welt rein“. In: Die Tageszeitung: taz. 21. Februar 2014, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 18. August 2026]).
  9. ↑ Wolfgang Schlott: Wolfgang Schlott: Mahmood Falaki: Eine niemandsländische Zwischenexistenz? Abgerufen am 18. August 2026.
  10. ↑ Mahmood Falaki: Verirrt. IKW, 1995, ISBN 3-910069-22-3.
  11. ↑ Mahmood Falaki: Lautloses Flüstern. Hrsg.: Internationales Kulturwerk. 1995, ISBN 3-910069-67-3.
  12. ↑ Mahmood Falaki: Die Schatten. 2. Auflage. Sujet Verlag, Bremen 2004, ISBN 3-933995-07-8.
  13. ↑ Mahmood Falaki: Klang aus Ferne und Felsen. 2. Auflage. Sujet Verlag, Bremen 2013, ISBN 978-3-944201-06-1.
  14. ↑ Mahmood Falaki: Carolas andere Tode. Sujet Verlag, Bremen 2009, ISBN 978-3-933995-44-5.
  15. ↑ Mahmood Falaki: Ich bin Ausländer und das ist auch gut so. Sujet Verlag, Bremen 2013, ISBN 978-3-96202-016-3.
  16. ↑ Mahmood Falaki: Goethe und Hafis: Verstehen und Missverstehen in Wechselbeziehung deutscher und persischer Kultur. Dissertation. Schiler Verlag, Berlin 2013.
  17. ↑ Mahmood Falaki: Tödliche Fremde. Sujet Verlag, Bremen 2018, ISBN 978-3-96202-022-4.
  18. ↑ Mahmood Falaki: Khayyams Weltsicht. 2. Auflage. Goethe & Hais, 2020, ISBN 978-3-940762-71-9.
  19. ↑ Mahmood Falaki: Interview mit dem Schriftsteller Mahmood Falaki. In: Künste im Exil. Deutsches Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek, 2013, abgerufen am 9. März 2024.
  20. ↑ Newsletter Nr. 21, Winter 2013/14: Gegenwart des Exils. (PDF) In: Uni Hamburg. Exilograph. Walter A. Berendsohn Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur, abgerufen am 9. März 2024.
  21. ↑ Mahmood Falaki: Die Hemmende Rolle der Mystik bei der Entwicklung des Denkens im Iran. 1. Auflage. Forough Verlag, Köln 2022, ISBN 978-3-96531-087-2.
Personendaten
NAME Falaki, Mahmood
KURZBESCHREIBUNG iranischer Dichter und Schriftsteller im deutschen Exil
GEBURTSDATUM 22. Mai 1951
GEBURTSORT Ramsar, Iran